Samstag, 17. Dezember 2011

Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele von Suzanne Collins

Eine Arena. Tausende tödliche Fallen. 24 Jugendliche und ein ganzes Land, das zusieht. Und es kann nur einen Sieger geben.

Suzanne Collins‘ Roman „Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele“, treibt das Prinzip des Reality TVs auf die Spitze und schickt eine Gruppe 12 bis 18jährige zum Kampf auf Leben und Tod in eine Arena.

Da erst kürzlich ein Schober mit dem Buch und den Folgebänden „Gefährliche Liebe“ und „Flammender Zorn“ im Oetinger-Verlag erschienen ist und 2012 die Verfilmung in die Kinos kommt, hier eine kurze Zusammenfassung des ersten Bandes.

Irgendwann in der Zukunft: Nordamerika liegt nach Kriegen und Naturkatastrophen in Schutt und Asche und aus seinen Ruinen erhebt sich das Land Panem, ein Kapitol in den ehemaligen Rocky Mountains umgeben von 13 Distrikten. Eine blühende Gesellschaft, doch die Distrikte rebellieren gegen das Regiment des Kapitols. Ihr Aufstand wird niedergeschlagen, Distrikt 13 wird zerstört und den verbliebenen 12 Landesteilen wird eine Schreckensherrschaft aufgezwungen. Höhepunkt der Grausamkeit sind die alljährlichen Hungerspiele, bei denen ein Junge und ein Mädchen aus jedem Distrikt, sogenannte Tribute, ausgelost werden, sich in einer Arena zu bekämpfen bis nur einer übrig bleibt.


Die Protagonistin des Romans, die 17-jährige Katniss Everdeen aus Distrikt 12, dem ärmsten Teil Panems, muss alleine für ihre Mutter und ihr kleine Schwester Prim sorgen, die sie über alles liebt. Umso schockierter ist sie, als ausgerechnet Prim als Tribut ausgelost wird. Katniss meldet sich freiwillig anstelle ihrer Schwester und reist mit ihrem Mittribut Peeta Mellark ins Kapitol, um sich der Arena zu stellen. Zunächst ist sie verzweifelt. Ihre Gegner, insbesondere aus den reicheren Distrikten, sind sehr viel besser ausgebildet und Katniss‘ einziger Ratgeber ist der Trunkenbold Haymitch, der einzige Überlebende Sieger aus Distrikt 12.
Doch die Jahre, in denen sie ihre Familie allein ernähren musste, machen sich bezahlt, sie legt dank ihres Stylisten Cinna einen strahlenden Auftritt hin und Haymitch erweist sich als gerissener Mentor. Und dann ist da noch Peeta, mit dem sie ein Jahre zurückliegendes Ereignis verbindet und den sie letztendlich töten muss. Von dem sie nicht weiß, was sie von ihm halten soll. Und der, kurz bevor die Spiele beginnen, gesteht, dass er sie liebt. Trotzdem kann es nur einen Sieger geben… oder?


„Tödliche Spiele“ ist ein absolut fesselndes Buch, das man, hat man erst einmal angefangen zu lesen, nur sehr schwer aus der Hand legen kann. Suzanne Collins hat einen fließenden, bildhaften Schreibstil, der den Leser in die Geschichte hineinzieht, und die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt, wodurch man sich schnell mit Katniss identifiziert. Eine Besonderheit ist, dass das Buch in der Gegenwart erzählt, nicht wie üblich in der Vergangenheit – ein interessanter Handgriff, der die Szenarien noch realer macht. Die Charaktere sind vielschichtig und interessant, die Story von den ersten Seiten an überaus spannend und der Schreibstil bringt die Lebensgefahr, in der die Protagonistin die ganze Zeit über schwebt, glaubhaft rüber.



Ich kann nur sagen, dass das Buch auf jeden Fall lesenswert ist, und außerdem ein gutes Weihnachtsgeschenk für jeden ab 14. Aber auch deutlich älteren Lesern würde ich es wärmstens empfehlen.

Montag, 12. Dezember 2011

Nur ein Hauch von dir von Sue Ransom


Vom Fischer Schatzinsel Verlag bekam ich das Buch „Nur ein Hauch von dir“ von der Autorin S.C.Ransom, wofür ich mich herzlich bedanken möchte. Mein Dank gilt auch der Autorin, die sich die Zeit genommen und mein Exemplar signiert hat. Auf den 376 Seiten wird der Leser in eine Welt voller Geheimnisse und Mythen, aber auch alltäglicher Problemen, Freundschaft und Liebe, entführt.
Was ist, wenn deine große Liebe weder tot noch lebendig ist? Diese Frage mag für so ziemlich jeden Teenager absurd klingen, doch für Alex ist es die bittere Realität. Wo andere Teenager mit ihren Freunden ins Kino gehen oder ein romantisches Abendessen genießen, verbringt sie ihre Abende mit ihrem Freund Callum im Garten oder in ihrem Kinderzimmer mit einem Spiegel! Einen Spiegel? Ja ihr habt richtig gelesen! Aber erst mal zurück zum Anfang.

Alex und ihre beste Freundin Grace gingen an einem schönen sonnigen Tag am Ufer der Themse entlang. Plötzlich sah Alex einen Schwan, der sich in einem Metallgitter verfangen hatte. Da Alex von Natur aus hilfsbereit war und sie schon immer Tierärztin werden wollte, fackelte sie nicht lange und versuchte den Schwan zu befreien. Dieser dankte es ihr mit einem Biss in die Hand! Als Alex aufgrund des Schrecks in den Schlamm fiel, bemerkte sie ein silbernes Armband mit einem blauen Opal! Gutmütig wie sie war, wollte sie das Fundstück, was sehr wertvoll aussah, bei der Polizei abgeben. Doch der nette, ältere Polizist wollte lieber, dass sie es behält. Natürlich nicht ohne Eigennutz. Denn selbst so ein kleiner Armreif macht sehr viel Papierkram und der war es ihm nicht wert. So behielt Alex den Armreif und streift ihn am späteren Abend sogar über. Nach und nach merkt sie aber, dass mit dem Armreif etwas nicht stimmt. Denn sie sieht in Spiegeln, Fenster und allem, worin man sich spiegelt, einen geheimnisvollen blonden und sehr gut aussehenden jungen Mann. Sein Name ist Callum. Und somit beginnt ein aufregender Kampf um eine Liebe, die Intrigen, Hass, Geheimnisse, Selbstzweifel und sogar zwei Welten überwinden muss. Denn die große Liebe ist erst der Anfang…



„Nur ein Hauch von dir“ ist ein wundervoller Auftakt von einer Buchreihe der Autorin Sue C. Ransom. Ich war sehr gespannt auf das Buch, da ich im Vorfeld noch nie etwas über die Autorin gehört hatte. Schon der Klappentext, welcher eine Textpassage aus dem Buch wieder gab, war sehr fesselnd! Das Buch ist flüssig und sehr geistreich geschrieben und man kann der Handlung sehr gut folgen!

„Nur ein Hauch von dir“ ist nicht kitschig, aber trotzdem sehr gefühlsbetont! Ich finde es gut, wie die Autorin den Leser mit den etwas neueren Themen, wie Zwischendimensionen und geisterhafte Gestalten, in den Bann zieht. Man kann förmlich die Anziehung zwischen Callum und Alex spüren. Auch wenn sie durch Welten getrennt sein mögen und sich nur an einem bestimmten Ort berühren können, lieben sie den jeweils anderen abgöttisch.

Was mich an dem Buch fasziniert hat, ist, dass man einen sehr guten Einblick in die Freundschaft von Grace und Alex bekommt. Sie sind das, was man wirklich sehr gute Freunde nennen kann, auch wenn sie ihre Geheimnisse haben und nicht immer einer Meinung sind. Der Leser wird nicht mit unnötigen Zickerein bombardiert. Ich finde im Allgemeinen werden die Beziehungen zwischen den einzelnen Person sehr realistisch und detailgenau wiedergegeben. Das ganze Buch trotzt vor Spannung und durch den perfekten Cliffhanger bekommt man Lust auf das nächste Buch! Das Cover ist in Blautönen gehalten und zeigt das schemenhafte Gesicht eines jungen Mannes und ein Mädchen auf einem Steg an der Themse. Wer das Buch gelesen hat, kann somit erkennen, dass die Beziehung von Alex und Callum sich auf dem Cover widerspiegelt.

Alles in allem ist „Nur ein Hauch von dir“ jedem zu empfehlen, der mal einen Ausflug außerhalb von Vampiren, Göttern oder Feen und Elfen machen will. Es ist einfach ein brillantes Buch!

 

Sonntag, 4. Dezember 2011

Stille Nacht: Magische Liebesgeschichten von Tanja Heitmann

Stille Nacht” steht bald vor der Tür und so haben bekannte Autorinnen wie Tanja Heitmann, Nina Blazon, Nora Melling und viele weitere je eine Kurzgeschichte verfasst, die immer in den Tagen vor oder am heiligen Abend liegen. Auf 185 märchenhaften Seiten können sich die Leser in eine fantastische Welt entführen lassen und sich so auf Weihnachten einstimmen.
 
Erschienen ist dieses kleine Paperback im Rowohlt-Verlag, der mir ein Leseexemplar zur Verfügung stellte.
„Eine Spur von Rot“ von Tanja Heitmann

Tief im verschneiten, finnischen Wald versteckt sich ein junger Mann. Schlimme Verzweiflung trieb ihn in die Einsamkeit, denn Finjas ist ein Vampir, so wie der größte Teil der Weltbevölkerung. In Finjas Welt haben Vampire die Herrschaft übernommen, doch Finjas kann damit nicht leben und zieht die Einsamkeit dem Grauen vor. Doch eines Nachts sieht er mitten im verschneiten Wald ein Mädchen mit einem roten Tuch. Aber Michals ist nicht nur eine attraktive Frau, sondern auch ein Mensch …

„Das Herz in der Dunkelheit“ von Gesa Schwartz

Paris ist traumhaft in dieser verschneiten Weihnachtszeit, doch für Sophie ist es die einsamste Zeit im ganzen Jahr. Noch bevor sie in ihrer leeren Wohnung ankommen kann, wird sie von zwei Gestalten angegriffen. Scharfe, giftige Krallen schlagen sie bewusstlos, doch kurz bevor sie die Schwärze übermannt, bemerkt sie, dass starke Arme sie davon tragen. Ein Fieber beginnt in Sophies Körper zu wüten, doch langsam erwacht sie aus diesem Wahn und sieht eine fremde Gestalt vor sich, jedoch ist sein Gesicht im Schatten verborgen und nur seine Stimme hält Sophie von der Angst ab, die sie zu überschatten versuchte. So geht es nun schon mehrere Tage und Sophie kommt immer mehr und mehr zu Kräften. Eines Abends geht sie einen dunklen Gang voller Statuen entlang, in dessen Mitte ein riesiger Mann sitzt. Doch seine Gestalt ist dämonisch und beängstigend und erwacht in dem Moment zum leben, als Sophie seine krallenartige Hand berührt …

„Tom Jofnurs Lied“ von Nina Blazon

Ein Walboot mitten in der Arktis: die Männer kämpfen ums blanke Überleben. Doch sie werden nicht von der Kälte angegriffen, sondern von Sirenen, die die Männer mit in ihr tiefes, kaltes Reich ziehen wollen. Unter ihnen ist auch Tom Jofnur, der Arzt dieser Expedition, welche nur ein Ziel verfolgt, das Horn des Narwals zu bekommen. Über dieses Horn wurde geweissagt, dass es jeden Wunsch erfülle. Die Männer jagen den Wal schon ewig, bekommen zwar ab und zu einen Teil seines Körpers vors Fernglas, doch sie erwischen ihn niemals. Erschöpft kehren die Überlebenden zum Schiff zurück, um dort zu erfahren, dass Einheimische sie zu einem anderen Ort führen wollen. Dort unter dem Eis verborgen findet Tom ein weibliches Skelett und bettet es zur letzten Ruhe im Schnee. Viele Tage gehen ins Land und kein einziger Fisch, geschweige denn ein Wal, ist in Sicht, bis eines Tages ein schönes Mädchen auf dem Eis steht …

„Geisterwolf“ von Anika Beer

Nervendes Piepen dringt in Jolies Schlaf. Es ist kurz vor Weihnachten und ihre Mitbewohnerin Anna rumort schon eifrig in der Küche. Jolie versprach ihr, sie zum Zug zu begleiten damit sie die Feiertage bei ihren Eltern verbringen kann. Einerseits ist Jolie betrübt, denn auf sie wartet niemand und doch wird sie schon irgendwie die Zeit rum bringen bis Anna wieder da ist. Auf einer Brücke, die über einen kleinen Fluss verläuft, trifft sie Adrian. Auch dieser scheint allein zu sein und so verabreden sie sich für den gleichen Abend. Doch, was Jolie nicht mitbekommt: in dieser Nacht ist Vollmond …

„Winterkinder“ von M.F. Hammesfahr

Zusammen mit ihren beiden Freundinnen Lara und Marie feiert Jenny in einer einsamen Hütte Weihnachten, doch bevor selige Stimmung aufkommen kann, werden die Freundinnen von Angst heimgesucht. Mitten im verschneiten Wald sehen sie einen jungen Mann, der mit seinem Messer auf etwas Unsichtbares einschlägt. Noch bevor die Mädchen dazwischen gehen können, entdeckt er sie und flieht. Am Ort des Geschehens angekommen, finden sie nur Eisklumpen, jedoch haben diese Ähnlichkeiten mit Köperteilen. Voller Angst verbarrikadieren sich die Mädchen in ihrer Hütte, doch Jenny kann den Anblick des Fremden nicht vergessen und macht sich auf die Suche nach ihm …

„Raunächte“ von Nora Melling

Es ist der stressigste Tag im Jahr für Elodie, der Tag vor Heiligabend. Doch als vor einem Kaufhaus ein Auto auf sie zurast, verändert sich dieser Tag schlagartig. Zum Glück ist ein edler Retter zur Stelle und hilft Elodie bevor ein Unglück geschehen kann. Doch Mick ist nicht aus dieser Dimension und stellt Elodies heiligen Abend komplett auf den Kopf …

Ich liebe es kurz vor Weihnachten mich mit solchen Büchern einzustimmen und obwohl dieses Buch nicht das typisch Weihnachtliche verkörpert, war es doch schön, die Protagonisten durch ihre Festtage begleiten zu können. Die märchenhaften Liebesgeschichten werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ich vermag keine Lieblingsgeschichte zu benennen. Alle Geschichten sind flüssig geschrieben, verzaubern ab dem ersten Wort und fesseln bis zum Schluss. Für alle, die solche Kurzgeschichten lieben, kann ich dieses im November erschienene Buch einfach nur empfehlen. Und dank des verträumten gestalteten Covers ist es ein toller Blickfang unter dem Weihnachtsbaum.

Samstag, 26. November 2011

Dein Blut auf meinen Lippen von Claudia Gabel


Vor ein paar Tagen öffnete ich das mir zugesandte Paket vom Rowohlt - Verlag und war überrascht einen Vampirroman in den Händen zu halten, welcher im Style von Shakespeares “Romeo und Julia” verfasst ist. Auf 240 Seiten wird die bekannteste aller Liebesgeschichten von der
Autorin Claudia Gabel neu niedergeschrieben und nur einwenig “vampirisch” angehaucht. Aber vor der Rezension möchte ich wieder einen großen Dank an den Rowohlt - Verlag senden.

Vlad “der Pfähler” hat endlich seine Schreckensherrschaft beenden müssen, dennoch kehrt in Transsilvanien immer noch keine Ruhe ein. Auf der einen Seite kämpfen die Menschen um ihr Leben und auf der anderen stehen die Vampire, egal ob reinrassig oder gewandelt. Diese wollen sich nicht auf ewig von Tierblut ernähren, sondern das Blut der Menschen wieder auf ihren Speiseplan setzen. Nur noch 3 Tage verbleiben Julia Capulet zu ihrem Geburtstag und dann am letzten Tag, um punkt Mitternacht, muss sie einen Menschen bis zum letzten Tropfen aussaugen, oder sie verliert ihr Leben. Julias Eltern sind Fürst und Fürstin Capulet, hochgestellte Edelleute in den Rängen der Vampire von Transsilvanien, deren Gegner keine Geringeren als die Montagues sind.

Aber nun ist Radu, der Stiefbruder Vlads an der Macht und seine erste Amtshandlung besteht darin, ein Friedensabkommen zwischen Menschen und Vampire auszuhandeln. Somit hieße es also für die Capulets das ihre Macht innerhalb des Vampirstandes sinken würde, und auch die Montagues wären ein einfaches Adelgeschlecht, ohne Ansehen, und ohne die Fähigkeit Jagd auf die Vampire zu machen. Doch an diesem Abend wollen die Capulets sich endgültig Radu anbiedern. Alles wird opulent geschmückt und selbst Julia ausstaffiert, nur um Fürst Radu zu zeigen, welche Macht die Vampire innehaben. Auch Graf Paris, die rechte Hand von Radu, ist bei diesem Fest anwesend und bittet Julia um ihre Hand, oder treffender gesagt, er offenbart ihr das die zwei längst durch die Hand ihrer Eltern miteinander verlobt sind. Julia ist geschockt und läuft davon, doch sie merkt nicht, dass jemand sie verfolgt. Auch Romeo Montague ist auf dem Fest anwesend und denkt dass es seine Geliebte Rosalinde ist, die er quer durch den Saal verfolgt. Doch als Julia sich zu ihm wendet und ihn in die Augen sieht, weiß er, dass seine wahre Liebe vor ihm steht. Doch die Zukunft dieser Beiden vom Schicksal zusammengeführten steht unter dem Todesstern …

Dieses Buch ist, wie schon die Originalfassung, Kitsch pur. Liebe, Intrigen und Tod gehen Hand in Hand, Seite zu Seite, und fügen so die größte Liebesgeschichte der Welt zusammen. Doch die Vampire in diesem Buch machen Romeo einen großen Strich durch die Rechnung, und dennoch ist das Buch einerseits besser und flüssiger zu lesen, doch andererseits erscheint es auch sehr abgeschrieben vom Original. Was mir natürlich sehr gefällt sind die Vampire und die Verbindung zu der Zeit des wohl bekanntesten Vampirs „Vlad der Pfähler”.

Auch Transsilvanien als “Spielort“ der Tragödie hat die Autorin sehr gut gewählt. Nur einige Textpassagen sind schleppend und kleine Stolpersteine beim Lesen, doch zum Glück sind diese schnell vorbei. Sehr gelungen ist auch die Covergestaltung, welche wie magisch anzieht. Die finstere Burg im Hintergrund und das in sich verschlungene Paar passt perfekt zum Inhalt des Buches. Wer “Romeo und Julia” liebt, der wird dieses Buch ein wenig mögen, aber bestimmt nicht in den Himmel loben. Es ist ein kleiner Zeitvertreib, zum Beispiel in Bus und Bahn, aber für gemütliche Lesestunden hat der Rowohlt Verlag viel, viel schönere Bücher im Handel.

 

Montag, 14. November 2011

Die Schattenritter - Unsterbliches Verlangen von Kathryn Smith


Der Knauer-Verlag hat das Taschenbuch von „Die Schattenritter – Unsterbliches Verlangen“ von Kathryn Smith im September 2010 mit neuem Cover auf den Markt gebracht. Auf 392 magischen Seiten lernt der Leser die Protagonisten Pru und Chapel kennen und wird ins Jahr 1899 entführt. Doch gehen wir erst einmal 600 Jahre in der Zeit zurück.

Anfang des 14. Jahrhunderts wird eine Gruppe von Soldaten entsandt, um den Sagen umwobenen Schatz der Tempelritter zu bergen. Das größte Geheimnis des Tempelschatzes ist der “San Graal” - der heilige Gral. Endlich entdeckt die Gruppe einen geheimen Gang, in dem sie den Gral vermuten. Sie scheinen auf der richtigen Spur zu sein, denn in einer geheimen Kammer entdecken sie ein Gefäß, welches der Beschreibung des Grals sehr nahe kommt.  Der Anführer Servian versucht an das Gefäß zu gelangen, doch er wird von einem Giftpfeil getroffen und ist dem Tode nahe. Sein letzter Gedanke gilt seiner Verlobten Maria, die er nach seiner Rückkehr ehelichen wollte. Doch kurz vor seinem letzten Atemzug füllt sich der Kelch mit einer roten Flüssigkeit. Seine Gefährten geben ihm davon zu trinken und seine letzte Auffassung von der Welt ist das Blut, welches durch seine Kehle rinnt.

Auf nach Cornwall im Jahre 1899, wo die Geschichte nun beginnt, denn in dieser Gegend wohnt Prudence Ryland, kurz Pru. Sie ist die Tochter eines reichen Mannes in der Gegend, aber sie hat eine dunkle Zukunft vor sich. Bei Pru wurde ein tödlicher Tumor festgestellt. Nun nutzt Pru ihre noch verbleibende Zeit und all ihre Hoffnung, um den heiligen Gral zu finden. Marcus, ein guter Freund von ihr, ist Historiker und hilft ihr dabei die Rätsel der Legende zu entziffern. Ihr letzter Hinweis deutet auf Cornwall und auf eine verlassene Gegend, nicht weit von ihrem Elternhaus. Doch auch die Kirche hat ihr Interesse bekundet und schickt zwei Männer zu ihrem Wohnsitz. Zu Ehren ihrer Gäste wird ein Dinner ausgerichtet, an dem Pru und Marcus diese kennen lernen sollen, doch für Pru ist dieser Abend eine große Wendung in ihrem Leben. Denn als sie den attraktiven Chapel kennen lernt, ist sie fasziniert und sofort gefangen von ihm. Er strahlt etwas Dunkles und unnahbares aus, was Pru magisch anzieht. Doch auch Chapel hat ein Geheimnis: Er ist ein Vampir und schon 600 Jahre alt. Und trotz seines Fluchs will er ihr helfen und versucht seine Gefährten zu finden.


Für alle “Black Dagger”-Fans wird dieses Buch ein tolles Erlebnis sein, denn nicht nur Vampire spielen hier die Hauptrolle, sondern auch hoch erotische Szenen werden nicht außer Acht gelassen. Toll fand ich wie die Autorin mit der Grals-Saga einen schönen Aufhänger für ihre Story genutzt hat, denn nicht nur die Artus-Saga wird hier mit eingebracht, sondern auch die Lebensweise der Leute aus dem 14. Jahrhundert ein wenig beleuchtet. Chapel ist ein sehr trauriger Protagonist. Er lebt zwar schon 600 Jahre, aber so viel von der Welt hat er noch nicht gesehen, außer Paris. Ich finde, dass er zeitweise ein wenig wie ein verängstigtes Kind wirkt und erst, wenn Pru in seine Nähe kommt, richtig auflebt und leben will. Pru hingegen ist eine zwar sehr kranke, aber extrem starke Frau. Sie versteht es, sich in der Männerwelt durchzusetzen und allen zu zeigen, dass nicht nur die Männer gebildet sind. Die Schreibweise der Autorin ist sehr leicht und auch gut zu lesen und vor allem durch die farbenfrohe Erzählungen kann der Leser sich sehr schnell in die Geschichte hineinversetzen ohne Sätze zwei mal zu lesen. Auch der Humor darf in diesem Buch nicht fehlen und so gibt es manche Momente, wo der Leser schmunzeln oder sogar herzhaft lachen muss. Zu der Erotik im Buch sei gesagt, dass sie wohl portioniert wurde und dass es erst zum Ende des Buches wirklich sehr prickelnd wird, ansonsten darf man sich mit den Plänkeleien der Protagonisten zufrieden geben, was auch nicht langweilig ist.

Jedem, der noch ein schönes Buch für lauschige Abende sucht, kann ich es mit guten Gewissen ans Herz legen und wünsche schöne Lesestunden.


Dienstag, 8. November 2011

Götterdämmerung von Nicole Döhling

Dies ist eine überarbeitete Auflage, die im Aavaa-Verlag im Jahr 2011, erschienen ist.
Danke an die liebe Autorin Nicole Döhling, die mir dieses Buch, wieder handsigniert, zukommen lies. Auf 273 mystischen Seiten geht der Leser, zusammen mit der Protagonistin Jodie, auf eine Jagd nach Anerkennung und dem größten Gefühl unsere Zeit ... der Liebe.
Nachdem Josie in Los Angeles aufgewachsen ist und sie nun nach Vallington verbannt wurde, ist sie alles andere als glücklich. Da ihre Mutter mehr zur Ruhe, von den ganzen Männergeschichten, kommen wollte, fand sie, dass das Haus von Josies Großeltern das ideale Heim für beide darstellt. Doch der Meinung ist Jodie absolut nicht. Sie liebt zwar ihre Großeltern, doch eine Kleinstadt ist nicht zu vergleichen mit L.A. .
Zum Glück hat sie seit Jahren eine beste Freundin dort, denn ohne Dakota würde Josie wahrscheinlich vor Langerweile sterben.

Als sie in den Ferien an einem Wasserfall den Nachmittag verbringen, ist auch Dakotas Freund Tucker dabei.
Doch als die Gruppe den Ausflug beenden möchte, brechen alle in einen alten Mienenschacht ein, welcher Verborgenen im Untergrund der Stadt liegt. Mit einer Taschenlampe bewaffnet, bahnen sich die Freunde ihren Weg durch das Labyrinth. Doch eine merkwürdige Scheibe mit Symbolen wirft viele Fragen bei den Freunden auf. Und noch etwas lässt Josie rätseln, denn als sie ungeschickt gegen ein Gefäß rempelt, welches die gleichen Symbole wie die Scheibe trägt, steigt schwarzer Rauch auf, doch die Konsequenzen werden später nicht nur für Rätsel sorgen. Endlich sehen die Freunde Licht am buchstäblichen Ende des Tunnels, doch als sie mitten auf einer Lichtung stehen, wissen sie nicht in welche Richtung ihr Zuhause liegt. An einem Baum gelehnt steht ein fremder Junge, der ihnen seine Hilfe anbietet. Dieser entpuppt sich später als William, welcher auch erst in die Stadt gezogen ist. Doch keiner der drei hatte ihn bisher zu Gesicht bekommen. Josie ist sofort von ihm verzaubert, doch ahnt sie nicht, dass mit Williams Auftauchen, ihr Schicksal einen dunklen Lauf nimmt …

Dieses Buch ist Freude pur für alle Buffy-Fans, so auch für mich. Scobby-Gang is back, und so zaubert Nicole Döhling jeden ein Lächeln aufs Gesicht, wenn Dakota sich als Willow und Josie als Buffy vorstellt.
Aber keine Sorge, es sind nur Parallelen, welche an die wohl bekannteste aller Vampirjägerserien anknüpfen und nicht den Kern der Geschichte verändern. Die Charaktere in diesem Band sind einfach nur zum dahin schmelzen, man kann nicht anders und muss sie ins Herz schließen.

Was mir zuerst sehr gut gefallen hat, ist das gestaltete Cover. Denn nicht nur das die Autorin es selbst entworfen hat, es ist auch zur ersten Auflage eine bedeutend bessere Aufmachung und ich hoffe sehr, dass das abgebildete Mädchen Josie ist, denn in meiner Lesefantasie sieht sie der Protagonistin sehr ähnlich.
Auch die bildhafte Satzgestaltung ist ein wahrer Genuss für mich gewesen. Wie auch schon in der Buchvorstellung von “Silence - Das Lied der Wölfe” erwähnt, hoffe ich nun auf eine Fortsetzung der beiden Bücher. Josie kommt als Protagonistin eher schüchtern rüber und erst mit Williams Hilfe zeigt sich Josies extrem starke Seite und das sie stark sein muss, dass beweist sie auf fast jeder Seite des Buches. William ist genau der Typ den Mädchen heutzutage anschmachten wollen, dunkel, geheimnisvoll, mehr braucht man nicht ums sich in ihn zu verlieben, also die perfekte Mischung für unsere Protagonistin. Sehr gut finde ich, dass auch Josies Großeltern und andere Nebenfiguren oft zum Zug kommen und so die Geschichte die nötige Würze verleihen.

Was mich einwenig enttäuscht hat, ist der für mich zu kurz geratene Schluss. Ein wenig mehr Action hätte die Autorin schon reinlegen können, aber vielleicht kommt doch noch ein zweiter Band heraus, in dem Josie dann alles geben kann. Und keinen Angst, wer beim Lesen doch Angst bekommen sollte, Josie hat zur Sicherheit immer einen Pflock einstecken.