Samstag, 17. März 2012

Gefährten - Freundschaft überwindet alle Grenzen von Michael Morpurgo

Seit dem 16. Februar ist der Film zum gleichnamigen Buch „Gefährten – Freundschaft überwindet Grenzen“ von Michael Morpurgo in den deutschen Kinos. Passend dazu hat der Carlsen-Verlag ein Filmbuch herausgebracht, welches in der Mitte des kleinen, 173 Seiten umfassenden Kinderbandes zahlreiche Bilder aus dem Film beherbergt. 
Unter dem Namen “War Horse” erschien das Buch bereits in England im Jahr 1982.

1914: Die Mobilmachung zum Krieg beginnt in Deutschland, Kaiser Franz-Josef ruft zum Krieg und selbst bis in die entlegendsten Regionen Englands antwortet man ihm, auch in dem kleinen Dorf Devon. Joey, ein sechs Monate altes Fohlen, steht auf einer Auktion und wird von seiner Mutter getrennt. Sein neuer Besitzer ist der Farmer Ted Narracot. Allerdings ist dieser betrunken und bereut die Tat noch am selbigen Abend, denn was soll ein Ackerbauer mit einem Vollblut? Albert, der Sohn des Farmers, sieht in Joey einen starken Charakter und wird sein bester Freund und Beschützer. Zusammen lernen sie das Reiten, Pflügen, Fliegen mit dem Wind und sich in den dunklen Stunden Trost zu spenden.

Doch eines Morgens, im Spätsommer, nimmt der Farmer Joey aus der Box und bringt ihn zurück ins Dorf. Dort wartet nicht Albert, sondern die Kavallerie, auf der Suche nach starken Pferden. Noch bevor Albert davon erfährt, ist Joey auch schon an den Captain Nicholls verkauft. Dieser verspricht Albert in die Hand, dass er sich um Joey kümmern und wieder nach Hause bringen wird, wenn es ihm möglich ist. Joey wird ausgebildet und schon bald befindet er sich auf den Weg an die Front. Sein größter Beistand und Halt ist der edle schwarze Hengst Topthron. Zusammen gelangen beide auf die Seite der Deutschen, wo sie verschont und als Krankentransportpferde behalten werden. Auf allen Seiten, ob deutsch, englisch oder französisch, erfahren sie nicht nur das Leid des Krieges, sondern auch Zuwendung und Liebe. Noch immer sehnt sich Joey nach Albert zurück, doch bevor sich ihre Wege wieder kreuzen, wird nicht nur Joeys Seele verletzt …


Ein Buch mit enormen Taschentuchverbrauch liegt hinter mir, und als hätte das nicht gereicht, ging es auch gleich beim Film weiter – soviel Herzschmerz, Witz und tolle Momente kann es nur bei “Gefährten” geben.
Das Buch ist komplett aus der Sicht von Joey geschrieben, so unschuldig und immer dem treu, was noch kommen möge, ohne schlechte Gedanken oder Vorbehalte eines schlimmen Moments. “Gefährten” ist als Kinderbuch veröffentlicht worden und genauso hab ich es auch aufgenommen, denn selbst der Krieg wird durch seinen Schreibstil ein wenig weicher. Natürlich verschönert er die ganze Situation um Joey nicht, aber es wird auch nicht zu brutal, sodass Kinder ab zehn Jahre oder früher es ruhig schon lesen können.

Natürlich sieht das ganze bei dem Film schon ganz anders aus. Steven Spielberg ist ein Meister seiner Zupft und wenn dann mal Körper durch die Gegend fliegen, weil gerade ein Handgranate in den nächsten Graben geworfen wurde oder die Pferde auf der Leinwand erschossen werden, weil sie vor lauter Erschöpfung nicht mehr gehen können, ist es berechtigt, das Alter auf zwölf Jahre zu setzen, obwohl es ruhig höher sein könnte.

Albert ist ein toller Charakter, er liebt Joey über alles und begibt sich auf die Suche nach ihm bis an die Front, um seinen Joey endlich nach Hause zu holen. Diese Liebe spürt man direkt durch die Buchseiten hindurch und so ist es nicht verwunderlich, wenn auf einmal dieses ans Herz gehende kleine Buch leider schon sein Ende findet.

Es wäre schön, wenn jeder, der den Film sehen möchte, auch einmal in das Buch hinein schaut, denn meistens sind die Bücher doch noch besser und umfangreicher als die dazu gehörigen Filme. Hier kann ich euch beides empfehlen und wünsche euch nicht nur schöne Lesestunden, sondern auch einen tollen Kinoabend mit ordentlich Taschentücher im Gepäck.

Dienstag, 13. März 2012

Hetzjagd am grünen See von Elke Schwab

Heute möchte ich euch einen Krimi von einer Autorin vorstellen, die ich persönlich sehr toll finde und in der Liga der deutschen Krimiautoren nach ganz oben gehört. Elke Schwab hat mir vor fast einem Jahr einen ganzen Stapel ihrer Bücher zukommen lassen und heute möchte ich euch das letzte Buch aus diesem vorstellen. 
Dieser Saarlandkrimi ist zwar bereits im Jahr 2009 erschienen, aber Elke Schwabs Krimis können noch so lange zurück liegen, es macht einfach Spaß diese zu lesen. Auf 294 Seiten entführt Frau Schwab den Leser in die Welt der Jäger und Gejagten und enthüllt nicht nur einen längst zurückliegenden Entführungsfall, sondern setzt auch den geliebten Kommissar Kullmann wieder auf die Fährten.

Harald Steiner liebte seine Arbeit als Jäger, bis zu jenem Tag an der Holzspaltmaschiene. Ein Schuss erschütterte wieder den Wald rund um den Limberg und wieder scheint ein Wilderer sein Unwesen zu treiben.
Steiner besteigt das Revier zusammen mit seinem Hund Moritz, welcher zwar schon 15 Jahre auf dem Rücken hat, aber immer noch der treueste Gefährte ist, den er sich vorstellen kann. Voller Schrecken muss er eine enthauptete Leiche finden und ausgerechnet eines der Gothikmädchen muss jetzt seinen Weg kreuzen.
Doch das soll sein kleinstes Übel sein, denn auch die Polizei steht auf einmal vor ihm und verdächtigt ihn des Mordes an dem noch unbekannten Leichnam.

Jürgen Schnur und sein Team beginnen in der Vergangenheit zu graben und zusammen mit Kullmann beginnen sie nicht nur diesen Fall zu entschlüsseln, sondern bringen auch gleich noch tiefer liegende Geheimnisse der Dorfbewohner zutage. Doch Steiner kämpft nicht nur um seine Unschuld, auch sein Leben wird immer stärker bedroht und droht auseinander zu brechen.

Einen großen Dank zu allererst an Elke Schwab, dass sie mir dieses tolle Rezensionexemplar zu kommen ließ, auch wenn es eine Zeit gedauert hat, dass ich all ihre geschickten Bücher gelesen hatte, aber die Zeit ihre Bücher zu lesen genießt man einfach in vollen Zügen. Diese Krimis sind einfach spannend und so rätselhaft geschrieben, dass einem bis zum Schluss nicht klar ist, wer denn nun der wahre Mörder hinter alledem ist.
Da der Schreibstil der Autorin immer sehr farbenfroh ist und leicht den Krimi wiedergibt, ist es ein Leichtes, sich die Umgebung und die Personen vorzustellen, was einem als Nicht-Saarländer immer sehr hilft, sich in der Gegend zurecht zu finden.

Wer schon einen Krimi dieser Autorin gelesen hat, der wird den Kommissar Kullmann ins Herz geschlossen haben. Schade ist nur, dass er hier zu kurz kommt und nur seinen 15 Jahre zurückliegenden Fall wieder aufrollt, um seinen Kollegen Schnur bei seinen Ermittlungen zur Seite zu stehen. Was ich aber ein wenig negativ bewerten muss, sind die vielen Fachausdrücke aus dem Jägerlatein, die leider nicht sehr gut erklärt sind. Nur gut, dass auch ich aus der Familie der Jäger stamme und so viele Ausdrücke klar definieren kann, aber für eine nicht im Fachstehende finde ich es sehr schwer zu entziffern. Das waren auch schon alle negativen Eindrücke, denn ich kann einfach nichts weiteres negatives finden, auch wenn ich noch soviel in dem Buch stöbere.

Wer also wieder einen schönen Krimi sucht, der ist mit allen Krimis von Elke Schwab bestens bestückt.

Freitag, 9. März 2012

Das Glück fährt Taxi von Rosita Hoppe

Im Verlag Aaronis hat die Autorin Rosita Hoppe 2010 "Das Glück fährt Taxi" herausgebracht. Es ist ein Buch für schöne Lesestunden und da es nur 191 Seiten umfasst, ist es auch eine schöne Alternative für alle Leser, die mal eine Auszeit von den dicken Büchern suchen. Bevor ich euch dieses Buch vorstellen möchte, 
sende ich hiermit noch einen ganz lieben Dank an die Autorin, die mir dieses Buch zum Vorstellen geschickt hat.

Carly Bellmann ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, denn ihre Boutique wird immer besser von der Kundschaft angenommen. Ihre besten Freundinnen, die mit Zwillingen schwangere Nadine und Jenni, die jedes Wochenende einen anderen Mann im Bett hat, wollen nicht länger, dass Carly allein ist. Doch Carly hat keine Lust mehr, einen Mann zu haben, denn der letzte Freund, der ihr Leben zur Hölle gemacht hat, Tom, hat alles, was Männer betrifft, aus Carlys Leben verbannt.

Jenni setzt Carly die Pistole auf die Brust und droht einen Mann für sie zu suchen, ob sie will oder nicht, doch das macht Carly nur wütender. Als am nächsten Morgen ihr Wagen nicht mehr anspringen will, muss sie wohl oder übel ein Taxi rufen, doch diese Fahrt wird ihr Leben verändern. Am Steuer sitzt Philipp Reuter, ebenfalls allein stehend, und als er Carly in seinem Rückspiegel einsteigen sieht, ist er fasziniert, wenn sie sich auch wie eine Furie ihm gegenüber verhält. In den nächsten Tagen versucht Philipp jede Fahrt zur Boutique für sich zu ergattern, nur um diese reizende Frau wieder zu sehen. An einem Samstagabend soll es dann soweit sein und die beiden küssen sich mitten auf der Tanzfläche, denn auch Carly hatte den attraktiven Taxifahrer bemerkt, sich aber aus Trotz zu all den Männern nicht um ein Date mit ihm gekümmert.

Damit ihre Freundinnen nicht ein Date für ihren 30. Geburtstag für sie ausmachen können, stellt sie Philipp vor und die beiden spielen ihre Rollen als verliebtes Pärchen einfach perfekt. Carly ist sich den Gefühlen zu Philipp nicht sicher, und als dann auch noch Tom vor ihrer Tür steht und dieser Philipp wissen lässt, das er mit Carly zusammen ist, flieht Carly vor den Männern. In Italien hofft sie, Philipp vergessen zu können, denn mit Tom hat sie schon lange abgeschlossen. Doch es gelingt ihr nicht und sie muss in jeder schönen Situation an ihren Philipp denken. Als dann auch noch ein tragischer Anruf aus der Heimat kommt, bricht sie Hals über Kopf wieder aus dem Urlaub auf, ohne zu ahnen, dass Philipp bereits ebenfalls auf den Weg nach Italien war, um sie nach Hause zu holen.

“Das Glück fährt Taxi” ist ein romanischer Roman, natürlich voller Liebe, doch auch Witz, Tränen und Leidenschaft dürfen in einem Buch von Rosita Hoppe nicht fehlen. Was mich als Leser hat verzweifeln lassen, ist dieses ständige Gefühls-Hin-und-Her von Carly, ob sie nun Philipp liebt oder nicht. Aber ich glaube selbst im normalen Leben findet sich dieses Szenario täglich wieder.

Rosita Hoppe schreibt so leicht und voller Charme, dass die Protagonisten einem einfach ans Herz wachsen. Und auch bei einem Buch mit sehr wenig Seiten schafft es die Autorin, eine spannende Story hineinzubringen, ohne dass es zu kurz wirkt. Was mir auch gefallen hat, war, dass es eine abgeschlossene Geschichte ohne offene Fragen ist, denn für ein Happy End garantierten ihre Bücher immer. Auch das Cover des eher unscheinbaren Buchs ist liebevoll gestaltet worden: Ein Pärchen auf einer Wiese, Kopf an Kopf liegend, und eine kleine Schäfchenwolke in Form eines Autos beschreibt sehr schön den Titel des Buches.

Ich hoffe auch ihr werdet einmal in den Genuss von diesem Buch kommen und dann genauso begeistert sein, wie ich es immer noch bin.

Montag, 5. März 2012

Die Saga von Ynsanter von Anette Eickert

Die Ynsante-Saga besteht bisher aus drei Büchern, „Ynsanter – Seele des Feuers“ Band eins und zwei, sowie dem Buch “Pech und Schwefel”. Band eins und zwei erschienen bereits im Jahr 2009, der dritte Teil im folgenden Jahr, Verleger ist bei allen dreien Novum Publishing. Mein Dank gebührt der Autorin Anette Eickert für die Bereitstellung aller drei Leseexemplare.

Am Anfang war die Göttin, sie erschuf das Land Zanthera und somit Flora und Fauna. Vor allem die Wächter dieser Welt bekamen ein besonderes Augenmerk, sie sollten die Elemente bewachen. Die Wächter waren die schönsten Geschöpfe, geschuppt, mystisch gekleidet, und sie vermochten Feuer zu speien. Doch auch die Göttin zeugte ein Kind aus ihrem eigen Fleisch und Blut, das frei auf Zanthera wandelt und Zevenaar genannt wurde. Zevenaar erschuf das göttliche Schwert Ynsanter, das Schwert des Feuers und ein Teil seiner Sehnsucht nach Liebe. Aus Wut auf seine Mutter spaltet er das Land und zieht sich zurück, so wie die Wächter, welche immer weniger im Land gesehen werden.

Das einzige Volk waren die Iyana, die im Einklang mit der Natur lebten bis Fremde sich ihr Land und ihr Leben aneignen wollten. Die Göttin verwehrte ihre Hilfe in den Kämpfen gegen die Eindringlinge, die Menschen. Allein Zevenaar hörte ihre Hilferufe und schürte ihre Kraft – seit jeher werden sie Raukarii genannt, die Dunkelelfen.

Doch ein paar Iyana blieben, wie sie erschaffen wurden, und verbargen sich in den nördlichen Wäldern, Sie werden auch “die Feen” genannt. Seit jeher sucht jedes Volk nach dem göttlichen Schwert “Ynsanter”. Der Iyana-Krieger Ataran wird von dem Volk der Raukarii gefangen genommen. In deren Gefangenschaft lernt er seine große Liebe kennen, doch auch sie ist eine Raukarii. Sein Sohn Norion wird geboren. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den kleinen. Mit Hilfe der sonderbaren Zwillingsbrüder Ronor und Nomarac beginnt seine mystische Reise.

Norion hat sich mit den Zwillingsbrüdern verbündet. Ihre Verfolger wittern eine Chance und schicken den geheimnisvollen Raukarii Neferrlfon auf ihre Spur. Für Norion und seine Verbündeten beginnt eine Reise voller Intrigen, Liebe und Macht.

Die Zwillinge Ronor und Nomarac sind die Kinder des Hohepriesters, doch ihre Existenz hängt am seidenen Faden, und nur der Bruder ihres Vaters, der höchste Mann im Land, kann ihre wahre Herkumpft beweisen. Ihr Dorf wird überfallen und beide Elternteile werden getötet. Keiner glaubt ihnen, dass sie die Söhne des toten Hohepriesters sind, und so werden sie Aussätzige.
Weeran´s nimmt sie bei den Straßenleuten auf und unterweist sie in allen überlebenswichtigen Dingen, doch sie werden geschnappt und gefangen gesetzt. Yeantas, ein reicher Bewohner der Stadt, erkennt die beiden und lässt sie für sich arbeiten, er will ein Preisgeld von ihren Onkel erzwingen. Ronor wird von Douzril vergewaltigt, doch er wird gefangen und von Yeantas gefoltert. Eine Hure des Hauses erkennt auch ihre wahre Identität und verhilft den beiden zur Flucht.
Doch Freunde von Douzril suchen nach ihnen…

Anette Eickert hat eine völlig neue Welt erschaffen, mit eigenen Völkern, Umwelt und Geflogenheiten. Doch leider fehlt der Welt ein kleiner Feinschliff. Der Schreibstil in allen drei Büchern ist sehr fesselnd und lässt den Leser nicht vor dem letzten Wort los. Auch die Karte, die man unbedingt zur Orientierung beim Lesen benötigt, ist sehr Detailreich in allen drei Bänden und am Anfang der Seiten zu finden. Jeder, der die Reise in eine Fantasiewelt wagen möchte, dem kann ich Ynsanter und alle noch folgenden Bände nur empfehlen. Ich würde eine Minderung des Verkaufwertes des Buches befürworten, rund 20 Euro für ein Taschenbuch bezahlt nicht jeder Leser.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Dustlands - Die Entführung von Moira Young

Ich möchte euch heute “Dustlands – Die Entführung” wärmstens ans Herz legen. Dies ist Moira Youngs Debütroman in Deutschland und mit diesem hat sie mein Leserherz schon in Sturm erobert. Dank der Fischerverlage, die das atemberaubende Cover gestaltet und mir ein Leseexemplar zugesandt haben,
können die Leser in Deutschland seit dem 15. Dezember 2011 ihr Exemplar im Handel erwerben. 450 fesselnde Seiten führen nach Dustland, einem Ort irgendwann in der Zukunft, irgendwo auf der Welt.

Vor der Trockenzeit war der Silverlake ein schöner, kristallklarer See mit fruchtbarem Boden an seinem Ufer, welcher vielen Familien eine Lebensgrundlage bot. Nun ist dort kein Leben mehr möglich, das Dustland hat sich ausgebreitet, der Boden ist trocken und weist große Wüstenplatten auf. Die letzten Bewohner am Ufer sind die Zwillinge Lugh und Saba, sowie ihr Pa und die kleine Schwester Emmi, doch auch diese können nicht mehr alles für ihr notwendiges Überleben aufbringen. Ihre Hütte besteht aus den Resten, die die Abwrackerleute dort zurück gelassen haben, wie alte Bleche, Reifen und viele andere Dinge. Saba liebt ihren Bruder Lugh über alles, doch Emmi ist ihr buchstäblich ein Dorn im Auge, denn bei Emmis Geburt ist ihre Mutter gestorben und somit hat Emmi die Schuld an allem.

Seit diesem Tag ist ihr Pa in sich gekehrt und kümmert sich nicht mehr um seine Kinder. Lugh wird zum Oberhaupt der kleinen Familie und Emmi tritt immer in seinen Schatten. Saba nervt dieses Verhalten, da sie fast nie in Ruhe mit Lugh über ihre Situation reden kann. Sabas Pa kann Sterne deuten, und seit dem Tod der Mutter macht er nichts anderes mehr. In den Sternen versucht er die Zukunft seiner Kinder zu ergründen und weiß Dinge, die erst noch geschehen werden. Ebenso an jenem schicksalhaften Tag. Eine riesige rote Sturmfront rollt auf die Hütte zu, Pa und Emmi bringen sich in dem extra angelegten Sturmschutzkeller in Sicherheit, doch Lugh und Saba werden brutal überrollt. Doch hinter der Wolke lauert die eigentliche Gefahr, auf zotteligen Mustangs stehen die Tontons vor den beiden Geschwistern. Saba ist jedoch nur Luft für sie. Lugh ist der Grund, weswegen sie in die Einöde geritten kommen und so nehmen sie ihn, trotz Gegenwehr von Saba, gefangen. Auch Sabas Pa bemerkt es und versucht seinen Sohn zu befreien, doch diese Tat muss er mit dem Leben bezahlen.

Saba ist verzweifelt, denn nun ist sie nicht nur Vollweise, sondern auch ihres geliebten Zwillingsbruders beraubt und steht mitten in dem Dustland mit ihrer verhassten Schwester. Zusammen mit ihrer verängstigten Schwester macht sie sich auf den Weg, ihren Bruder zu befreien und mit ihm und Emmi ein neues, besseres Leben anzufangen. Unterwegs lernt sie nicht nur Meave und die Kriegerinnen der Free-Hawks kennen und rettet ihr eigenes Leben, sondern lernt auch den Kämpfer Jack kennen und lieben …


Liebe Leser aufgepasst, dies ist kein gewöhnliches Buch, denn es enthält keine Anführungszeichen für Gespräche oder Gedanken, was bei der Spannung und dem Fesselvermögen der Story keinerlei Abbruch tut. Ganz im Gegenteil, einmal angefangen kommt man aus Sabas Welt nicht mehr hinaus. Da das komplette Buch von Saba erzählt wird, gibt es einen großen Einblick in die Seele der Protagonistin und erklärt dem Leser bildhafter, wie Saba sich in ihre Umgebung einzufügen vermag. Auch die Einbindung vieler Nebencharaktere und deren Wirkung auf Sabas Leben, machen das Buch zu einem besonderen Lesevergnügen.

Saba wirkt am Anfang der Story sehr störrisch und eifersüchtig, doch zum Ende hin lernt sie, Gefühle zu zeigen und vor allem den Zusammenhalt zu anderen Menschen zu festigen, denn bisher hatte sie nur eine starke Bindung zu Lugh. Eine Nebenfigur ist mir persönlich sehr im Gedächtnis geblieben und das ist Jack, der Kämpfer, den Saba in Gefangenschaft kennenlernt, und mit dem sie die witzigsten, gefühlvollsten und Action-geladensten Momente durchlebt. Doch allem voran bin ich durch die Covergestaltung – lange vor dem Erscheinen – auf das Buch aufmerksam geworden. Als ich es in den Händen hielt, waren auf dem Schutzumschlag die trockenen Risse im Wüstenboden klar fühlbar, was einem noch mehr zum Lesen des Buches verleitet.

Leider bleiben, bei mir als Leser, zum Ende des Buches hin viele Fragen offen, zum Beispiel, wie es zur Entstehung des Dustlands kommen konnte oder was es mit dem verrückten König auf sich hat. Doch noch macht mir der zweite Teil Hoffnung, meine Antworten zu bekommen und zu erfahren, wie es mit der kleinen Familie und der Liebe zu Jack in Sabas Leben weitergehen wird.

Freitag, 24. Februar 2012

... und der Preis ist dein Leben - Mächtiger als der Tod von C. M. Singer

Vor einiger Zeit bekam ich von der Autorin C. M. Singer drei packende und wunderschöne Bücher zugeschickt. Hierfür möchte ich mich herzlich bedanken. Nun möchte ich euch den ersten Band mit dem Namen „... und der Preis ist dein Leben – Mächtiger als der Tod“ vom AAVAA-Verlag UG vorstellen. 
Auf den 317 Seiten wird der Leser in eine Welt voller Geheimnisse und Mythen, aber auch von alltäglichen Problemen, Liebe und Mut, entführt.

Elizabeth hatte ihre Karriere eigentlich anders geplant. Sie wollte eine große Redakteurin werden, wie in ihrer Heimatstadt Oxford. Nur leider sieht die Realität in London ganz anders aus. Von ihrem Freund und dem Glück verlassen, kämpft sich Liz durch eine WG mit einer Künstlerin und einem Schwulen, die ihr Liebesleben nicht verstecken. Als sie dann in eine eigene Wohnung zieht, wird sie von ihren Eltern unterstützt, damit sie überhaupt die Miete bezahlen kann. So viel zum Thema Selbständigkeit.

Als wenn das noch nicht genug wäre, muss sie auch noch beim „London Star“ arbeiten, dem größten Klatsch- und Tratsch-Magazin in ganz England. Als der Redakteur der Zeitung ihr den Auftrag gibt, über die vielen Teenagermorde zu berichten und vor allem mit den Verwandten zu sprechen, wittert sie ihre Chance. Sie hat genug davon, über Hundeshows und irgendwelche Belanglosigkeiten zu berichten. Als sie während ihrer Recherchen auf den Polizisten Daniel Mason trifft, weiß sie nicht, dass das der Anfang einer Liebe ist, die über den Tod hinausgeht. Denn als sie in einen angesagten Club in London geht, um Daniel Mason über die Morde auszufragen, ahnt sie nicht, dass dieser Abend der schönste, aber auch schrecklichste ihres Lebens wird. Denn Daniel wird vor ihren Augen getötet. Doch kann eine Liebe den Tod überwinden?

„... und der Preis ist dein Leben – Mächtiger als der Tod“ ist ein wundervoller Auftakt der Trilogie „... und der Preis ist dein Leben“ von C. M, Singer. Ich war sehr gespannt auf das Buch, weil mich der Klappentext schon sehr angesprochen hat. Das Buch ist flüssig und sehr interessant geschrieben und man kann der Handlung sehr gut folgen!

Das Buch ist sehr emotional, aber noch lange kein Kitschroman. Die Spannung ist auf jeder Seite zu fühlen. Man kann es kaum abwarten, zu wissen, wie es mit Elizabeth und Daniel weiter geht. Die Autorin greift das Thema „Geister“ wieder auf und verarbeitet es sehr glaubwürdig. Auch wenn Daniel tot und ein Geist ist, liebt Elizabeth ihn ohne jeden Kompromiss. Auch, wenn sie durch Welten getrennt sind und sich nicht richtig berühren können, wächst ihre Liebe ins Unermessliche. Elizabeth hat eine sehr starke Persönlichkeit, auch wenn oder vielleicht weil sie soviel mitgemacht hat. Sie versucht alles, um Daniel zurück zu bekommen und stürzt sich für ihn in eine Gefahr nach der anderen. Man bekommt auch einen Eindruck von der Stärke der Freundschaften zwischen Liz, wie Daniel sie immer nennt, und ihren Freunden. Anfangs sagt Liz selbst, dass ihre Freundinnen alle verheiratet sind und deswegen wenig Zeit haben, doch als es drauf ankommt, z.B. als Elizabeth gerade den Tod von Daniel miterlebt hat, ist Vivian für sie da. Ich finde, im Allgemeinen werden die Beziehungen zwischen den einzelnen Personen sehr realistisch und detailgetreu wiedergegeben. Das ganze Buch trotzt vor Spannung und durch die liebevolle Beziehung von Elizabeth und Daniel bekommt man Lust auf mehr! Das Cover zeigt, so denke ich, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von London: die Houses of Parliament. Da das ganze Buch in London spielt, finde ich es eine wunderschöne Idee.
Alles in allem ist „... und der Preis ist dein Leben – Mächtiger als der Tod" jedem zu empfehlen, der ein wunderschönes Buch für kalte Abende braucht!