Viele die uns auf Facebook folgen, wussten es schon. Wir haben einen E-Book Reader 4 INK von Weltbild bekommen mit einer passenden Neopren Tasche zum Verlosen. Für diese Möglichkeit möchten wir Weltbild danken. Wir freuen uns natürlich so einen tollen Gewinn an euch verschenken zu können.
Aber da wir nur einen Reader bekommen haben, kann auch wie immer nur einer gewinnen. Dieses Mal haben wir uns mal etwas ganz anderes einfallen lassen. Wir werden zwar, wie sonst auch den Gewinner per Zufallsgenerator aussuchen, aber dieses Mal wird es schwieriger in den Lostopf zu kommen.
Was ihr dafür tun müsst?
Ihr müsst 10 Fragen beantworten und die Lösungen an unsere Email Adresse:
mit dem Betreff "Gewinnspiel" schicken. Nur wenn alle Fragen korrekt sind kommt ihr in den Lostopf. Alle Antworten findet ihr mit ein bisschen suchen auf unseren Blog.
Frage 1: Wieviele Team Mitglieder hat Buecher-Fans?
Frage 2: Ergänze unseren Slogan mit Hilfe unseres Trailers:
"Bücherfans reisen auf ...."
Frage 3: Wann wurde Buecher-Fans.blogspot.de gegründet?
Frage 4: Nenne uns Buchtitel und Autor
Frage 5: Nenne uns Buchtitel und Autor
Frage 6: Nenne uns 4 Genre aus unserem Forum in der Bücherecke
Frage 7: Zu welcher Film/Pressevorführung durfte Buecher-Fans zuletzt? Frage 8: Welches Maskottchen hat Buecher-Fans? Frage 9: Wie viele Interviews führten wir bisher? Frage 10: Wie viele Punkte (Schmetterlinge) können die Rezensentinnen maximal für eine Rezension vergeben?
Das Gewinnspiel startet heute am 14.06. und endet nächste Woche Freitag am 21.06. um Mitternacht. Wir wünschen euch allen Viel Glück!
„Seelen“ von Stephenie Meyer (Original „The Host“) umfasst 862 Seiten und ist 2008 bei Carlsen in deutscher Sprache erschienen. Jetzt wurde der Roman verfilmt und kommt am 13.6. 2013 ins Kino. Ich bedanke mich beim Concorde-Filmverleih, der "Seelen" in die deutschen Kinos bringt, dass ich der Pressevorführung beiwohnen durfte.
In diesem Sciencefiction-Roman ist die Erde in einer fernen Zukunft von parasitären Lebewesen übernommen, den sog. Seelen. Sie werden in den Wirtskörper eingepflanzt und verdrängen dessen Persönlichkeit vollkommen. Fortan leben die Seelen das Leben ihrer Gastgeber weiter, aber in einer völlig friedlichen Zivilisation mit perfekter medizinischer Versorgung, ohne Krieg oder Aggressionen untereinander.
Aber auf der Erde stoßen sie auf Widerstand. Es gibt rebellische Zellen, die sich verstecken und der Übernahme entkommen wollen. Sie werden von gnadenlosen Suchern gejagt, die auch die letzten Menschen zur Übernahme finden wollen. Wir begleiten eine besonders erfahrene Seele, Wanderer (später Wanda), die der jungen Rebellin Melanie Stryder nach deren Ergreifung eingepflanzt wurde um so an das Versteck der Menschen zu gelangen. Doch Melanie wehrt sich. Sie ist nicht bereit ihre Persönlichkeit der Seele zu überlassen und macht Wanderer das Leben schwer. Diese kann zwar teilweise die gewünschten Informationen an ihre Sucherin weitergeben, aber sie ist nicht in der Lage gewisse Mauern, die Melanie errichtet hat, zu durchbrechen. Langsam beginnen die beiden Frauen in einem Körper einen Dialog. Melanie zeigt Wanderer Erinnerungen an ihren Gefährten Jared, den sie liebt. Und da ist auch noch ihr jüngerer Bruder Jamie, den sie mit aller Macht, die ihre schwesterliche Liebe und Fürsorge bieten kann, schützen will. Dem kann sich Wanderer nicht entziehen, auch sie lernt diese beiden Menschen zu lieben. Sie beginnt der Sucherin Informationen vorzuenthalten. Als beschlossen wird, da Wanderer nicht so funktioniert wie von ihr erwartet, diese einem anderen Wirt zuzuführen und die Sucherin in Melanie zu implantieren und sie nach erfüllter Mission zu entsorgen (sprich töten), gibt es nur eine Möglichkeit: Flucht! Denn beide wollen Jared und Jamie bedingungslos schützen.
Sie fliehen völlig unzureichend vorbereitet in die Wüste und folgen Aufzeichnungen von Melanies Onkel Jeb, die zu einem Versteck führen wie Melanie hofft. Jeb findet Wanderer tatsächlich 3 Tage später halbtot in der Wüste ... und die Schwierigkeiten nehmen ihren Lauf. Jeb hat tatsächlich eine Höhle, in der knapp 30 Menschen Zuflucht gefunden haben, und es ist keiner begeistert einen Parasiten, wie sie von Seelen besetzte Menschen nennen, bei sich zu haben. Alle haben Angst, dass Wanderer die Sucher auf ihre Fährte gebracht hat. Doch Jeb ist ein alter Fuchs, der genau beobachtet und sich seinen Teil denkt. Am schlimmsten ist jedoch Jareds Reaktion, der sich auch in der Höhle befindet. Er ist voller Abscheu und Ablehnung und schlägt Wanderer halb tot. Bevor sie zusammenbricht fragt sie ihn noch, ob Jamie auch dort ist und bedankt sich bei Jared, dass er ihn auch in Sicherheit gebracht hat.
Als Wanderer wieder aufwacht, ist sie eine Gefangene. Melanie verzehrt sich vor Liebe nach Jared, der sie bewacht, und auch Wanderer ist sich ihrer Liebe zu diesem Mann bewusst. Er bringt es aber nicht übers Herz sie zu töten, was allerdings andere Bewohner der Höhle gerne täten, allen voran Kyle. Wenn der Doc sie nicht haben kann, dann soll „Es“ sterben. Er greift Jared an. Kyles Bruder Ian verteidigt Kyle und Wanderer will Jared verteidigen. Jeb kann das Schlimmste verhindern. Er stellt die Regel auf, dass derjenige, zu dem der Körper gehört hat, entscheiden soll was mit ihm passiert.
Endlich trifft sie auch Jamie. Er ist sofort auch an Wanderer interessiert, will wissen wo sie herkommt. Nach ein paar Tagen stellen die Sucher die Suche nach der vermissten Wanderer ein, aber nicht deren zugeteilte Sucherin. Diese macht im Alleingang weiter und durchkämmt immer wieder die Wüste. Wanderer erklärt, dass sie vor der Sucherin geflohen ist und das Versteck nicht preisgegeben hat, sonst hätten sie gezielt gesucht und würden nicht aufgeben. Sie habe allein zu Jared und Jamie gewollt. Ian wird daraufhin unsicher und überdenkt seine Einstellung, aber Jared hält sie für eine Art Super-Sucher.
Als Jared auf einen Beutezug zur Lebensmittelbeschaffung muss, nutzt Jeb die Gelegenheit und beginnt Wanderer in die Gemeinschaft zu integrieren. Er nennt sie fortan Wanda. Sie darf in Jareds Wohnhöhle schlafen und Jamie leistet ihr Gesellschaft. Ihm erzählt sie von den Welten da draußen. Schließlich ist das Vertrauen so groß, dass sie ihm bestätigt, dass Melanie noch da ist.
Wanda fängt an überall mitzuarbeiten, sei es bei der Feldarbeit, in der Küche oder beim Kleiderwaschen im unterirdischen Fluss. Anfangs sorgen Jeb, Jamie oder Ian mit dem Gewehr für ihre Sicherheit, aber mit der Zeit tritt eine gewisse Akzeptanz ein. Botengänge für Jeb sorgen auch dafür, dass sie sich besser auskennt. Sie soll sogar abends nach dem Essen von den anderen Welten erzählen. Und dann stellen sich erste Kontakte ein, Wanda gewinnt Freunde! Das ist eine ganz neue Erfahrung für sie, die sie von keiner ihrer bisherigen Welten kennt.
Doch dann kehrt Jared zurück und er ist überaus angepisst von der neuen Situation. Er will Wanda auf der Stelle erschießen. Jeb erklärt, dass nicht nur Jared das Entscheidungsrecht hat, sondern auch Jamie! Jared fühlt sich von Jeb verraten und hintergangen. Und Jamie ist wie gelähmt, dass Jared Wanda töten will. Es kommt zur Auseinandersetzung zwischen Jared und Jamie. Die Enttäuschung des Jungen lässt Jared klarer sehen und er geht dem Jungen nach.
Die Lage entspannt sich wieder und jetzt traut sich auch Ian Wanda nach Melanie zu fragen. Sie bejaht ihm gegenüber, dass Melanie noch da ist. Wanda bezeichnet sich als Verräterin, aber Ian hält sie für eine Emigrantin, die ihre Gesellschaft verlassen habe.
Schließlich kommt auch Jared zu Wanda und fragt nach Melanie. Diese möchte ihre Liebe zu Jared rausschreien, aber Wanda ist vorsichtig und wartet ab, denn Jareds Blick ist noch voller Abscheu. Allerdings gefällt es ihr neben Jared zu sitzen, was Melanie wiederum nicht witzig findet. Melanie überflutet Wanda mit Erinnerungen an Jared von früher und will sie so zum handeln bringen. Jared stellt eine Überlegung nach der anderen an, aber Wanda traut sich nicht ihm zu sagen, dass Melanie noch da ist. Schließlich küsst Jared Wanda! Wandas Gefühle für Jared explodieren und Melanie reagiert darauf mit Eifersucht. Sie benutzt Wandas Faust und schlägt Jared. Wanda fühlt sich ob dieses Tests wie eine Laborratte und Melanie ist auch ganz außer sich. Aber: Jared ist jetzt unsicher, ob es nicht doch stimmt, dass Melanie da ist, wie Jeb, Jamie, Doc und Ian behaupten. Er versichert Melanie, dass er sie geküsst habe und nicht Wanda und dass er sie liebt...
Wie können die beiden Frauen mit der Eifersucht umgehen? Und warum ist Ian plötzlich so um Wanda besorgt? Ist eine Dreier-Beziehung in zwei Körpern nicht schon kompliziert genug? Was bringt die Zukunft in der Höhlen-Gemeinschaft? Es lauern Tod und Verletzung ohne Medikamente. Was ist Docs großes Geheimnis? Und welches Wandas? Zu allem Überfluss taucht die Sucherin mit einem Helikopter auf! Und Kyle hat auch noch nicht aufgegeben! Kann es eine Zukunft für die Gruppe und die Menschen geben und eine Lösung für die große Liebe?
Frau Meyer ist mit Seelen nach der „Twilight“-Saga abermals eine große Lovestory gelungen, die berührt. Sie schreibt flüssig und vermag mit ihren Worten nicht nur Landschaften vor dem inneren Auge entstehen zu lassen, sondern auch Seelenzustände – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Cover zeigt eine Gesichtshälfte von Melanie, aus der einem der Silber reflektierende Augenkranz von Wanda entgegen leuchtet. Darunter der verspielte Schriftzug des Titels in erhabener Schrift. Sehr cool.
Die Idee, die Frau Meyer da entwickelt, ist durchaus interessant und wirft Fragen auf, etwa was den Menschen ausmacht. Dass er aufrecht geht und eine Kultur entwickelt hat? Ist er beliebig austauschbar und immer noch ein Mensch? Sind Seelen tatsächlich die besseren Menschen? Oder gehört sein ganz persönliches Wesen dazu, um den Menschen komplett zu machen, auch wenn er bisweilen gewalttätig ist?
Man braucht etwas Muse zum lesen, aber mich hat das Buch gefesselt. Die Story ist gut durchdacht und in aller Konsequenz zu ende gebracht. Die Charaktere vermögen zu begeistern und der ständige Konflikt zwischen Wanda und Melanie in einem Körper um Jared ist mal was anderes. Als dann noch Ian dazu kommt, wird es richtig kompliziert.
Nicht weniger turbulent kommt der Film daher. Mit Saoirse Ronan als Melanie/Wanda, Max Irons als Jared und Jake Abel als Ian hat Andrew Niccol den Roman in einen 2-Stunden-Film adaptiert und die Charaktere stimmig besetzt. Die unermüdliche Sucherin wird von Diane Kruger knallhart gegeben. Das Tempo des Films ist deutlich höher als das des Buchs, denn die Handlung musste natürlich mehrfach gestrafft werden. Auch wurden einige Action-Sequenzen ergänzt, die dem Film zusätzlich Speed verleihen. Die sterile Welt der Seelen ist stylish umgesetzt, die Wüste sorgt für großes Panorama. Die Muse bleibt dabei allerdings ein bisschen auf der Strecke.
Wenn zum Abspann „Radioactive“ von Imagine Dragons erklingt, geht man aber gut gelaunt nach 2 Stunden guter Unterhaltung aus dem Kino und hat einen Ohrwurm für den Rest des Tages.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass zur Verfilmung von "Seelen" eine Film-Ausgabe mit dem Filmplakat auf dem Cover erschienen ist, das die drei Hauptdarsteller zeigt, und das Making-of "Seelen - Das offizielle Buch zum Film" von Mark Cotta Vaz, dessen Cover an das Original angelehnt ist.
Ich kann Buch und Film jedem empfehlen, der Sciencefiction mag und auf große Lovestorys steht.
„Bitterzart“ von Gabrielle Zevin, im Fischer Verlag erschienen, war eines meiner Wunschbücher. Und dank „Blogg dein Buch“, die uns für eines der zahlreichen Rezensionsexemplare ausgewählt haben, konnte ich das Buch einige Tage später in der Hand halten. Auf 544 Seiten können wir eine Welt, in der Schokolade und Kaffee illegal sind, und eine taffes junges Mädchen namens Anya Balanchine erleben.
New York 2083: Die Stadt ist pleite, Rohstoffe wie Papier sind knapp und Kaffee und Schokolade sind illegal. Was würdest du tun? Anya Balanchine muss sich um ihre Geschwister Natalya (Natty) und Leo sowie ihre kranke Großmutter kümmern. Denn obwohl Leo ihr großer Bruder ist, ist er nach einem Attentat geistig behindert. Und somit ist Anya nun das Familienoberhaupt der Balanchines. Doch damit nicht genug. Anya befindet sich in einer Beziehung zu Gable, einem Typen, der definitiv nicht gut für sie ist. Er stiehlt ihre Schokolade, und wäre Leo nicht im Zimmer erschienen hätte er sie vermutlich noch zum Sex gezwungen. Daraufhin trennt sich Anya von Gable. Dann ärgert sich Anya noch mit ihrer restlichen Familie rum und in der Schule muss sie Strafdienst verrichten, weil sie ihrem jetzigen Ex-Freund heiße Lasagne über den Körper schüttete. Zum Glück steht ihr ihre beste Freundin in jeder Lebenslage bei und es taucht auch noch ein neuer Schüler mit Namen Win in der Schule auf, der sie zwar anfangs nicht weiter zu interessieren scheint, aber dem sie sich doch verbunden fühlt. Doch es gibt ein Problem. Er ist der Sohn des Oberstaatsanwalts und steht somit auf der anderen Seite des Gesetzes als sie und ihre Familie. Außerdem steht ihre beste Freundin Scarlet auf ihn, was Win für sie zu einem Tabu macht. Es ist Anya natürlich nicht vergönnt etwas Normalität in ihr Leben zu bringen, denn kurze Zeit später wird Gable ins Krankenhaus eingeliefert. Die Diagnose: Vergiftung. Die Schokolade, die er von Anya gestohlen hatte, war vergiftet. Sie wird daraufhin in das Gefängnis „Liberty“ gebracht und in den Keller gesperrt. Scarlet und Win halten auch in dieser Lebenslage zu ihr. Als raus kommt, dass sämtliche Schokolade vergiftet war, wird Anya frei gelassen und lernt auf diesem Weg den Vater von Win kennen, der ihr von einer romantischen Beziehung zu Win abrät. Die Zwei halten sich nicht an den Rat von Charles Delacroix und beginnen eine Beziehung, die aufgrund von Anyas katholischen Glauben eher harmlos bleibt. Es scheint, als hätte Anya endlich ein bisschen Glück, doch dann bricht das Chaos aus und Anya muss sich entscheiden, wem sie vertrauen kann...
Ich ging mit einem guten Gefühl an das Buch. Der Klappentext versprach eine sehr neue und spannende Geschichte mit interessanten Charakteren. Leider wurde ich etwas enttäuscht. Natürlich ist die Geschichte auf ihre Art und Weise neu und ich entdeckte sehr viel Potential in den Ideen der Autorin, aber leider wurde dieses nicht vollkommen ausgeschöpft. Die Beschreibungen der Gesellschaft wirkten unvollständig. Politische, soziale und gesellschaftliche Elemente wurden sehr oberflächlich erklärt bzw. behandelt. Zum Glück konnten die Charaktere dieses Manko wettmachen. Anya musste schon sehr früh erwachsen werden, da sie sich um ihre Geschwister und ihre kranke Großmutter „Nana“ kümmern muss. Sie wirkt einerseits sehr fortschrittlich, andererseits etwas engstirnig, da sie sich zum Beispiel mit der für sie sehr neumodischen Führung von der Priesterin ihrer Schule nicht anfreunden will. Ich finde es sehr interessant, wenn solche Gegenseitigkeiten sich in einer Person konzentrieren. Ich konnte mich gut in Anya hinein versetzen, auch wenn mir ihr katholischer Glaube fremd war. Das perfekte Gegenstück dazu ist Win. Er kommt aus einer sehr bodenständigen Familie, auch wenn sein Vater der Oberstaatsanwalt ist. Win hat keine Vorurteile und er ist sehr offen in seinen Handlungen, seinen Überzeugungen und für neue Ideen. Er war mir von Anfang an sehr sympathisch und ein Junge, in den sich die meisten Mädchen verlieben würden. Auch die eigentlichen Nebenfiguren und ihr Charakter wirken sehr ausgeklügelt. Scarlet, die beste Freundin von Anya, ist keck und lebhaft. Auf manche könnte sie etwas naiv wirken, doch unter ihrer Oberfläche, denke ich, ist sie ein sehr intelligentes und aufgewecktes Mädchen. Von Gable weiß ich nicht was ich halten soll. Man kann nicht wirklich erkennen, ob er seine Taten bereut. Somit bleibt er ein kleines Geheimnis und jeder muss für sich selbst entscheiden, was er von Anyas Ex-Freund hält. Auch die Konstellation der Familienmitglieder ist Gabrielle Zevin sehr gut gelungen. Zwar sind ein behinderter Bruder und eine todsterbenskranke Großmutter nichts Revolutionäres, aber es hat mich emotional sehr angesprochen. Ich finde die Idee, dass drei Geschwister in einem Mafia-Milieu aufwachsen müssen wirklich bahnbrechend, da ich so eine Geschichte vorher nicht gekannt habe. Mit ihrem Schreibstil konnte Gabrielle Zevin bei mir ebenfalls punkten. Dieser ist sehr flüssig und lückenlos. Ihre Beschreibungen sind plausibel und nachvollziehbar.
Auch wenn einiges an Potential verschwendet wurde, ist diese Liebesgeschichte durchaus gelungen und ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der keine Furcht hat, in eine Geschichte abzutauchen, in der Schokolade und Kaffee illegal sind.
„Hades“ ist der zweite Teil der Engelstrilogie von Alexandra Adornetto. Erschienen ist der Roman im November 2012 und umfasst 496 Seiten. Ich danke dem Rowohlt-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensions-Exemplars.
Ein halbes Jahr ist vergangen seit Erzengel Gabriel den finsteren Jake Thorn dorthin zurück verbannt hat, wo er hingehört: in die Hölle! In Venus Cove herrscht endlich wieder Frieden. Bethany und Xavier sind überglücklich und kaum voneinander zu trennen. Bis zu jener schicksalhaften Halloween-Party. Denn durch einen Fehler bei einer Séance, die Bethanys Freundinnen in ihrem Beisein abhalten, gelingt Jake die Rückkehr auf die Erde und er verfolgt nur ein einziges Ziel: Engel Bethany endlich für sich zu gewinnen. Mit Hilfe eines fiesen Tricks lockt er sie zu sich und entführt sie in sein Reich. Xavier muss hilflos dabei zuschauen. In der Hölle bietet Jake ihr einen furchtbaren Deal an: Er verschont Xaviers Leben, wenn sie bei ihm bleibt und sich ihm hingibt. Beth ist entsetzt und hin- und hergerissen. Soll sie wirklich darauf eingehen, wenn dies doch bedeuten würde, nie wieder mit Xavier vereint zu sein? Oder Wird es Xavier, Gabriel und Ivy gelingen, Beth rechtzeitig zu retten? Kann ein Engel in der Hölle überhaupt überleben?
Ich bleibe nach dem Lesen dieses Buches ein wenig zwiespältig zurück. Die Geschichte war wieder äußerst interessant. Ein Engel, der in die Hölle entführt wird, das liest man nicht sehr oft.
Bethany war es, die mich diesmal fast ein wenig enttäuscht hat. Natürlich, sie ist verliebt in Xavier wie eh und je und sie leidet dadurch furchtbar, als sie ihr Dasein getrennt von ihm in der Hölle fristen muss. Dennoch hatte ich mir, ehrlich gesagt, ein wenig mehr Stärke und Kampfgeist von ihr erhofft. Nicht nur einmal hat mich ihr unerwartetes, beinahe schon widersprüchliches Verhalten den Kopf schütteln lassen.
Die anderen Charaktere haben mir wieder sehr gut gefallen. Allen voran Xavier, der in diesem Buch mehr und mehr erwachsen zu werden scheint. Und auch bei Gabriel schien sich eine gewisse Entwicklung anzudeuten, was mich neugierig auf den dritten Band macht. Neben den altbekannten Figuren lernen wir in „Hades“ auch neue Charaktere kennen. Da wären Hanna und Tucker, Menschen die ebenfalls durch eine List Jakes in die Hölle befördert wurden und ihm nun dienen müssen. Und Opa Luzi (auch bekannt als Luzifer), der in diesem Band aber nur eine, wie ich finde, relativ kleine Rolle spielt. Tucker war mir sofort sehr sympathisch und ich hoffe, dass wir nicht das letzte Mal von ihm gelesen haben. Nachdem Jake in „Halo“ eher nur eine Nebenfigur darstellte, avanciert er diesmal zu einer (wenn auch bösartigen) Hauptrolle. Dadurch, dass ein Großteil der Handlungen in seinem Reich stattfindet, lernt man ihn besser kennen.
Alexandra Adornettos Schreibstil hat mir auch diesmal sehr gut gefallen. Er ist flüssig und sehr gut zu lesen. Ihre Art Dinge und Orte zu beschreiben, lässt die Sachen vor dem inneren Auge nahezu aufleben. Man fühlt sich mittendrin in der Geschichte. Das Cover hat mir wieder sehr gut gefallen. Zeigt es die Silhouette eines Engels zwischen Himmel und Hölle. Ein kleines Manko ist jedoch, dass es diesmal ein Hochglanz-Cover ist und nicht mehr so schön matt wie beim letzten Band. Trotzdem passen beide von der Aufmachung prima zueinander und machen sich sehr gut im Buchregal.
Alles in allem hat mir „Hades“ gut gefallen, trotz Bethanys Schwächen. Allerdings hatte ich mir ein wenig mehr Spannung erhofft. Bethanys (ja leider sehr spärlich ausfallenden) Widerstandsversuche bringen zwar immer mal wieder kurze Spannungsbögen rein, leider verebben diese dann recht rasch wieder. Erst zum Schluss wird es dann noch einmal richtig spannend und man fiebert förmlich mit Beth mit. Positiv fand ich, dass man, auch wenn die Handlung hauptsächlich in der Hölle spielt, trotzdem durch Bethanys Augen sehen konnte, was ihre Geschwister und Xavier tun, nachdem sie verschwunden ist. Ich bin dennoch gespannt darauf, was im dritten Band geschehen wird, mit welchen Widrigkeiten Beth und Xavier dann zu kämpfen haben werden. Für fünf Schmetterlinge hat es leider nicht ganz gereicht, daher werden es vier.
„Die Verstummten“ ist der zweite Teil der Reihe um die Rechtsmedizinerin Carina Kyreleis und ihren Vater Kriminalhauptkommissar Matthias „Matte“ Kyreleis von Stefanie Fey. Der 432 Seiten umfassende Roman ist am 11. Februar 2013 im Heyne-Verlag und ich danke vielmals für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Eigentlich sollte es ein schöner, entspannter Nachmittag werden. Doch auf dem Weg zur Kindergartenabschlussfeier ihres Neffen entgeht Carina gemeinsam mit ihrem Vater nur knapp einem Unfall mit einem jugendlichen Geisterfahrer. Ganz der Kriminalhauptkommissar, nimmt sich Matte gleich des Falls an, und auch Carinas Berufskenntnisse sind kurz darauf gefragt: Als Matte und sie die Eltern des jungen Unfallfahrers benachrichtigen wollen, werden diese tot in ihrem Haus aufgefunden. Gemeinsam liegen sie auf dem Ehebett in ihren Hochzeitskleidern. Auf den ersten Blick ein einfacher Fall. Der Sohn erschoss seine Eltern und begeht dann aus Schuldgefühlen einen Suizid-Versuch. Doch schon sehr bald wird klar: Da steckt wesentlich mehr dahinter. Und Carina überschreitet mehr als einmal ihre Kompetenzen um herauszufinden, was es ist.
Doch nicht nur in diesem Kriminalfall hat Carina es mit einer Familientragödie zu tun, sondern auch privat erreicht sie eine niederschmetternde Nachricht. Die Frau, die sie über dreißig Jahre lang für ihre Mutter hielt, ist gar nicht mit ihr verwandt! Und zu allem Überfluss weigert ihr Vater sich standhaft, ihr Informationen über ihre leibliche Mutter zu geben. So muss die junge Gerichtsmedizinerin also in zwei „Fällen“ ermitteln.
Den ersten Teil der Reihe, „Die Gesichtslosen“, habe ich nicht gelesen, was jedoch keinerlei Problem darstellte. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und es gibt nur vereinzelte, kleine Rückblicke auf den Vorgänger, so dass man nicht vollkommen unwissend dasteht, wenn man diesen nicht gelesen hat. Zugleich ist es dadurch auch problemlos möglich, sich rückwirkend zu entscheiden, den ersten Band noch zu lesen, ohne dass dieser an Spannung verliert.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm leicht zu lesen. Die Geschichte wird aus der Sicht mehrerer Personen und teilweise auch in Rückblenden in die Vergangenheit erzählt, was einen anfangs unter Umständen schon mal ins Stolpern bringt. Nach einer gewissen Zeit, wenn man die Personen und die Umstände ein wenig kennengelernt hat, ist es jedoch kein Problem mehr zwischen den Ansichten zu wechseln.
Ein Aspekt, der mir sehr gefallen hat ist, dass die Autorin die RAF mit ins Spiel gebracht hat und so eine fiktive aber einleuchtende Erklärung für das Attentat auf Detlev Karsten Rohwedder im Jahre 1991 liefert.
Ein großes Manko für mich war jedoch, dass ich leider keinerlei Zugang zu keiner der Figuren finden konnte. Besonders Hauptprotagonistin Carina war mir von der ersten Seite an relativ unsympathisch und es wurde auch mit der Zeit nicht wirklich besser. Zwar kann man schon verstehen, dass eine Frau, die jahrelang wegen ihrer Familiengeschichte angelogen wurde, vielleicht ein wenig emotional reagiert. Aber dass sie nun in einem Wutanfall die halbe Wohnung ihres Vaters auseinandernimmt und in den merkwürdigsten Situationen beginnt die Leute anzuschreien, hat mich dann doch etwas befremdet.
Auch Matte konnte ich nicht wirklich verstehen. Statt seine Tochter nach diesen vielen Jahren endlich einmal aufzuklären, drückt er ihr nur eine fast zwanzig Jahre alte Geburtstagskarte ihrer Mutter in die Hand und hüllt sich dann wieder in Schweigen.
Einzig Peter, ein Kollege Mattes, der später auch Carina ein wenig näher kommt, war mir sofort sympathisch und ich war fast ein wenig traurig, dass seine Rolle für meinen Geschmack etwas klein ausgefallen ist.
Auch ist mir aufgefallen, dass der Zufall hier seine Finger doch ein wenig zu oft im Spiel hat. So übernimmt Carina nebenbei noch das Begutachten zweier Fälle von Kindesmisshandlung, von denen einer dann auch noch eng mit dem zu lösenden Fall verknüpft ist und auch Silvia, Carinas Adoptivmutter und Hebamme von Beruf, ist über Ecken in das Ganze involviert.
Von der Geschichte her hat mir das Buch soweit gut gefallen, dass ich den Charakteren nicht näher kam, hat mich jedoch ziemlich gestört. Ob ich den dritten Band lesen werde, kann ich noch nicht genau sagen. Schweren Herzens vergebe ich nur 3 Schmetterlinge.
Viele von uns kennen das Gefühl, wenn man vor lauter Vorfreude ganz nervös wird. So erging es mir in den vielen Monaten die ich auf „Göttlich verliebt“ von Josephine Angelini, erschienen im Dressler Verlag, wartete. Und endlich war es so weit. Ich konnte auf 449 Seiten wieder in die Welt der Scions und Götter abtauchen und wurde von der quälenden Frage erlöst: Kommt Helen endlich mit Lucas zusammen?
Nachdem Helen den Kampf gegen Ares gewonnen hat und ihn für immer in den Tartaros gesperrt hat, will sie ihrem Freund Zach, der ihr in letzter Sekunde doch noch geholfen hat, die letzte Ehre erweisen. Mit Hilfe ihrer Macht als Deszenderin will sie ihn auf die Elysischen Felder zum Fluss der Freude bringen wo nur derjenige Zugang hat, der heldenhaft in einem Kampf gestorben ist. Nachdem sie alles in ihrer Macht stehende versucht hat, um diese Aufgabe zu erfüllen, wird ihr von Hades gesagt, dass nicht sie zu bestimmen hat, wohin Zachs Seele kommt. Doch im gleichem Atemzug verspricht er seiner Nichte, dass er Zach ins Paradies führen wird. Helens Verletzungen, die sie bei dem Kampf gegen Ares davon getragen hat, sind so schwer, dass sie nicht länger in der Unterwelt bleiben kann. Doch als sie wieder in der Wirklichkeit aufwacht, bleibt dieser Zustand nicht lange erhalten. Die Verletzungen sind schwerer als gedacht und sie verliert ihr Bewusstsein. Doch nach 2 Tagen kann sie endlich das Bett verlassen und ihre einzigen Gedanken gelten Orion und Lucas. Doch als sie die beiden sieht, verschlägt es ihr beinahe die Sprache. Beide sind noch ans Bett gefesselt, da ihre Verletzungen nicht so schnell verheilt sind, wie die ihre. Doch das ist nicht die einzige Veränderung an Helen. Sie wird immer stärker und findet an sich immer mehr Fähigkeiten, die Orion und Lucas auch besitzen. Sie kann die Emotionen anderer wahrnehmen und Erdbeben auslösen wie Orion, und gleichzeitig ist sie ein Falschfinder und Schattenmeister wie Lucas. Doch wie kann das sein? Die einzige plausible Erklärung: Als die drei ihr Blut vermischt haben, hat Helen die Fähigkeiten von Orion und Lucas übernommen. Doch obwohl ein Krieg mit den Göttern bevorsteht, ist keiner so wirklich froh über die neu erworbenen Fähigkeiten von Helen. Und noch schlimmer, ihre beste Freundin hat plötzlich Angst vor ihr. Und alle stellen sich dieselbe Frage: Ist Orion wirklich der Tyrann oder doch eher Helen? Als ob das nicht alles schlimm genug wäre, treiben die Götter ihr Unwesen auf der Erde. So wird zum Beispiel Andy von Apoll fast zu Tode gequält und landet somit bei den Delos. Und auch Matt verändert sich. Er zieht sich immer mehr zurück und hört weder Adriane noch den anderen wirklich zu. Kann Helen diesen Wahnsinn stoppen und Zeus in den Tartaros verbannen? Oder ist die Welt der Willkür der Götter schutzlos ausgeliefert?
Ich war wirklich sehr erfreut, als „Göttlich verliebt“ endlich im Handel erschienen ist. Ich fand die beiden Vorgänger schon brillant. Also fing ich nicht gerade mit wenigen Erwartungen an zu lesen. Und Josephine Angelini hat es erneut geschafft, mich von ihrer Genialität zu überzeugen. Ich hatte nie gedacht, dass ich jemals ein Buch zum Thema „Götter“ so interessant finden würde. Es bedarf eines fast göttlichen Organisationstalents unter den ganzen Göttern, Scions, Mythen und Vorleben der Hauptfiguren nicht den Überblick zu verlieren und Fehler einzuarbeiten. Ich dachte des Öfteren: „Wie hat Sie das nur geschafft?“ Als Matt sich veränderte, hatte ich die Befürchtung, dass er mir unsympathisch werden würde. Doch die Autorin hat den Grund der Wandlung so plausibel gestaltet, dass die Meinung, die Matt vertritt, sehr glaubwürdig erscheint und man seine Denkweise versteht und man bemerkt, dass es die richtige Entscheidung der Autorin war, die Handlung so verlaufen zu lassen. Auch Helen verändert sich immer mehr zu einer selbstbewussten Kriegerin. Sie denkt jetzt nicht mehr nur an ihre Freunde, sondern sprichwörtlich an die ganze Welt. Es ist wie bei der alt bekannten Frage: Wenn ein Haus brennen würde und deine Freundin darin feststeckt, würdest du deine Freundin oder 10 Fremde retten? Ich bin sicher, dass Helen sich für die 10 Fremden entscheiden würde, nicht weil sie ihre Freundin nicht liebt, sondern weil sie kein Leben für wichtiger hält. Und dass Josephine Angelini dies indirekt aufzeigt, finde ich sehr bewundernswert, denn viele können solche Entscheidungen nicht verstehen. Auch Helens Freundin Claire versteht diese Wandlung nicht.
Natürlich wollte Helen nie gewinnen, doch es geht jetzt nicht mehr nur um einen Highschool-Wettkampf sondern um das Leben aller. Und diese Meinung zu vertreten, erfordert sehr viel Mut. Helen wurde für mich von Band zu Band charismatischer und sie liegt mir richtig am Herzen. Auch Orion und Lucas wachsen mit ihren Aufgaben und handeln zum Wohle aller. Angelini schafft es die Spannung von Seite zu Seite beizubehalten und sie gekonnt einzusetzen um den Lesern den Atem zu rauben. Ihre Schreibweise ist wie gewohnt locker und leicht. „Göttlich verliebt“ ist ein würdiger Abschluss der Trilogie. Und ich kann einfach sagen, dass es wirklich jedem Spaß bereiten wird, der auf wunderschöne aber verzwickte Liebesgeschichten, Action und Mythologie steht.
Was nicht passt wird passend gemacht. Wir ihr ja schon mit bekommen habt, haben wir mächtig aufgeräumt und als letztes fehlte uns noch ein neuer Trailer. Dank der lieben Mel von der Seite Seelenswert.de haben wir jetzt einen neuen Trailer. Wir hoffen er gefällt euch so gut wie uns.
Auch unsere "Link us" Button wurden alle Aktualisiert und sind jetzt passend zum neuen Layout. Wenn ihr das hier ließt liebe Partner Seiten, dann bedient euch einfach. Ansonsten schreiben wir euch demnächst mal an, damit ihr unseren Button austauschen könnt.
Und natürlich haben wir jetzt auch wieder passende Bewertungs-Schmetterlinge.
Liebe Mel, wir danken dir über alles! Das ist alles so schön geworden. Besucht doch mal Ihre wunderschöne Fanseite Seelenswert.de
Der historische Roman „Abschied nehmen“ von Sam Miskull, erschienen im Selbstverlag, erweckte gleich meine Neugier als ich den Klappentext las. Ich war sehr froh, dass ich das Buch als Rezensionsexemplar bekommen habe, dafür möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin bedanken. Auf 760 Seiten können wir den jungen William auf seiner Reise und seinem Kampf gegen Unterdrückung und Angst begleiten. Wird er in dieser gefährlichen Zeit die Liebe finden?
Der junge William kommt aus gutem englischen Hause und steht im Dienste der Armee. Nichts ahnend wird er eines Tages zu seinem Major Wentworth gerufen. Dieser will mit einigen Soldaten, darunter auch William, in den Norden Schottlands reisen, doch William hat dabei ein ungutes Gefühl. Dieses Gefühl ignorierend kommen sie nach einem fünftägigen Ritt endlich in einem kleinen Dorf in Schottland an. Und in diesem Moment bestätigten die Taten seiner Kameraden Williams ungutes Gefühl. Die anderen Männer erschüttern und zerstören das Dorf komplett, sie schänden die Frauen, aber töten niemanden. William ist über diese Gräueltaten so entsetzt, dass er sich von ihnen abwendet und gleichzeitig unbemerkt einen Vater mit seinem Kind rettet. Als wenn diese ganzen Taten nicht schlimm genug wären, lassen seine angeblichen Kameraden und Freunde ihn noch verletzt zurück, als sie auf dem Heimweg angegriffen werden. Er wird von Marcus, Clanoberhaupt, und dessen Clan gefangen genommen, doch seine schottische Abstammung mütterlicherseits rettet ihm das Leben. William und Marcus freunden sich sogar an und beschließen zusammen ein gefährliches Unterfangen.
William soll seine alte Truppe um Major Wentworth ausspionieren und die Informationen an Marcus weitergeben. Dies geht ein Jahr gut, doch dann fliegt William auf und muss um sein Leben fürchten. Getrieben von der Angst des bevorstehenden Todes, reitet William zu seiner Familie, um sich zu verabschieden. Doch auch dieses vermeintliche Glück hält nicht lange an. Nach einer stressigen und rasanten Flucht von Zuhause, flieht William zu den Maccallums zurück und lebt dort unter falschem Namen weiter. Als wäre das alles noch nicht genug, muss er auch seine Fähigkeiten beweisen, denn er gilt als verwöhnter Jüngling. Aber er schafft es fast alle zu überzeugen, jedoch nicht Marcus' Tochter Kate, die seinen Aufenthalt ziemlich erschwert. Doch eine unvorhergesehene List von Marcus' Nachbarn Clanoberhaupt Coll veranlasst die drei zusammen zu arbeiten. Werden sie es schaffen alle Intrigen zu bekämpfen und kann William dauerhaft vor Major Wentworth fliehen?
Ich bin ja eigentlich kein großer Freund von historischen Romanen, aber als ich den Klappentext zu „Abschied nehmen“ von Sam Miskull gelesen hatte, war ich echt neugierig. Und jetzt bin ich froh diesem Buch eine Chance gegeben zu haben. Die ersten 200 Seiten habe ich verschlungen, danach wurde es leider etwas langatmig, aber das hat der Geschichte nicht geschadet. Es ist sehr erfrischend nicht immer nur eine Liebesstory zu lesen, sondern auch mal etwas über eine wirkliche Männerfreundschaft, die vielleicht nie hätte funktionieren dürfen. William und Marcus sind mir beide sehr ans Herz gewachsen. Beide stehen mitten im Leben und tragen für sich und ihre Familien eine große Verantwortung. Es war sicherlich alles andere als leicht im 18. Jahrhundert zu leben. Die Angst um die Ernte und die Ungewissheit, ob man von einem anderen Clan vielleicht angegriffen wird, machten das Leben nicht gerade zu seinem Kinderspiel. Viele Männer in dieser Zeit wären der Sache nicht gewachsen gewesen, doch die beiden beklagen sich nicht über ihr Los, sondern handeln. Dieser Tatendrang macht sie für mich auch so sympathisch. William muss sich mehr als einmal bei den Maccallums beweisen, doch stört er sich nicht daran. Er weiß was er kann, doch leider hilft dies nicht weiter, wenn es um Kate geht. Die beiden streiten sich oder gehen sich aus dem Weg. Vielleicht sind genau deswegen die Gefühle von William für Kate so glaubwürdig. Es ist nicht so eine typische „Ich suche die große Liebe und finde sie rein zufällig am nächsten Marktstand“-Geschichte. Die Liebe der beiden ist so groß, dass sie allen Widrigkeiten trotzt. Man bekommt in dem Roman einen guten Einblick über Intrigen und die größten Abgründe der Menschen. Die Gier bestimmt bei Vielen ihr Handeln.
Der Schreibstil ist flüssig und die Geschichte ist gut durchdacht. Sam Miskull ist es gelungen mich zu fesseln und mir historische Romane schmackhaft zu machen. Das Ende lässt noch viel Spielraum für eine Fortsetzung, die ich wieder mit größtem Vergnügen lesen würde. Abgesehen von dem etwas langatmigen Mittelteil, hat mich „Abschied nehmen“ wirklich überzeugt und ich kann es jedem weiterempfehlen, der von sich gedacht hat, nicht auf historische Romane zu stehen und einfach mal etwas Neues wagen will.
„Hexenflammen – Ein Kelch voll Wind“ ist der Auftakt der neuen Fantasy-Reihe von Cate Tierman. Erschienen ist der 320 Seiten umfassende Roman zeitgleich mit dem zweiten Teil der Reihe „Hexenflammen – Ein Ring aus Asche“ am 11.02.2012 im cbt-Verlag und auch Teil drei und vier sind mit relativ kurzem Abstand gemeinsam bereits am 18.03.2013 erscheinen. Ich danke dem Verlag, dass sie es mir ermöglicht haben, durch ein Rezensionsexemplar in die Welt der „bonne magie“ einzutauchen.
Thais Allard ist geschockt! Ihr Leben hat sich innerhalb weniger Tage komplett auf den Kopf gestellt. Ihr Vater stirbt bei einem Autounfall, sie – nun Waise – muss ab sofort zu einer ihr völlig unbekannten, alten Freundin ihres Vaters ans andere Ende des Landes nach New Orleans ziehen. Und dann muss sie auch noch erfahren, dass sie allem Anschein nach eine lang verschollene Schwester hat. Einen Zwilling sogar, um genau zu sein. Denn das Mädchen, das ihr am ersten Schultag plötzlich gegenüber steht, gleicht ihr beinahe bis aufs Haar. Einzig das ungewöhnliche Muttermal in Form einer Schwertlilie ist bei der Fremden auf der anderen Wange. Und als ob das Ganze noch nicht reicht, sollen sie auch noch Hexen sein?!
Clio Martin ahnte ebenfalls nichts von ihrer Zwillingsschwester, wuchs jedoch seit dem Kindesalter mit der Bonne Magie, einem Ableger der Wicca-Magie und so etwas wie die Religion nach der die Familie seit Jahrhunderten lebt, auf und wurde von ihrer Großmutter in der Hexerei unterrichtet. Als sie Thais das erste Mal gegenüber steht, ist ihre Freude nicht sonderlich groß, fürchtet sie doch, ihren Platz und ihre Großmutter nun teilen zu müssen. Als die Mädchen jedoch erfahren, was hinter ihrer Trennung steckt und welche Gefahren mit ihrer Wiedervereinigung einher gehen könnten, beschließen sie, gemeinsam den Geheimnissen auf die Spur zu gehen.
Das Buch hat mir persönlich sehr gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig und passend für das empfohlene Alter. Man verschlingt das Buch geradezu. Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Einmal jeweils aus der Sicht von Thais und Clio. Diese Abschnitte sind in der Ich-Form geschrieben und geben einem dadurch sehr gute Einblicken in das Gefühlsleben der beiden Mädchen. Man kann nahezu mitempfinden wie es ihnen ergeht, als sie einander nach Jahren das erste Mal in die Augen schauen. Als drittes liest man aus der Sicht verschiedener Mitglieder der „Treize“ (franz. für Dreizehn – ein Hexenzirkel, der aus dreizehn Mitgliedern besteht). Diese Abschnitte sind in der Betrachter-Perspektive geschrieben. So lernt man neben den Hauptcharakteren auch einige Nebenfiguren ein wenig besser kennen, die vielleicht in den Folgebänden noch größere Rollen spielen werden.
Die Charaktere der beiden Mädchen sind schön ausgearbeitet. Beide haben so ihre Eigenheiten, während Thais ab und an fast schon ein wenig übersensibel, schüchtern und naiv rüber kommt, ist Clio selbstbewusst und eine Spur eingebildet. Die Nebenfiguren sind leider teilweise etwas blass geblieben. Man erfährt nur wenig über sie, hat aber bei einigen vielleicht schon eine gewisse Ahnung in welche Richtung sie sich entwickeln. Ich hoffe, dass sich das in den Folgebänden aufklärt.
Alles in Allem ist „Hexenflammen – Ein Kelch voll Wind“ ein guter Auftakt zur neuen Reihe. Zwar verrät der Klappentext schon relativ viel der Handlung, man kann also nicht allzu viel Spannung erwarten, was mich jedoch keineswegs gestört hat. Ich gehe jedoch davon aus, dass sich dies in den Fortsetzungen ändert. Ein klitzekleines Problem hatte ich manchmal mit den französischen Begriffen, die hier und dort eingestreut wurden – größtenteils in Zusammenhang mit der Magie. Da der Clan jedoch ursprünglich aus Frankreich stammt, ist es nur nachvollziehbar, dass die Zaubersprüche teils in der Muttersprache verfasst sind und es stört den Lesefluss auch nicht erheblich. Eine Geschichte, jedem zu empfehlen, der Hexengeschichten mag. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen und bin gespannt, was noch alles auf die Zwillinge wartet.