Mittwoch, 22. Januar 2014

Schattenblüte - die Erwählten von Nora Melling


Ich finde es immer traurig, wenn eine Reihe endet. Trotzdem halte ich es nie aus den letzten Band zu lesen. Nun ist die Zeit für die „Schattenblüte“-Trilogie gekommen, denn mit „Schattenblüte - die Erwählten“ von Nora Melling endet die Reise von Thursen und Luisa und den Werwölfen aus dem Grunewald auf 398 Seiten. Für das Rezensionsexemplar möchte ich mich aus tiefstem Herzen beim Rowohlt Polaris Verlag bedanken.
Die Schlacht ist geschlagen und Luisa musste sich zum dritten Mal verwandeln und zu einem Werwolf werden damit sie nicht an ihren schweren Verletzungen stirbt. Thursen, der als Mensch Lars heißt, bleibt immer an ihrer Seite, so wie Luisa immer an seiner Seite war. Denn es ist ja alles halb so schlimm, da alle beide wissen, wie sie Luisa wieder in einen Menschen verwandeln können. Doch bevor sie es probieren können, wird das Lager von Shinanim angegriffen. Dabei werden Luisa und Haddrice gekidnappt und in das feindliche Lager gebracht. Wie wilde Tiere fesselt man sie und wirft sie in eine Kiste, in der sie sich kaum bewegen können. Jedoch schafft es Luisa sich aus ihren Fesseln zu befreien und ihren inneren Wolf zu bannen. Die zwei Shinanim staunen nicht schlecht als sie einen Menschen anstatt eines Wolfes aus der Kiste herauslassen. Vor Panik stürzen sie aus dem ausbruchsicheren Zimmer und lassen Luisa verängstigt und halb erfroren zurück.
Zur gleichen Zeit holt Elias das Oberhaupt der Shinanim am Flughafen ab. Als Kämpfer gegen die Werwölfe und einer der Überlebenden der Schlacht ist er einer der wichtigsten Verbündeten gegen den Kampf der Werwölfe. Denn sein Wissen ist pures Gold wert. Und natürlich soll er sich sofort um die gefangenen Werwölfe kümmern ohne zu wissen um welche es sich dabei handelt. Nichts ahnend wird er in das Zimmer, in dem Haddrice an ein Kreuz gefesselt ist, geführt. Natürlich erkennen sich die beiden und Elias versucht ihr zu helfen. Doch lieber würde Haddrice sterben, als Hilfe von einem Shinanim anzunehmen. Also begibt er sich auf den Weg in das zweite Zimmer und kann sich der Wahrheit nicht mehr verwehren. Er sieht Luisa und weiß dass sie nun eine Werwölfin ist und somit ihre Entscheidung getroffen hat. Sie hat sich gegen ihr menschliches Leben und gegen ihn entschieden und für das Leben als Werwolf und für Thursen. Nachdem Elias alles versucht hat, um Luisa ihre Erinnerungen wieder zu geben und nichts funktioniert hat, weiß er nur noch einen Ausweg: Er küsst sie. Und wie damals in der WG ordnen sich Luisas Gedanken und sie bekommt ihre Erinnerungen zurück. Doch sie hat nicht genug Zeit dies zu genießen, denn sie muss zu Haddrice. Elias gelingt es sie zur ihr ins Zimmer zubringen, doch selbst er verlässt sie und überlässt sie ihrem Schicksal. Doch Luisa wäre nicht Luisa, wenn sie nicht einen Ausweg fände – wenn auch eher durch Zufall. Nachdem sie über das Dach geflohen sind und wieder im Wald zu ihrem Rudel stoßen, ist die Zeit der Ruhe vorbei. Denn die Shinanim sind nun auf der Suche nach ihnen. Und so beginnt eine Jagd, aus der nur ein Sieger hervor gehen kann. Doch wer ist der Feind und wer ist ein Verbündeter?



Nach dem Ende des zweiten Teils konnte ich es kaum noch erwarten bis ich endlich „Schattenblüte – die Erwählten“ lesen konnte. Und dann war der Tag endlich kommen. Ich ging mit hoher Erwartung ans Lesen weil die ersten beiden Bände schon großartig geschrieben waren. Und was soll ich sagen: Nora Melling hat mich wieder nicht enttäuscht. Diese faszinierende Geschichte hat nun einen würdigen Abschluss. Mir gefiel der 3. Band sogar noch besser als die beiden anderen und es war eine große Erleichterung als ich das herausgefunden habe. Die Handlung von „Die Erwählten“ schließt nahtlos an die Handlung von „Die Wächter“ an. Luisa liegt im Sterben und nur die endgültige Verwandlung zu einem Werwolf kann sie noch retten. Luisa steht das alles erstaunlich gut durch. Ihr Wille wird immer stärker und auch ihre neu gewonnene Kraft lässt nicht mehr viel von dem traurigen, schüchternen Mädchen vom Anfang übrig. Luisa war mir irgendwie von Anfang an immer schon sympathisch und so auch im 3. Teil der Trilogie. Sie denkt immer an andere und versucht mit aller Kraft das Böse von ihren geliebten Wölfen und Menschen fernzuhalten.
Und auch wenn sie ein Werwolf ist, verliert sie nie diese Eigenschaft, die sie so menschlich macht. Thursen ist auch so wie ich ihn in Erinnerung habe.

Man spürt förmlich bei jeder Handlung und jeder Tat seinerseits die Liebe zu Luisa und dass er die Welt für sie zu einem besseren Ort machen will. Wenn nötig auch alleine. Auch wenn er kein Werwolf mehr ist, so ist er doch irgendwie immer noch der Leitwolf neben dem eigentlichen Leitwolf. Er hört eben nie auf Verantwortung zu übernehmen und kämpft mit dem Mut eines Wolfes und mit der Kraft eines Menschen. Dabei vergisst er ab und an, dass er nicht unverwundbar ist. Doch dieser unerschütterliche Wille macht ihn so nahbar. Und vor allem die immer wiederkehrende Eifersucht die er verspürt, wenn Elias mit Luisa redet, lassen ihn so liebevoll und menschlich wirken.
Elias war von allen Charakteren einer meiner Liebsten. Auch wenn es den Anschein hat, dass er es relativ leicht hat im Gegensatz zu den Wölfen, hat er es mit am Schwersten. Denn er weiß nicht wem er vertrauen kann. Nachdem sein einziger Vertrauter getötet wurde, zweifelt er immer mehr an dem Ziel der Shinanim. Ich habe immer gehofft, dass er irgendwann seine bessere Hälfte findet und in Frieden leben kann, damit er sich endlich mal von allem erholen kann und nicht immer so perfekt sein muss. Die Rebellion gegen seine eigentliche „Familie“ macht ihn für mich so anziehend. Er lässt sich nicht für dumm verkaufen und hinterfragt nach einer Zeit die Handlung der Shinanim. Denn auch wenn er für die gegnerische Seite kämpft, vergisst er nie die Zuneigung, die er für Luisa fühlt. Ich denke, die Gutmütigkeit hat ihn für mich so unwiderstehlich und unverwechselbar werden lassen. Auch die anderen Charaktere wie Norrock oder Rieke sind mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich sie, als das Buch zu Ende war, eigentlich nicht gehen lassen wollte. Nach drei Büchern sind sie fast wie liebgewonnene Freunde geworden. Und das macht diesen Zauber dieser Trilogie aus. Deshalb sind die Bücher für mich so faszinierend und wundervoll.
Der Schreibstil ist wie immer so fließend, so dass man das Gefühl für Raum und Zeit verliert. Auch die Spannung kann man förmlich auf jeder Seite spüren, denn es passiert immer irgendwas, und kaum hat man einen Schock überwunden, kommt schon der nächste, im positiven Sinn.
Das Cover passt perfekt zu seinen Vorgängern. Es zeigt wieder ein Mädchen, das eine Schattenblüte im Haar trägt. Wenn man über das Buch streicht, spürt man die Tropfen, die auch auf dem Cover abgebildet sind.

Ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der Lust auf eine Trilogie mit einem würdigen Abschluss hat und eine Werwolf-Geschichte mit Tiefgang lesen möchte.
 

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