Samstag, 17. Mai 2014

Geisterblumen von Michelle Jaffe


„Geisterblumen“ von ist der neue Jugend-Thriller der amerikanischen Autorin Michelle Jaffe. Der Roman umfasst 496 Seiten und ist am 26. September 2013 im Fischer-Verlag erschienen. Ich danke dem Verlag herzlich für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars.
Eves Leben ist wirklich alles andere als rosig. Nach einer schlimmen Kindheit ist sie von Zuhause weggelaufen und lebt seitdem auf der Flucht. Ihre Wohnung ist eine kleine Absteige, ihr Job absolut mies und ihr Boss das Allerletzte. So kann sie kaum widerstehen, als eines Tages ein fremdes Geschwisterpaar vor ihr steht und ihr ein unmoralisches Angebot macht: Bain und Bridgette wollen, dass Eve in die Rolle der verschollenen Cousine Aurora schlüpft, um so ans Erbe der Großmutter zu kommen. Das Geld soll sie dann mit den Geschwistern teilen und danach wieder von der Bildfläche verschwinden. Nach kurzem Zögern und mit der Aussicht auf ein besseres Leben hinterher, nimmt sie das Angebot schließlich an. Unter Aufsicht von Bain und Bridgette beginnt sie, sich auf ihre Rolle als vorzubereiten. Eve Brightman verwandelt sich immer mehr in Aurora Silverton. Doch dann passieren plötzlich merkwürdige Dinge. Jemand bricht in ihr Zimmer ein, sie erhält Anrufe von jemandem, der sich als Liza ausgibt. Dabei ist Liza doch tot! Eve beginnt zu zweifeln. Worauf hat sie sich hier nur eingelassen?

Dies war mein erstes Buch von Michelle Jaffe, doch der Schreibstil der Autorin konnte mich direkt überzeugen. Sie hat es geschafft, mich mit ihren Worten direkt ins Geschehen zu katapultieren.
Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive geschrieben, sodass man einen tollen Einblick in Eves Leben und ihre Gefühlswelt bekommt, gleichzeitig bleibt man, was die Geschehnisse um sie herum angeht, ebenso im Dunkeln wie sie selbst. Die Autorin versteht es, ein wunderbares Netz aus Fakten und Fiktion zu schaffen und den Leser bis zum Schluss darin zu verwickeln. Selbst wenn man glaubt, man hätte die Geschichte durchschaut und wüsste was nun passiert, belehrt sie den Leser eines Besseren und packte eine Wendung aus, die man so nicht erwartet hat.
Auch für ihre Charaktere beweist Michelle Jaffe ein gutes Händchen. Eve ist mir von Beginn an sehr sympathisch gewesen. Trotz – oder vielleicht gerade wegen – ihrer schwierigen Vergangenheit, ist sie ein selbstbewusstes Mädchen, das genau weiß, was es will und sich gleichzeitig jedoch nur nach einer liebevollen Familie sehnt. Auch die anderen Figuren, von denen es wirklich viele gibt und die meist auch eine mehr oder weniger wichtige Rolle spielen, hat die Autorin toll ausgearbeitet und dargestellt. Besonders Althea Silverton als grimmiges Familienoberhaupt und N.Martinez als knurriger Cop haben mir sehr gut gefallen.

Der Grund, weshalb ich damals auf dieses Buch überhaupt aufmerksam geworden bin, ist das einfach wundervoll gestaltete Cover. Er zeigt das Gesicht eines Mädchens, das zum Rand hin leicht verwischt – vermutlich eine Andeutung an Eves Persönlichkeit, die langsam aber sicher verblasst und durch Aurora ersetzt wird. Und auch Geisterblumen, die dem Roman den Titel gaben, sind zu sehen. Hier hat der Fischer-Verlag ganze Arbeit geleistet. Es gefällt mir deutlich besser als das amerikanische Original.

Nach vielen Fantasy-Büchern war ich zur Abwechslung auf der Suche nach etwas anderem und bin mit „Geisterblumen“ auf einen wirklich schönen Jugend-Thriller gestoßen, welcher allerdings bei weitem nicht nur für Jugendliche zum Empfehlen ist. Es wird definitiv nicht mein letztes Buch von Michelle Jaffa gewesen sein.

Kommentare:

  1. Hallo:-) Schöne Rezension. Das Buch klingt echt gut. Lass euch liebe Grüße da. Petra von www.papierundtintenwelten.blogspot.de

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  2. Wie unterschiedlich Rezensionen sein können - letztens habe ich erst eine gelesen, die dem Buch gerade mal einen Stern gegeben hat. Jetzt bin ich im Zwiespalt. Aber die Rezension ist gut - ich würde nur ein Foto des Covers (das ich zwar schon kenne, aber für andere bestimmt gut zu sehen wäre) gut finden - und den Blog im Allgemeinen finde ich etwas dunkel. Und diese doofen Schmetterlinge lenken einen ganz schön ab, wie sie die Seite runter fliegen.

    Liebe Grüße,
    Casey

    [sexbooksandheavymetal.com]

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