Mittwoch, 7. November 2012

Schattenblüte - Die Wächter von Nora Melling


Düster und voller neuer Charaktere präsentiert sich Nora Mellings zweiter Band der “Schattenblüte”-Reihe: “Die Wächter”. Auch dieses Buch ist wieder im Rowohlt-Verlag erschienen und führt den Leser auf 320 Seiten zurück in den Tegler Wald, in welchem allerhand Gefahren für Luise verborgen sind…
Silvester.
Endlich können Luise und Thursen das alte, schlimme Jahr hinter sich lassen. Keine Wölfe, keine Leichen und keine düstere Stimmung – nur noch zusammen und glücklich auf ewig. Zum letzten Mal wollen sie in den Wald gehen, wo sie sich kennen und lieben gelernt habe. Versteckt unter herabhängenden Zweigen, findet Thursen, welcher sich jetzt wieder Lars Lund nennt, die Leiche eines jungen Mannes. Da es eisig kalt ist in der Nacht, denkt Luisa zuerst an einen Betrunkenen, der eingeschlafen ist, aber als sie die Wunden am Körper sieht, kann sie nur die Werwölfe verdächtigen.

Thursen schickt sie kurzerhand nach Hause, wo Luisa in Tränen versinkt, denn eigentlich sollten die Wölfe in Luisas und Thursens Leben keine eine Rolle mehr spielen. Immermehr Leben sich Luisa und Thursen auseinander, denn Thursen zieht sich wieder in den Wald zurück. Als Luisa eines Abends in der Straßenbahn eine Schlägerei beobachtet, kann sie nicht anders und greift sich kurzerhand das Opfer. Dieses ist ein Shianam, ein Wächter, der mit einer neuen Truppe von Schutzengeln in Berlin über die Menschen wachen möchte. Elias ist fasziniert von Luisa, und diese ebenfalls von diesem geheimnisvollen und sympathischen Typen, der sich obendrein um sie kümmert.

Luisa kann ihre Beziehung zu Thursen nicht so einfach lösen, denn sie hat das Gefühl, dass sie sich, seit Thursen sich gewandelt hat, mit ihm sehr verbunden fühlt. Elias versucht alles, um Luisa wieder auf die Seite des Lichts zu ziehen, auf seine Seite. Als Luisa Blumen vor dem Baum ihres Bruders ablegen möchte, nehmen die Werwölfe sie gefangen und wollen, dass Luisa sich ebenfalls wandelt, um Thursen auf ewig ans Rudel zu binden.

„Die Wächter“ ist vollkommen anders, als der erste Teil „Die Verborgenen“ – nicht nur, dass es jetzt Gegenspieler zu den Werwölfen gibt, sondern auch die komplette Stimmung im Buch ist sehr düster geworden. Dem Verlag muss hier Respekt gezollt werden, denn die Covergestaltung ist wieder sehr schön, malerisch und passend zur Reihe geworden. Obwohl das zarte Mädchen mit den dunklen Haaren, den hellen Augen und der ebenmäßigen, elfenbeinfarbenen Haut nicht so sehr in das Bild passt, welches ich beim Lesen von Luisa im Kopf hatte, ist es aber eine schöne Ergänzung zum Cover des ersten Teiles. Vor allem die sehr düstere und zum Teil drückende Stimmung verwandelte manche Textpassagen in schleppende Zeilen und wurden nur durch ein neues Kapitel, meist der Teil in dem aus Elias Sichtweise erzählt wird, wieder in Schwung gebracht. Eigentlich war der erste Teil „Die Verborgen“ ja relativ gut ausgegangen, denn Luisa bekam ihren Thursen und wollte glücklich mit ihm werden.

Bereits im ersten Kapitel von „Die Wächter“ merkt man, dass nicht alles so toll und romantisch verläuft, wie Luisa sich ihr Leben mit Thursen vorgestellt hatte. Die Leiche im Wald bringt dann auch noch die komplette Situation zum kippen und Thursen entscheidet sich, dass er wohl, auch jetzt als Mensch, immer noch für alle Taten der Werwölfe verantwortlich ist. Elias ist da ganz anders. Zwar will er aller Welt beweisen, was in ihm steckt, aber er steht zu Luisa und fängt sie auch bei jedem neuen Tiefpunkt wieder auf, was man von Thursen wahrlich nicht behaupten kann. Als dann auch noch die neuen Werwölfe zum Vorschein kommen, kippte meine Lesestimmung ins Unendliche und nur mit Mühe konnte ich mich durchringen das Buch zu Ende zu lesen. Und zum Glück ist es besser als gedacht!

Ich hoffe sehr, dass der zwar schöne, flüssige Schreibstil der Autorin auch im dritten Teil so bleibt, aber die komplette Umwelt von Luisa könnte mehr Freude vertragen. Der dritte und abschließende Teil der Schattenblüten – Trilogie wird “Schattenblüte - Die Erwählten” heißen.


Samstag, 3. November 2012

Reckless - Lebendige Schatten Cornelia Funke


Nach dem Erfolg des ersten Teils “Reckless - Steinernes Fleisch” können die Leser nun wieder zusammen mit Jacob Reckless in die Spiegelwelt gehen: Die Erfolgsautorin Cornelia Funke schickt ihren Protagonisten in “Reckless - Lebendige Schatten”, seit dem 6. September 2012, auf große Schatzjagd. 
411 atemberaubende Seiten mit illustrierten Bildern der Autorin, hat der Dressler Verlag wieder zusammen gebunden und dank diesem und des mir zugesandten Leseexemplars kann ich euch ein Stück in die Spiegelwelt führen, den restlichen Weg müsst ihr allein gehen.

Jacob Reckless hatte es geschafft, sein Bruder Will besitzt nun keine steinerne Haut mehr und ist in seiner Welt in Sicherheit. Immer noch ist Jacob in der Spiegelwelt unterwegs, schließlich wird er dort als bester Schatzjäger angepriesen. So viele Schätze hat er gefunden, zahlreiche Rätsel gelöst und unzähligen Fallen ist er entkommen. Nur eines treibt ihm die Angst in den Leib: Sein eigener Tod steht kurz bevor, denn die dunkle Magie der Fee nistet über seinem Herzen. In Form einer Motte ist sie für Jacob allgegenwärtig, sechsmal, so heißt es, wird sie zubeißen und sich dann von seiner Brust lösen … zurück bleibt nur der Tod. Unzähliges hat Jacob schon versucht, sogar die Flasche, welche einen nordischen Geist beinhaltet, ersteigern können, doch auch dessen Blut lässt den Fluch nicht schwinden.

Nun muss er seiner Freundin Fuchs die Wahrheit sagen. Diese konnte sich zwar denken, dass die Fee niemals Will einfach so die Steinhaut weggenommen hätte, aber dass Jacob sich auf den Tod einlässt, dieser Gedanke erschüttert Fuchs zutiefst. Viele Gedanken der Beiden, kreisen nun um die Errettung Jacobs.


Durch den Zwerg Valiant werden sie auf die kürzlich entdeckte Gruft des verschollen geglaubten Leichnams, des sogenannten Hexenschlächters, Guismund, aufmerksam. Eine geheimnisvolle Armbrust, welche ganze Armeen auslöschen kann, befand sich einst in dessen Besitz und ist seit seinem dahinscheiden verschwunden. Jedoch fehlen dem Leichnam der Kopf, sowie die rechte Hand und sein Herz. Jacobs Gedanken fangen an zu kreisen. Vor allem muss er schnell sein, da nicht nur er auf der Suche nach den Körperteilen ist, sondern sein schlimmster Rivale, der Goyle Norron, weiß ebenfalls um die drei verschollenen Körperteile des Hexers. Zusammen mit Fuchs reist er quer durchs Land – immer den Tod im Nacken und seine ablaufende Lebenszeit auf der Brust. Ebenso hat Jacob noch ein großes Problem: Schon seit längerem empfindet er mehr für Fuchs, die Worte dafür zu finden erscheinen dennoch schwieriger, als der Armbrust nachzujagen…




Vor einem Jahr endete der erste Teil zu “Reckless - Steinernes Fleisch” in meinen Händen und heute konnte ich endlich erfahren wie es Will, Jacob und Fuchs in dieser Zeit ergangen ist. Es ist schwer gewesen sich wieder in Jacobs Welt zurechtzufinden, aber nach ein paar gelesenen Sätzen war ich schon wieder gefangen in der Spiegelwelt, denn aus dieser scheint es kein entrinnen zu geben.

Jacob ist grüblerischer geworden, er denkt viel nach über sein vergangenes, sein jetziges und sein zukünftiges Ich und natürlich den Fluch, der auf seiner Brust liegt. Dieser Fluch, in Gestalt einer roten Motte, ziert auch das Cover des grün gehaltenen Buches und wenn man genau hin sieht erkennt man auf deren Flügeln die sechs Totenköpfe, welche bei erscheinen enorme Schmerzen für Jacob bedeuten. Der silberne Rahmen, welcher um die Motte rundherum besteht, ist derselbe wie schon auf dem ersten Cover, eben als Symbol für den Spiegel in die gleichnamige Spiegelwelt. Eine große Freude erwartete mich als ich das Buch aufschlug, denn endlich befindet sich dort die von mir in Band eins so sehnsüchtig herbeigesehnte Karte der Spiegelwelt. Natürlich ähneln sich die Namen der Städte unseren Hauptstädten, wie zum Beispiel London, das dort Londra ist. Viele Rätsel hat die Autorin wieder eingeflochten in Jacobs Reise und auch Fuchs hat hier eine tragendere Rolle zugesprochen bekommen. Diese kämpft ebenso mit ihren Gefühlen zu Jacob, wie um ihre Vergangenheit. Neue Charaktere lernte ich hinter dem Spiegel kennen, welche meist nicht wohl gesonnen waren und sich immer mit einer gewissen Vorsicht zu umgeben zu schienen. 

Cornelia Funkes Spiegelwelt lehnt sich teilweise noch an die alten Grimmschen Märchen an, aber auch neue Wesen kommen hinzu und bereichern diese. Vieles hat sich verändert hinter dem Spiegel und auch in Wills Welt scheint sich die Zeit dem Lauf seiner Welt anzupassen. Immer mehr Situationen prasseln in den Kapiteln auf den Leser ein, welche in dem gebundenen Buch wieder schön von Cornelia Funke illustriert wurden. Mich hat “Reckless - Lebendige Schatten” sehr mitgerissen. Obwohl ich befürchte, dass es wieder die Fans der Autorin spalten wird, denke ich doch, dass viele diese Buch genießen werden und hoffe, dass alle ihren Weg aus der Welt von Cornelia Funke herausfinden. Nochmals vielen Dank an den Dressler - Verlag!

Sonntag, 28. Oktober 2012

Cherryblossom - Die Zeitwandler von Mina Kamp


Juli 2012 war ein aufregender Monat für die junge Autorin Mina. Beim Oldigor - Verlag erschien ihr Debütroman “Cherryblossom – Die Zeitwandler” zuerst als E-Book, im August folgte dann das Taschenbuch. 379 Seiten mit der Protagonistin Hanna Cherryblossom liegen nun hinter mir, von denen ich euch berichten und für die ich der Autorin und dem Verlag herzlich danken möchte.
Hanna Cherryblossom.
Eigentlich ist sie ein ganz normales Mädchen, 18 Jahre alt, und sie lebt mit ihrem etwas kauzigen Onkel zusammen. Ihre Mutter kennt sie nur noch aus ein paar Erinnerungen und ihren Vater nur vom Telefon. Freundinnen und ein süßer Freund gehören ebenso zu ihrem Leben … bis sich alles verändert.

Hannas Welt wird von Lennox vollkommen auf den Kopf gestellt. Nicht nur dass er ihr offenbart, dass sie zu den Zeitwandlern gehört, sondern auch er und ihr Vater gehören zu dieser Rasse. Viele merkwürdige Dinge passieren in Hannas Umfeld und eine Flucht mit Lennox ist ihre einzige Rettung. Auf dem Weg zum hohen Rat und zu ihrem Vater geraten beide in gefährlichen Situationen. Nur zusammen umgehen sie eine Gefangennahme. Lennox ruft seine verbündeten Freunde Olivia und Ben um Hilfe. Ben, ein Hexer, macht eine folgenschwere Entdeckung. In Hanna schlummert das alte Blut der Cherryblossoms, welches die Macht der Hexen in sich bewahrt.

Lennox ist geschockt, Hanna soll eine Zeitwandlerin und Hexe sein? So etwas gab es noch nie, Ben jedoch ist fest davon überzeugt. Alle vier versuchen mehr über Hanna heraus zu finden und geraten in allerhöchste Gefahr, denn ein Clan von Menschen sitzt Hanna im Nacken und will sie Tod sehen…

Es ist immer wieder schön ein Debütroman einer so jungen Autorin lesen zu dürfen, vor allem wenn man als Leser nicht weiß, was einem erwartet. Mina Kamp, die Autorin dieses Buches, hat eine neue Welt für ihre Charaktere erschaffen, voller Magie, auch Liebe und teils spannenden Szenen. Mein erster Gedanke jedoch, nach 100 Seiten des E-Books waren “Und wann geht’s hier los?”

Hanna Cherryblossom ist eine junge Protagonistin und, wie ich es empfand, nicht im reinen mit ihrer Welt, die Mutter tot, der Vater beehrt sie nur am Telefon und ihr Onkel ist mehr an der Uni als bei ihr. Nur ihre Freundinnen und ihr Freund scheinen sie wahr zu nehmen, bis sie diese merkwürdigen sehr verwirrenden Träume hat. Das einzige, was mir im Gedächtnis bleibt, ist der sehr auffällige Typ, welcher immer wieder in ihren Träumen auftaucht. Wie sich heraus stellt, heißt er Lennox und soll Hanna zu ihrem Vater zurück bringen – eine Wendung, welche die Geschichte schnell in andere Bahnen lenkt. Schön ist der Perspektivenwechsel zwischen Hanna und Lennox, wobei der Blick von Lennox mir besser gefallen hat, da seine Gedankengänge mir erwachsener vorkamen und besser nachzuvollziehen waren. Hannas Perspektive ist sehr jugendlich, teilweise auch noch einwenig kindlich.

Das ständige hin und her, mit ihren Verfolgern war zum Schluss ermüdend, und die Welt um sie herum wurde allmählich düsterer. Als Olivia und Ben in den Erzählungen auftauchen kam Schwung in die Szenen, vor allem da nicht ersichtlich ist, ob Olivia Hanna wohl gesonnen ist, und was Bens Rolle in der gesamten Geschichte anbetrifft. Die Beziehung zwischen Olivia und Ben war dann wieder sehr verwirrend für mich, da Ben auch ein Auge auf Hanna wirft und Olivia das anscheinend so gar nicht stört. Der Schreibstil von Mina Kamp lässt mich die gesamte Geschichte zu Ende lesen und die noch folgenden Nebencharakter wenden das mühsam erlesene Blatt für mich gänzlich, was mir eine ehrliche Erleichterung war. Da das Ende das Romans so viel versprechend ist, hoffe ich, dass Mina Kamp es vorführt und nicht in den Anfangsteil zurückrutscht. Ich wünsche der Autorin viel Erfolg mit dem Buch und hoffe, dass ich die einzige bleibe die nicht sofort in das Buch gefunden hat.

Dienstag, 23. Oktober 2012

Saphirtränen - Niamhs Reise von Jennifer Jäger


Der 21. Juni 2012 ist wohl ein sehr prägender im Leben der jungen Autorin Jennifer Jäger. Mit ihrem Start der Reihe „Saphirtränen“ möchte sie die E-Books der deutschen Leser erobern. Trotz der Kürze von circa 100 Seiten ist “Saphirtränen: Teil 1 – Niamhs Reise” ein lesenswertes Buch. Ich danke der Autorin und fiebere schon jetzt dem zweiten Teil entgegen.
Vier Schmuckstücke, erschaffen aus jedem Naturelement, werden von dem Volk der Ilyea beherbergt, jedoch trachten die Dämonen nach der Macht, welche in den Schmuckstücken steckt.
Niamhs Volk gehört zu den Wald-Ilyea, die grünes, schwarzes oder braunes, volles Haar besitzen und deren Augen mandelförmig grün sind – bei allen, bis auf Niamh. Ihr Name lautet „die Strahlende“, wahrscheinlich weil ihre Augen blau strahlen wie der sommerliche Himmel, welcher durch das Blätterdach fällt, oder wie der kristallklare Bach, welcher sich durch das Unterholz des Waldes windet.

Eine Gruppe junger Ilyea wird an diesem Abend in den Erwachsenenkreis eingeführt. Niamh fühlt sich nicht willkommen, keiner der anderen jungen Ilyea hat je mit ihr ein Wort gewechselt ohne sie komisch dabei an zu sehen. Selbst Niamhs Eltern scheinen froh zu sein, dass ihre Tochter schon einen eigenen Baum bewohnt. Aber dieser Abend verläuft alles andere als friedlich. Die Zeremonie wird jäh unterbrochen, als Niamh zusammenbricht. Aus der Ohnmacht heraus gekämpft, findet sie sich mit der weisen Frau ihres Volkes, Alriel, in einem Käfig wieder.

Die Dämonen überfielen ihr Dorf und wollen nun von Alriel erfahren wo das Schmuckstück der Wald-Ilyea versteckt ist. Alriel entzieht sich der Folter und Niamh tritt dem Anführer des Dämonenclans gegenüber. Niamh ist für ihm etwas besonderes, denn noch ein Ilyea ist bei im gefangen, Edan. Dieser scheint genauso andersartig zu sein wie Niamh.  Als sie erfährt was Deargh, der Anführer, mit Edan und ihr vor hat, versucht sie einen Ausweg zu finden… 



Jennifer Jäger … eine sehr junge Autorin mit einem Kopf voller Fantasien und unaufgeschriebener Welten, so würde ich diese beschreiben, wenn mich einer fragen würde. Das erste Werk, welches ich von ihr Lesen durfte, ist der Auftakt einer ganzen Reihe. „Saphirtränen“ handelt von einer neuen Welt. Zuerst dachte ich an den “Herr der Ringe” weil von vier geschmiedeten Schmuckstücken mit sehr viel Macht die Rede ist. Einwenig hat mir gefehlt, dass die Autorin keine Informationen zu diesem Volk hat mit einfließen lassen, doch zieht einen die Geschichte weiter, ohne noch mehr darüber nach zu denken. Aber im Nachhinein fallen einem immer viele Fragen ein, zum Beispiel auch warum nicht mehr über Niamhs Eltern eingegangen wird.  Dies alles wird, wie schon geschrieben, nebensächlich, denn die Geschichte geht unerbittlich weiter und zog mich weiter in das nächste Kapitel.

Die tollen Zeichnungen über den jeweiligen Kapitelanfängen seien hier auch angemerkt, denn über jeden Kapitelanfang setzten diese einen schönen Akzent und lassen die Welt der Ilyea noch mehr reifen. Die Autorin versteht es mit ihren Worten zu malen – ob es die Wälder der Ilyea sind oder die Festung der Dämonen, bis hin zu Edan ist alles mit bunten Worten beschrieben, so das die Figuren bei jeden Satz immer lebendiger werden.

Niamh ist mir als Protagonistin sehr unnahbar, vielleicht liegt es auch an der Kürze der Geschichte, aber sei es drum, trotz der Situationen, welche ihr im Leben immer widerfahren, ist sie stark und wächst mit ihnen. Den Gefahren in der Festung steht sie mit Stolz gegenüber und versucht immer wieder einen Plan zurecht zu legen Deargh zu entkommen, wenn sich nicht ständig Edan in den Weg stellen würde. Schade ist nur, dass, wie bereits erwähnt, die Geschichte zu kurz ist für eine so toll gestaltete Welt. Hundert Seiten sind eine knapp gemessene Seitenzahl, aber immerhin besser um die Spannung zu halten und nicht ins Ermüdende hineinzufallen. Der zweite Teil wird sich nicht nur um Niamh drehen, obwohl ich sehr darauf gehofft hatte, ich bin aber guter Hoffnung, dass sie auch ihre Szenen bekommen wird.


Donnerstag, 20. September 2012

Buecher-Fans sucht dich!

Deine Leidenschaft ist das Lesen? Du möchtest Bücher zum Rezensieren kostenlos erhalten und bringst etwas Zeit und die erforderliche Passion mit?


Du würdest gerne deine Meinung über Werke und ihre Charaktere äußern und mit anderen Lesern kommunizieren?

Perfekt! Denn Buecher-Fans sucht eine neue Rezensistin oder einen neuen Rezensisten.

Ganz egal, ob du bereits Erfahrung im Verfassen von Rezensionen gesammelt hast oder dies neu für dich entdecken möchtest, wir suchen dich und deine Begeisterung für die Welt der Bücher.

Zwar ist die Fantasy-Literatur unser Aushängeschild, doch je breiter dein Geschmack gefächert ist, desto besser.

Schicke uns bitte deine Bewerbung inklusive einer kurzen Beschreibung deiner Person und deines Lieblings-Genres (gern auch eine Rezension über ein Buch deiner Wahl) an folgende Adresse: news-buecherfans@t-online.de.

Wichtig: Wir suchen unseren eigenen Rezensent, keinen Gastrezensent. Du solltest für und mit uns Arbeiten. Da du von uns Bücher erhalten wirst, gehören die Rezensionen Buecher-Fans. Bitte beachtet dies bevor ihr euch bewerbt.

Wir freuen uns darauf, dich kennen lernen zu dürfen!

Montag, 10. September 2012

Linna singt von Bettina Belitz


"Linna singt" ist Bettina Belitz neustes Werk für junge Erwachsene. Das 512 Seiten umfassende Buch erscheint am 10. September im Script5 Verlag. Ich danke dem Verlag und der Autorin, dass ich nicht nur das Buch vorab lesen, sondern auch noch einen netten Tag im Script5 Verlag verbringen und dabei Bettina Belitz mit all meinen Fragen löchern durfte. Vielen Dank!
Linna, Maggie, Jules, Simon und Falk sind "Linna singt". Zumindest waren sie es. Bis Linna die Band vor einigen Jahren von einem Tag auf den anderen aufgelöst hat. Niemand weiß warum, denn die Band lief eigentlich super. Jeder beneidete Linna für das, was sie hatte – eine perfekte Stimme in einer hammer Band. Doch seit diesem Tag hat sie keinen ihrer damaligen Freunde mehr gesehen. Was sich jetzt jedoch ändern soll.

Maggie will die Band für ein Konzert wieder zusammen führen. Eine harte Probe für Linna, denn nicht nur, dass sie Falk, ihre Jugendliebe, wieder sehen wird. Nein, was keine weiß, sie hat seid damals nicht mehr gesungen. Nicht einen einzigen Ton. Trotzdem gibt sie sich einen Ruck und geht zurück in ihren Heimatort.
Aber als wäre das nicht schon genug, schleppt Maggie die Band auf eine einsame Skihütte hoch oben in den Bergen, abgeschnitten von der Welt. Unerträglich für Linna, denn niemand scheint mehr der zu sein, der er einmal war. Jeder hat sich verändert, ist ein anderer geworden. Für Linna sind ihre ehemaligen besten Freunde einfach nur noch Fremde. Aber es kommt noch schlimmer, auf der Hütte passieren schlimme Dinge, die die Fünf auf eine harte Probe stellen. Werden sie zusammen halten oder sich gegenseitig an den Kragen gehen?

Das Erste, was mir an diesem Buch aufgefallen ist, ist seine aufwendige Covergestaltung, abgebildet ist eine Schneekugel auf weißem Hintergrund. Wenn man den Schutzumschlag abmacht, erwartet einen erst die Überraschung. Das Muster, das auf dem Buchrücken abgebildet ist, zieht sich über das gesamte Buch – eine Augenweide! Ein großes Lob geht hier an Designer und Verlag. Ich muss gestehen, "Linna singt" ist seit langem ein Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Nach zwei Tagen durchgehendes Lesens hatte ich es durch und bin einfach nur begeistert. Linna ist zwar mit ihrer rebellischen und zugleich sanften Art keine typische Protagonistin und manchmal denkt man auch einfach nur, "Warum tust du das? Damit machst du es nur noch schlimmer!", aber dennoch ist sie einfach so sympathisch, dass man sich sofort mit ihr verbunden fühlt. Sie hatte es nie wirklich leicht, ihr Leben war schon immer schwer und keiner wollte sie verstehen oder hat es auch nur versucht. Dennoch hat sie sich durchgekämpft. Ihre Stimme hat ihr dabei geholfen.



Was ich an diesem Buch aber so faszinierend finde ist, dass jeder Charakter des Buches ein Hauptcharakter ist. Jeder hat seine eigene Geschichte, sein eigenes Geheimnis, mit dem er Leben muss, und Linna deckt eins nach dem anderen auf. Es ist einfach von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Und auch wenn man denkt, man hat das Geheimnis um die seltsamen Geschehnisse und die Fünf auf der Hütte gelöst, kommt immer wieder ein neues Ereignis, das einen erschüttert. Man spürt beim Lesen förmlich, mit wie viel Herzblut das Buch geschrieben wurde. Es nahm mich gefangen und hat mich nicht mehr los gelassen, selbst dann nicht, als ich es schon längst aus der Hand gelegt hatte. Immer wieder musste ich darüber nachdenken, auch über mich selber. Denn jeder hat schon mal erlebt, dass sich die Freunde von früher so sehr verändert haben, dass man sie nicht wieder erkennt.

Mir selber hat das Buch geholfen, da ich gerade an einem Punkt stehe an dem es heißt, wie geht es jetzt weiter? Werden die Freundschaften aus der Schule halten oder geht alles kaputt. Ich hatte das Gefühl nicht alleine mit meinen Überlegungen zu sein und konnte mich sehr mit Linna identifizieren. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

Fazit: 5 von 5 Schmetterlingen, da dieses Buch mit seinem Thema und seinem Tiefgang überzeugt. Ein Buch, das man, wenn man es einmal angefangen hat, nicht mehr aus der Hand legen kann.