Dienstag, 29. Mai 2012

Shadowfall - Schattenwende von Katharina Seck

Bereits im April 2011 brachte die junge Autorin Katharina Seck ihren Debütroman “Shadowfall - Schattenwende” heraus. Möglich wurde das Dank des Acabus-Verlags, der nicht nur diese 300 Seiten sorgsam einbinden ließ, sondern auch wieder eine tolle Covergestaltung gezaubert hat. Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars und freue mich, euch die Welt der Shadowfalls vorstellen zu dürfen.

Daphne kämpft, wie viele in ihrem Bezirk, ums tägliche Überleben. Nicht nur sie muss über die Runden kommen, sondern auch ihre kleine Tochter Halie. Zum Glück hat sie noch ihre Schwester, die leider keine eigenen Kinder hat und so Halie gern bemuttert. Auch an diesem Tag musste sie Halie bei ihrer Schwester abgeben, um das notwendige Geld zu erarbeiten, doch auf den Weg zur Arbeit stößt sie mit einem Auto zusammen. Zum Glück ist nur ein kleiner Schaden am anderen Wagen entstanden, doch Daphnes Wagen ist totaler Schrott. Nun hat sie noch mehr Schulden auf den Schultern, denn eine Versicherung für Unfälle konnte sie sich noch nie leisten.

Reagan, der Fahrer des anderen Autos, möchte nur weiterfahren und so erlässt er ihr den Schaden, doch etwas lässt Reagan an der Unbekannten nicht los. Noch am Abend spürt er sie auf. Er ist ein Krieger der Shadowfalls und ein Vampir; Leute aufzuspüren gehört zu seinen Fähigkeiten. Und auch in ihr Haus einzudringen ist ein Leichtes, doch Daphne zu überzeugen, dass er nichts Böses von ihr will, stellt eine größere Herausforderung dar. Am nächsten Morgen denkt Daphne, sie hätte nur von de Mann geträumt, doch ihr Bett riecht so stark nach ihm, dass ein Traum ausgeschlossen ist. Als sie am Abend von der Arbeit kommt, steht das Fenster im Schlafzimmer offen, welches sie zu hundert Prozent geschlossen hat. Doch als sie sich umdreht, steht nicht Reagan vor ihr, sondern ein fremder Mann, genauso groß und unnahbar. Als sie ihn für einen kurzen Moment berührt, kann sie den schlimmsten Moment in seiner Vergangenheit sehen…

Daphne ist eine sehr sympathische Protagonistin, nicht zickig, sehr auf ihre kleine Tochter bedacht und versucht, alles für Halie zu tun, um ihr ein behütetes Leben zu ermöglichen. Welches Potenzial allerdings in dieser kleinen Person steckt, zeigt sich von Buchseite zu Buchseite mehr. Anscheinend wusste Daphne schon immer, dass sie anders ist, als die Menschen in ihrem Umfeld. Zwar sind ihre Eltern reich, doch mit Geld kann man keine Liebe kaufen und so hat sie nie die körperliche Zuwendung bekommen, die für Kinder so wichtig ist.

Auch Reagan ist sehr speziell, extrem unnahbar. Zwar merkt man, dass er Daphne zugetan ist, doch mehr erfährt man leider nicht über ihn. Ich hoffe, dass die Autorin noch etwas mehr von ihm im zweiten Band preisgeben wird. Die Shadowfall-Idee ist an sich eine sehr interessante Geschichte, aus der die Autorin sehr viel machen kann, da noch viele Aspekte und Geheimnise im Dunkeln liegen. Das Cover ist von den Designern des Acabus-Verlags toll gestaltet: Dunkle Ranken ziehen sich über Buchcover und Rückseite und das Mädchen mit dem gesenkten Blick fügt sich sehr geheimnisvoll in diese Anordnung ein. Vor allem der Schreibstil der Autorin hat mich sehr begeistert und so ist keine Langeweile im Buch aufgekommen.
Danke für die schöne Reise durch die Welt der Shadowfall!

Samstag, 26. Mai 2012

Göttlich verdammt von Josephine Angelini

Endlich hab auch ich “Göttlich verdammt” von Josephine Angelini erworben und es nicht bereut. Nicht nur, dass der Dressler-Verlag ein wunderschönes Cover kreiert hat, sie konnten auch dank der deutschen Mädchenband “Demi Goddess” tolle Werbung für dieses 494 Seiten umfassende Buch herausbringen. Seit Mai 2011 gibt es den Roman im deutschen Handel und da im Mai 2012 der zweite Teil “Göttlich verloren” erscheint, darf eine Vorstellung auf unserer Seite nicht fehlen.

Die 16 jährige Helen ist auf der Insel Nuntucket zuhause, die liegt nahe der Küste Massachusetts. Ihre beste Freundin Claire ist ihr einziger Lichtblick, denn aufgewachsen bei ihrem Vater, hatte Helen nicht viele weibliche Einflüsse in ihrem Leben. Doch als die neue Familie Delos auf die Insel zieht, sind alle aus dem Häuschen, nur Helen nicht. Sie weiß nicht warum, aber sie hat einen unbekannten Hass, wann immer jemand den Familiennamen erwähnt. Seit der Ankunft der Familie Delos wandelt sie in ihrem Träumen durch eine verdorrte Landschaft –und das jede Nacht. Und immer sind dort drei Frauen, die pure Qualen ausströmen und Helen mit voller Wucht mitreißen.

Als sie in der Schule zum ersten Mal Lucas sieht, sind dort nicht nur diese drei Frauen, die Furien genannt werden, sondern sie verspürt auch eine Mordlust in sich selbst. Von dieser und blankem Hass getrieben, stürzt sie sich auf Lucas. Dieser kann sie bezwingen, doch auch er steht nach dem Angriff unter Schock. Helen weiß nicht, was sie getrieben hat und nun ist nicht nur Lucas hinter ihr her, sondern die komplette Familie…

Griechische Mythologie ist ein umfassendes und spannendes Thema, seien es Herakles, Odysseus, Zeus oder der Krieg um Troja – viel Stoff für neuzeitliche Romane. Eine tolle Idee also von der Autorin Josephine Angelini, einfach ein paar Halbgötter in einen Krieg zu verstricken und ein Shakespeare-Drama á la „Romeo und Julia“ daraus zu machen. Helen ist eine sehr nette, feinfühlige und fesselnde Protagonistin. Klar ist schon auf den ersten Seiten, dass sie anders ist als alle “normalen” Mädchen: Sie ist stark und extrem schnell, wenn sie will. Doch das alles zählt für Helen nicht, sie möchte einfach nicht beachtet werden. Als Lucas und seine Familie auftauchen, ändert sich ihr komplettes Leben. Der Schreibstil von Josephine Angelini ist sehr leicht und fesselnd, ebenso wie die Protagonistin, und behält ihren Bann bis zum Schluss.

Dank Lucas erfährt die Geschichte nicht nur Spannung, sondern auch Informationen über Helens Familie. Auch ändern sich Helens Gefühle schlagartig, aus Hass wird Liebe, doch diese darf nicht von Lucas erwidert werden, sonst bricht wieder ein riesiger Krieg aus. Natürlich klingt das einwenig übertrieben, wenn es da heißt, sie dürfen nicht miteinander schlafen, sonst bringen sie die Welt durcheinander, aber wie soll sonst in einer Teenager-Welt die Spannung erhalten werden, immerhin ist eine Trilogie geplant. Lucas Familie als Nebenfiguren sind sehr einnehmend und ich konnte mir mehrmals das Grinsen nicht verkneifen, da Geschwisterliebe auch mir nicht unbekannt ist, und was da alles an Kabbeleien und Ärgernissen bei raus kommt, kann man dann im Buch nachvollziehen. Da die Autorin sechs ältere Geschwister hat, könnte es gut möglich sein, dass die Delos-Geschwister einige Charakterzüge ihrer Familie abbekommen haben.

Auch die Covergestaltung des Dressler-Verlages muss hier erwähnt werden, denn die gesamten Verzierungen am Rand des Buches, des Schutzumschlages und im Buch selbst sind sehr gut gelungen. Auch das blonde Mädchen, vielleicht Helen, fügt sich gut in das Cover ein. Ich hoffe, dass viele von euch “Göttlich verdammt” lesen und auch so viel mit Spaß Helen und Lucas haben, wie ich es hatte.

Donnerstag, 24. Mai 2012

Soul Screamers - Mit ganzer Seele von Rachel Vincent

In dem Oktober 2011 erschienene Auftakt zur “Soul Screamers”-Serie, „Soul Screamers – Mit ganzer Seele“ heißt es nicht nur “Ich sehe tote Menschen”, sondern auch “Schrei, wenn du kannst”. Rachel Vincent verbindet die Mythologie der Banshees mit unserem Volk und deckt ein großes Geheimnis auf. Kaylee ist auf 300 Seiten die Protagonistin des Romans, welcher bei uns im MIRA Taschenbuch-Verlag erschienen ist …

Eine dunkle Diskothek, ein attraktiver Typ und ein Mädchen, welches bald sterben wird; genauso hat sich Kaylee den Abend nicht gewünscht. Natürlich war der illegale Abend geplant, ebenso, dass sie trotz Verbots in die Disco herein gekommen ist. Und dass Nash, der beliebteste Typ der Schule, ausgerechnet sie an diesem Abend zum Tanz bittet, ist der Himmel auf Erden. Aber auf das Mädchen, welches eingehüllt im schwarzen Nebel ein paar Meter neben ihr und Nash auftaucht, hätte Kaylee gern verzichtet.

Und so nimmt die Situation ihren Lauf. Kaylee wird übel und ein quälender Schrei bahnt sich den Weg aus ihrer Kehle Richtung Nash. Zu Kaylees Verwunderung haut dieser nicht ab, sondern zieht sie nach draußen und kann sie, auf wundersame Weise, beruhigen. Wie in einer anderen Welt gefangen, bekommt sie es nur durch einen Schleier der Panik mit und beruhigt sich in Nashs Umarmung. Kaylee ist verwundert, Nash stellt keine Fragen was mit ihr los war, noch hält er sie für einen Freak. Doch am nächsten Morgen holen die Frühnachrichten Kaylee aus den rosa Wolken zurück in die Wirklichkeit. Das Mädchen vom Abend zuvor wurde tot auf der Toilette des Clubs gefunden. Nun hat Kaylee ihre Vermutung, die sie seit Jahren mit sich herum trägt, bestätigt. Sie kann spüren, wenn Menschen kurz vor ihrem Ableben stehen. Geschockt geht sie abends zur Arbeit ins Kino und erfährt dort, dass in einem anderen Kino ebenfalls ein Mädchen tot umgefallen ist.

Zusammen mit Nash geht Kaylee auf die Reise ihrer Vergangenheit und versucht so, den Mörder des Mädchens ausfindig zu machen…

Dieses Buch gleicht einem guten Krimi, nur mit Fantasy-Zutaten versetzt und eine Prise Liebe beigefügt. Für mich ist es ein gut gelungener Auftakt der Autorin Rachel Vincent und da der erste Band ein offenes Ende hat, kann man nur warten, bis endlich der zweite Teil im Handel erhältlich ist. Kaylee ist eine tolle Protagonistin und wächst einem beim Lesen sehr ans Herz, was wahrscheinlich nicht nur am spannenden Schreibstil, sondern auch an der Ich-Erzählform der Autorin liegt. Auch das Umfeld, in dem Kaylee lebt, wird genauestens dargelegt, um sich immer gewiss zu sein, was nicht nur mit Kaylee geschieht, sondern welches Ausmaß ihre Wandlung in der Geschichte auf ihre Umgebung hat. Nash und Emma, ihre beste Freundin, sind wohl die wichtigsten Nebenfiguren, wobei Nash den größten Anteil hat. Emma hat alles, was eine Freundin haben sollte: Sie ist offen, ehrlich und einfach nur warmherzig, wobei Nash am Anfang geheimnisvoll, attraktiv und doch anziehend beschrieben wird.

Dass die Autorin sich in ihren Büchern das Geheimnis der Banshees widmet, macht diese Reihe nicht nur interessant, sondern bietet der Autorin auch eine große Freiheit, sich ihre Figuren selbst entwickeln zu lassen. Ich danke dem MIRA-Verlag für das tolle Leseerlebnis und hoffe auch, euch von dieser Reihe überzeugen zu können.

Dienstag, 22. Mai 2012

Elfenfeuer - Die Saga von Thale 1 von Monika Felten

Mein Leseexemplar vom Piper-Verlag ist bereits die zweite Auflage, welche im Jahr 2010 erschienen ist. Verbunden mit einem neuen Coverdesign legt die Autorin Monika Felten mit “Die Saga von Thale 1 - Elfenfeuer” ein tolles Debüt hin. Auf 475 fantastischen Seiten begleitet der Leser die Protagonistin Sunnivah auf ihre schicksalhaften Reise …

Thale, die Heimat der Nebelelfen, wird von einem Dämon aus einer Paralleldimension bedroht. An-Rukhbar vernichtet fast alle Nebelelfen sowie Priesterinnen ihres Glaubens, genau wie die Druiden, und nimmt deren Göttin gefangen. Doch der letzte Druide offenbart An-Rukhbar eine Prophezeiung, in der von seinem Untergang die Rede ist, und nur das eine Kind, welches in einer schicksalhaften Nacht geboren wird, ist sein Erzfeind.

Seit dieser Prophezeiung dürfen im ganzen Land keine Kinder geboren werden. Die schwangeren Frauen werden auf die Burg Nimrod gebracht und sehen, zum größten Teil, ihre Familien nie wieder. Doch An-Rukhbar findet die bestimmte Frau, die das Kind in sich tragen soll, nicht und der Tag der Geburt dieses “Erlösers” rückt immer näher. Aus den Dimensionen werden Hilfen beordert, um die Mutter aufzuspüren und zu töten. Auch Ilahja ist schwanger und lebt in Angst, vor allem den Leuten in ihrem Dorf kann sie sich nicht anvertrauen. Sie würden sie aus Angst vor dem Zorn An-Rukhbars sofort ausliefern.

Eines Nachts erscheint eine Botin der eingesperrten Göttin und offenbart ihr, dass ihre Tochter eines Tages An-Rukhbar die Stirn bieten wird, nur Ilahja muss um ihr Kind kämpfen und die Schwangerschaft verstecken.Tassea, die Heilerin im Dorf, hilft Ilahja mitten im Wald ihr Kind zur Welt zu bringen. Die Nebelelfe Naemy bringt das kleine Mädchen namens Sunnivah zu einer Priesterin, damit sie dort vor dem Dämon versteckt wird und in 16 Jahren ihre Prophezeiung erfüllen kann...

Mit der “Saga von Thale” gewann die Autorin Monika Felten schon zweimal den Phantastik Preis und so wurde auch ich neugierig auf den ersten Band der Saga. Thale ist eine komplexe Welt, für die die Autorin viele Wesen, Gesetze und Umgebungen erschaffen hat. Doch es gibt Stolpersteine, die den Leser sehr schnell grübeln lassen. Zum einen: Warum melden sich Menschen aus einem unterjochten Land freiwillig, um gegen ihre eigenen Landsmänner zu kämpfen? Und zum anderen: Warum dürfen gar keine “legalen” Babys geboren werden, mit dieser Methode, die der Dämon fährt, würde er seine Untergebenen nur selbst ausrotten. Die gut illustrierte Karte, die der Verlag gleich in den ersten Seiten des Buches platziert hat, ist mir gleich ins Auge gefallen.

Thale ist nicht groß, doch enthält es viele Abenteuer für die Bewohner bereit, welche natürlich nie alle erzählt werden können. Doch da es einen zweiten, dritten und sogar einen Extraband gibt, werden noch so einige Protagonisten und deren Nebenfiguren ihre Abenteuer ausleben können. Nicht nur die Reise der Protagonistin Sunnivah steht im Mittelpunkt, sondern auch viele Nebenfiguren, wie der Hauptmann Tarek und dessen Sohn Veith, schmücken die Geschichte aus. Sunnivah umgibt in Thale eine grauenhafte Welt, die sehr an das Mittelalter anlehnt, wo sich die hohen Lords des Landes alles nehmen konnten, was ihnen gefiel. Vor allem die Vergewaltigungen an Frauen, von schwangeren Frauen bis kleinen Kindern, kommt in diesem Buch oft zur Geltung und ich muss mich jedes Mal fragen, wie Autorinnen, die solche Bücher schreiben, gerade bei Vergewaltigungen zu so einer extremen Brutalität neigen können. Ich hoffe sehr, dass sie es nie selbst so erlebt haben.

Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist, dass die Autorin es versteht, die Worte so einzusetzen, als würde man einen Maler beim erschaffen seiner Welt zusehen. Alles in allem ist das Buch nicht schlecht, aber unter einem Buch, welches Preise abgeräumt hat, erwarte ich ein wenig mehr Spannung und dass die Story mehr Hand und Fuß aufweisen kann. Trotz alledem danke ich dem Piper - Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplars.

Sonntag, 20. Mai 2012

Erwachen - Blood Lily Chronicles von Julie Kenner

Bereits im Januar 2011 ist dieser erste Band der Dämonenjäger-Serie „Erwachen – Blood Lily Chronicles“ von Julie Kenner erschienen. Der LYX-Verlag hat dieses 367 Seiten umfassende, actionreiche Buch herausgebracht und mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zukommen lassen.

Wie würdest du dich fühlen, wenn du in einem fremden Körper aufwachst und ein Dämon dich gerade opfern möchte? Genau das ist Lily Carlyle widerfahren …

Als sich Lily an dem Vergewaltiger ihrer Schwester rächen möchte, bringt sie nicht nur ihn um, sondern wird auch gleichzeitig von einer Kugel aus seiner Pistole tödlich getroffen. Doch die hohen Mächte schlagen Lily einen Handel vor: sie darf ins Leben zurückkehren, aber sie muss dafür auch etwas leisten. An ihrem Leben hängend, stimmt Lily diesem Handel zu und erwacht in einem heruntergekommenen Zimmer. Sie ist nicht nur am Leben, sondern auch gefesselt auf einem wie ein Altar anmutenden Gebilde, und mit ihr im Zimmer ist ein Monster der schlimmsten Albträume: ein nach Eiter stinkender Dämon.

Lily ist außer sich, doch sie kann sich befreien und erfolgreich türmen. Als sie sich in einer Gasse wieder findet, begegnet sie den “Froschmenschen” Clarence. Dieser erklärt Lily ihre Aufgabe, die darin besteht, die neunte Pforte zur Hölle zu schließen und alle Dämonen, die bisher aus dieser geschlüpft sind, zu töten. Lily ist verwirrt in so einen Handel je eingewilligt zu haben, doch nun ist alles zu spät, denn sollte sie nicht darauf eingehen, würde Clarence sie auf der Stelle töten. Und noch etwas hat sich in Lilys Leben verändert: sie ist nicht mehr in ihrem alten Körper, sondern muss jetzt das Leben einer jungen, schwarzhaarigen Schönheit namens Alice führen. Dazu gehört auch ihr Job im Pub von Alice Onkel.

Alle dort wundern sich, dass sich “Alice” am vergangenen Freitag so gehetzt aufgeführt hat. Doch Lily kann alle beruhigen und nimmt den Arbeitsalltag als Alice auf. Als plötzlich ein Stammgast mitten durch den Pub segelt, sind ihre Gedanken schnell durcheinander gewirbelt. Der mysteriöse Deacon steht vor ihr in seiner gewaltigen Größe und Anmut und lässt ebenso Lily, in Alice-Gestalt, nicht aus den Augen, doch einen Wimpernschlag später ist er auch schon verschwunden.

Als des Nachts alle Gäste gegangen sind und Lily nur noch den Müll in die Gasse hinter dem Haus bringen muss, steht auf einmal der nach Eiter stinkende Dämon wieder vor ihr. Mit aller Kraft wehrt sie sich gegen ihn und doch bekommt sie Hilfe. Deacon steht auf einmal neben ihr und tötet den Dämon mit seinem Messer.Er kann nicht verstehen, warum Lily über so große Kraft verfügt und ist enttäuscht, dass er sie bei ihrer letzten Verabredung sitzen gelassen hat.Lily ist verwirrt, denn als sie Clarence erzählt wer ihr geholfen hat, warnt diesr sie, denn Deacon ist kein Mensch, sondern auch ein Dämon und eben diese soll Lily bekämpfen…

Es ist schon am Anfang sehr verwirrend zwischen dem hier und jetzt in Lilys Leben zu unterscheiden, doch schnell hat man sich zusammen mit der Protagonistin eingelebt und kämpft in dunklen Gassen gegen die Dämonen. Vor allem die ersten Kapitel sind ein totales Gefühlschaos, nicht nur für Lily, da man sich erst ein Bild von den ganzen Umständen in ihrem Leben machen muss, um in der Geschichte Fuß zu fassen.

Dafür erleichtert der Schreibstil der Autorin dem Leser die textlichen Hindernisse ungemein und durch die vielen Spannungsbögen ist es ein wahrer Genuss, Seite für Seite in Lilys neues Leben einzutauchen. Auch die Nebenfiguren, wie Clarence oder Deacon, fügen sich sehr gut in das Geschehen ein und werden zu einem festen Bestandteil der Story. Vor allem bildhaft dargestellt sind die Kampfszenen in dem Buch, die so bis ins kleinste Detail erklärt sind, dass die Fantasie des Lesers regelrecht beflügelt wird. Auch das offene Ende und dessen Wendung geben dem Buch die nötige Würze, um süchtig danach zu werden. Was auch sehr gut gelungen erscheint, sind die Begegnungen zwischen Lily oder besser Alice und Deacon. Man kann förmlich mitfiebern, wie Lilys Herz Aussetzer bekommt, sie rot anläuft und kein Wort über die Lippen zu bringen vermag. Leider gibt es davon zu wenige Szenen und zu kurze, als dass sie reichen würden, um die Nebenfigur von Deacon ins Herz zu schließen, aber sie sind immer dann gesetzt worden, wenn es die Story gerade benötigt.

Allen, die auf Action, Leidenschaft und Dämonen stehen, muss ich dieses Buch einfach ans Herz legen. Es ist auch leider dann schon so schnell zu Ende, das man gleich zu Band zwei greifen muss.

Freitag, 18. Mai 2012

Das Lachen des Kookaburra von Kate Sunday

Kate Sunday präsentiert mit ihrem Roman "Das Lachen des Kookaburra", der im Verlagshaus Traumstunden el Gato erschienen ist, die wunderbare Welt Australiens. Auf 316 Seiten lässt sie den Leser an der Gefühlswelt ihrer Protagonistin Rebecca teilhaben. Ich bedanke mich bei der Autorin, dass ich in ihr Buch schnuppern durfte.

Rebecca Fielding, gebürtige Engländerin, zieht mit ihren Eltern in das kleine Dörfchen Mount Gambier in Australien. Ihr wird klar, dass ihr neues zu Hause ihr nichts bieten kann und sie studieren will. Am besten in einer der großen Städte Australiens. Sydney. Melbourne. Kurz vor ihrem Schulabschluss jedoch verliebt sie sich in den charmanten Australier David Hunter. Für Rebecca ist es Liebe auf den ersten Blick und sie verbringt die schönste Zeit ihres Lebens mit David. Auch wenn ihre Eltern zuerst gegen die Beziehung sind, zieht David sie irgendwann in seinen Bann und alles scheint perfekt. Nach einigen Monaten glücklicher Beziehung flammt der alte Wunsch, Australien zu entdecken und irgendwo zu studieren, in Rebecca wieder auf und sie bewirbt sich, hinter Davids Rücken, an der Universität in Melbourne. Denn sie ist sich sicher, dass er ihr folgen wird, schließlich gehören sie zusammen. Als sie tatsächlich angenommen wird, rastet David aus. Wie konnte sie so eine Entscheidung hinter seinem Rücken treffen? Er würde seine Heimatstadt und den Familienbetrieb niemals alleine lassen. Die Beziehung zerbricht und David wendet sich einer anderen Frau zu.

Rebecca kann David nie vergessen und auch Jahre später liebt sie ihn immer noch so, wie am ersten Tag. Sie kann sich keinem anderen Mann mehr hingeben und keine Beziehung führen. Als sie von Melbourne nach Sydney zieht, lernt sie Alex kennen, der immer an ihrer Seite steht. Wird er es schaffen David aus ihrem Kopf und vor allem ihrem Herzen zu vertreiben?

Was mir als erstes an dem Buch aufgefallen ist, ist das schöne Cover. Der wohl bekannteste Berg Australiens "Ayers Rock", wurde gut in Szene gesetzt und erzeugt sofort den Wunsch zu verreisen. Die Protagonistin Rebecca schien mir auf den ersten Seiten recht naiv zu sein. Ihr Verhalten war für mich meistens nicht nachvollziehbar, was aber wahrscheinlich an mir und meinen eigenen Ansichten und nicht an den Schilderungen der Autorin lag. Diese Naivität und Unverständlichkeit ihres Verhaltens legten sich mit der Zeit und ich hatte das Gefühl, dass ich mich nun mehr mit Becca identifizieren konnte. Als dann Alexander auftauchte, wurde es richtig interessant. Alex war meiner Meinung nach eine der spannendsten Figuren des Romans und ich habe ihn gleich in mein Herz geschlossen. Das Ende hat mich persönlich dann etwas überrascht, da ich Rebecca anders eingeschätzt hatte.

Alles in allem hatte ich mir mehr davon versprochen, da man doch eher weniger über Australien und die Sitten des Landes erfährt, und ich hatte manchmal das Gefühl, dass alles viel zu schnell und oberflächlich abgehandelt wird. Leider fand ich nur stockend in das Buch, doch ab dem Erscheinen Alexanders wurde es besser und ich fand seinen Charakter angenehmer, da sein Verhalten für mich persönlich nachvollziehbarer war. Ich muss zugeben, dass es leider nicht wirklich meinem Geschmack entspricht, aber ich denke das ist Ansichtssache. Der Schreibstil der Autorin hat mir gefallen und ich fand es toll, dass sie Lieder mit einem YouTube-Link angegeben hat.

Durch das schöne Cover und die Gesamtverpackung erhält das Buch von mir 3 von 5 Schmetterlingen. Wer ein großer Fan von reinen Liebesgeschichten ist, dem dürfte dieses Buch gefallen.