Freitag, 25. Januar 2013

Lysanders Legenden - Carla von Julia Tarach


Heute stelle ich euch das Buch „Lysanders Legenden Band 1 – Carla“ vor, welches im April 2012 im AAVAA-Verlag erschien ist. Aber erst einmal möchte ich meinen Dank an die Autorin Julia Tarach richten, die mir ein Exemplar ihres 263 Seiten umfassenden Romans zur Verfügung gestellt hat. Es war ein Vergnügen, es zu lesen.
Carlas Leben verläuft momentan nicht gerade optimal. Nachdem ihr Kollege Christian ihr eine Präsentation ruiniert und ihr Chef ihm daraufhin den Vorzug gegeben hat, will sie eigentlich nur noch eines: ab in ihren Lieblingsclub und dort ein wenig Ablenkung finden. Doch auch das läuft nicht wie gewünscht, denn die „Ablenkung“ entpuppt sich als echte Niete. Und als wäre das alles noch nicht genug, wird sie auch noch von merkwürdigen Träumen heimgesucht, in denen ihr eine mysteriöse Gestalt begegnet – Lysander. Dieser überredet sie, Christian näher zu kommen, um sich in ihrem Job besser durchzusetzen. Doch als sie dies tut, trifft sie der Schock, denn nachdem sie ihn geküsst hat, ist er tot! Sie hat ihn getötet. Aber wie genau? Und warum? Sie ist erschrocken und verwirrt. Die spärlichen Informationen, die Lysander und Leoba, ein weiteres Mitglied der sogenannten Garde, ihr zukommen lassen, bringen auch nur langsam Licht ins Dunkel. Trotzdem folgt sie Lysander – nachdem sie den Drang verspürt eine Weile einfach zu verschwinden – zu dessen Anwesen, um für eine Weile dort zu wohnen. Hier lernt sie auch die anderen Garde-Mitglieder kennen und erfährt: sie muss drei Prüfungen absolvieren. Wird ihr das gelingen? Und wie meistert man seinen Alltag, wenn jede Berührung tödlich sein kann?

Ich muss sagen, anfangs fiel es mir schwer, mich in das Buch hinein zu lesen. Was sicher auch ein wenig an Carla lag. Sarkastisch, ungeduldig und teilweise fast schon aggressiv, war sie für mich als Hauptperson ein wenig gewöhnungsbedürftig. Einige Male taten mir ihre „Opfer“ beinahe ein wenig leid, wenn Carla verbal über sie herfällt. Doch wenn man sich schließlich erst einmal daran gewöhnt hat, ist es erfrischend anders, eine leicht biestige Protagonistin zu haben. Trotzdem gab es die eine oder andere Situation, in der ich ihr Verhalten nicht ganz nachvollziehen konnte – unter anderem z.B. als sie sich schließlich mit ihrem neuen Schicksal abgefunden zu haben scheint und ihre Aufgabe plötzlich beinahe schon skrupellos erfüllt. Alles in allem ist Carla eine ungewöhnliche, aber dennoch gut ausgearbeitete Protagonistin.

Ich hatte von dem Buch vorher noch nichts gehört, doch die kurze Artikel-Beschreibung bei Amazon hat mich neugierig gemacht. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Autorin hat einen schönen, leichten Schreibstil. Durch die Ich-Perspektive kann man sich gut in die Geschichte einfühlen. Auch die Gliederung der Kapitel – jedes einzelne ist nach einem Wochentag benannt und stellt einen Tagesablauf dar – ist mal etwas Neues. Allerdings hätte ich einen etwas sparsameren Gebrauch der Kosenamen, gerade zu Beginn des Buchs, schöner gefunden.

Der Anfang ist ein wenig zäh, es dauert eine kleine Weile, bis die Geschichte wirklich in Fahrt kommt, doch als es dann schließlich soweit war, mochte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Durch Carlas Sicht bekommen wir Leser auch nur nach und nach die Informationen, die wir so gerne hätten und so manches Geheimnis hält sich auch noch bis zum Schluss. Ich hoffe, dass in den Folge-Bänden die Aufklärung dann folgt. Die Spur einer Liebesgeschichte lässt sich auch bereits erahnen, ist jedoch bei weitem nicht so dominant wie in vielen anderen Büchern. Vielleicht ändert sich das ja auch im Laufe der Reihe noch? Ich persönlich würde es mir wünschen.

Alles in allem ein empfehlenswertes Buch. Ich bin neugierig, wie es weiter geht. Dem Titel nach zu Urteilen lernen wir ja im nächsten Band vielleicht ein anderes Mitglied der Garde näher kennen? Ich bin gespannt.

 

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