Donnerstag, 29. August 2013

Für immer die Seele von Cynthia J. Omololu


Manchmal surfe ich auf Internetseiten, um mich über die neusten Bücher zu informieren. Und auch dieses Mal habe ich wieder ein wunderschönes Buch gefunden, das ich auf Anhieb interessant fand. Umso erfreuter war ich, als ich vom Dressler Verlag das Buch „Für immer die Seele“ von Cynthia J. Omololu bekommen habe. Auf den 381 Seiten konnte ich in das Leben oder besser gesagt in die verschiedenen Leben von Cole eintauchen.
Alles beginnt in der Londoner U-Bahn... Nicole, von allen Cole genannt, folgte ihrer Schwester Kate aus dem U-Bahnhof Tower Hill. Im Gepäck ein seltsames Gefühl, welches sie zurzeit andauernd begleitet.

Kate und Cole könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Cole die typischen Sehenswürdigkeiten von London abklappern will, interessiert sich Kate nur für die nächste Boutique. Doch sich den Willen ihrer Schwester beugend, geht Kate mit Cole in den Tower of London. Sie schließen sich einer Touristenführung an ohne zu Wissen was bald geschieht. Da Kate schnell gelangweilt von der Führung ist, entschließen die Schwestern den Tower auf eigene Gefahr zu erkunden. Die Beiden entdecken einen Raum, in dem an den Wänden die letzten Worte der zum Tode Verurteilten stehen. Ein Satz weckt die Aufmerksamkeit von Cole, die das Gefühl nicht los wird, mit dem Tower verbunden zu sein. Auch die Worte: „Ad vitam aeternam“ kommen ihr bekannt vor. Auch wenn Cole kaum Latein spricht, weiß sie tief in ihrem Inneren die richtige Übersetzung : „Bis in alle Ewigkeit“. Da Kate unbedingt die Kronjuwelen sehen will, machen sich die beiden auf den Weg um die kurze Warteschlange auszunutzen. Cole wird dazu verdonnert ein Foto von Kate und dem Soldaten, der die Kronjuwelen bewacht, zu machen. Doch ihr wird plötzlich schwindlig und sie stolpert über einen Fremden. Als dieser den Versuch unternimmt, sie am Arm festzuhalten damit sie nicht fällt, explodiert alles vor Coles Augen und sie ist nicht mehr in der Gegenwart und Cole, sondern eine hochrangige Dame, die im Tower von London hingerichtet wird. Als sie wieder zu sich kommt, wird sie nicht nur von ihrer Schwester umsorgt, sondern auch von Owen und dem Fremden namens Griffon. Sich um die Gesundheit von Cole sorgend, läd Griffon sie zu einem Tee ein und sie verstehen sich auf Anhieb.

Leider ist Cole nur in London weil ihr Vater sie in einer seiner Geschäftstermine eingebaut hat und so ist die Freundschaft zu Ende eh sie richtig begann. Kate, Cole und ihr Vater machen sich wieder auf den Weg in die USA ohne zu ahnen, dass das Abenteuer erst begonnen hat, denn diese Vision von Cole wird nicht ihre Letzte sein und sie wird Dinge über sich erfahren, die sie nie für möglich gehalten hat.
Wird sie Griffon je wiedersehen?


Der Auftakt einer neuen Trilogie ist Cynthia J. Omololu wirklich gelungen. Man merkt, dass sie sich mit der Geschichte richtig auseinandergesetzt hat. Die Handlung und die Geschichte an sich, sind mir so noch nie untergekommen. Also kann ich sie guten Gewissens als neuartig bezeichnen. Frau Omololu hat ein Auge fürs Detail. Der Leser wird in dem Buch mit viel Geschichte konfrontiert. Die Geschichte an sich ist spannend, wurde mir auf Dauer aber leider etwas zu langatmig, weil die Figuren diese meistens erzählten, aber immer mehr abschweiften und die Handlung bisweilen nicht voran kam. Doch die Szenen sind mit Liebe fürs Detail beschrieben und konstruiert, sodass es einem ein Leichtes war, in die Story einzutauchen. Die Hauptcharaktere und ihre Nebenfiguren fand ich sehr interessant. Cole ist von ihrem Wesen her, ein freundliches, loyales und nettes Mädchen. Dass sie eine bekannte Cellistin ist, merkt man schnell, denn sie hat mehr Erfahrung mit dem Cello als mit Menschen. Sie ist sehr schüchtern, will aber Erwachsen wirken. Manchmal hat sie auch so ein Schwarzweiß-Bild von der Welt. Aber das macht sie so sympathisch. Sie ist nicht die perfekte Protagonistin, die die Welt ohne Wimpernzucken retten kann, sondern hat Fehler, die sie dem Leser näher bringen. Ich konnte mich wunderbar in sie hineinversetzen. Im Gegensatz dazu steht Griffon. Er ist weltoffen, bewandert in fast allen Dingen, liebevoll und verständnisvoll. Für ihn gibt es immer mehrere Erklärungen für eine Tatsache und er sieht alle Seiten der Medaille. Dieser Gegensatz machen das Buch spannend, weil man nicht weiß, wie der eine Charakter den anderen beeinflusst und die Handlungen so nicht vorhersehbar sind. Auch die Nebenfiguren sind mit ihrer ganz eigenen Geschichte interessant. Die Mutter von Cole ist so stolz auf ihr Wunderkind, dass sie Kate manchmal komplett vergisst. Sie sieht nicht den Menschen an sich, sondern nur seine Fähigkeiten. Dagegen steht Griffons Mutter, die mehr wie eine Freundin als eine Mutter ist. Sie ist genauso weltoffen wie ihr Sohn und behandelt Cole nicht wie ein Kind oder die weltberühmte Cellistin, sondern wie eine Ebenbürtige. Und wiederum spiegelt sich hier der Gegensatz wieder, den ich ja persönlich so liebe. Der Schreibstil rundet das Buch dann noch perfekt ab. Er ist flüssig und nicht zu schwierig, aber trotzdem noch anspruchsvoll. Das Cover ist wunderschön gestaltet und strahlt eine Art Harmonie aus.

Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, der Abstand von den üblichen Handlungen mit Vampiren, Elfen oder Zeitreisenden braucht und auch jedem, der einmal in das Fantasy-Genre eintauchen möchte.

Freitag, 16. August 2013

Das Mädchen mit dem Flammenherz von Kady Cross


Direkt im Anschluss an den Auftakt der „Steampunk-Chronicles“ stelle ich euch heute den zweiten Band vor: „Das Mädchen mit dem Flammenherz“ ist am 13.05.2013 im Heyne-Verlag erschienen und umfasst 352 spannende Seiten. Ich danke dem Verlag herzlich, dass sie mir ein Rezensionsexemplar bereitgestellt haben.
Finley Jayne und ihre neuen Freunde verschlägt es nach New York. Allerdings ist dies kein vergnüglicher Ausflug, sondern eine Rettungsmission. Jasper, der junge Amerikaner, steht unter Mordverdacht und wird deshalb zurück in sein Heimatland gebracht. Die Gruppe kann das kaum glauben und folgt ihm, entschlossen herauszufinden, was hinter diesem Vorwurf steckt und ihrem Freund zu helfen. Schnell stellt sich heraus, dass es nicht die Polizei war, die Jasper in Gewahrsam genommen hat, sondern der berühmt berüchtigte Gangsterboss Reno Dalton. Eben diesen hat der Cowboy vor ein paar Jahren hintergangen. Nun sinnt Dalton auf Rache und hat Jaspers Freundin Mei Xing in seine Gewalt gebracht und erpresst Japser so, ihm die damals entwendeten Maschinenteile zurückzuholen.
Um ihn zu retten – und Griffins Aufmerksamkeit zu gewinnen, die sie sich mehr ersehnt, als sie sich eigentlich eingestehen will – entwickelt Finley einen waghalsigen Plan. Sie schleicht sich in die Bande des Gangsters ein und gewinnt dessen Vertrauen. So erfährt sie nicht nur, was es mit Jaspers Entführung auf sich hat, sondern auch, dass Dalton ein bisher weltweit einzigartiges Verbrechen plant. Finley und ihre Freunde müssen all ihre Fähigkeiten einsetzen, um ihn aufzuhalten. Doch wird ihnen dies auch gelingen, ohne dass jemand zu Schaden kommt?


Nachdem bereits der erste Teil dieser Reihe ("Das Mädchen mit dem Stahlkorsett") mein Interesse für das Genre entfacht hat, hat „Das Mädchen mit dem Flammenherz“ mich nun endgültig in den Bann des Steampunk gezogen und natürlich auch in den Bann von Filey und ihren Freunden. Ich hatte wieder unheimlich Spaß beim Lesen dieses Buches und bin immer mehr in die noch relativ unbekannte Welt eingetaucht. Im Gegensatz zum ersten Buch, hat man sich hier bereits schon ziemlich an die Besonderheiten dieser Welt und die Fähigkeiten der Protagonisten gewöhnt.
Kady Cross’ Schreibstil hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich konnte mir das viktorianische New York problemlos vorstellen, ebenso wie die verschiedenen Charaktere und interessanten maschinellen Erfindungen (z.B. Emilys wunderbares, neues „Haustier“). Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir, dass die Hauptprotagonisten allesamt eine gewisse Wandlung durchmachen in diesem Buch. Man bekommt hautnah mit, wie sie sich entwickeln, erwachsener werden und allmählich zusammen wachsen. Immer noch ein kleines Manko ist, dass die Vergangenheit von Emily und Sam weiterhin keine Erwähnung findet. Zwar wurde Emilys dunkles Vorleben ein paar Mal ganz kurz angerissen, aber Erklärungen, was damals geschehen ist und wie es sich auf sie ausgewirkt hat, gab es leider noch keine. Hier hoffe ich weiterhin auf Aufklärung.

Das Cover ist wieder sehr gut gelungen. Erneut zeigt es Finley als Titelfigur in einem typischen Steampunk-Outfit, diesmal vor einem hellen Hintergrund. Auch die schwarzen Strähnen, die sich vor kurzem in ihren Haaren gebildet haben, sind zu erkennen. Wirklich äußerst passend gestaltet, wie ich finde. Nicht so jedoch der Titel, meiner Meinung nach. Ich habe keine genaue Erklärung, wie der Bezug des Buches zu „Das Mädchen mit dem Flammenherz“ entstanden ist, oder ich habe diesen irgendwie übersehen. Das gefällt mir der englische Titel „The Girl in the Clockwork Collar“ wesentlich besser, denn der Bezug zum Buch ist deutlich erkennbar.

„Das Mädchen mit dem Flammenherz“ hat mich wieder vollkommen überzeugt. Klar, es gab diese ein-zwei kleinen Negativ-Punkte, die jedoch den Lesespaß in keinster Weise schmälern. Ich kann es kaum erwarten, dass es mit Finley, Griffin und den anderen weiter geht.

Sonntag, 11. August 2013

Grischa-Eisige Wellen von Leigh Bardugo


Ich las vor einigen Monaten den 1. Band der „Grischa“–Saga. „Grischa – Goldene Wellen“ hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich vom Carlsen Verlag den 2. Band „Grischa – Eisige Wellen“ von Leigh Bardugo zugeschickt bekommen habe. Dafür möchte ich mich recht herzlich bedanken. Auf 434 Seiten konnte ich Alina und Maljien auf ihrer abenteuerlichen und nicht gerade ungefährlichen Reise begleiten.
Die Schlacht ist geschlagen und der Dunkle für immer geschlagen. Oder doch nicht? Alina und Maljien flüchten nach dem Kampf auf dem Schattenflur aus Rawka. Es gelingt ihnen über die Wahre See nach Nowij Sem zu fliehen. Doch Alina fällt es, im Gegensatz zu Maljien, sehr schwer neue Kontakte zu knüpfen und so wird sie immer mehr zum Schatten ihrer Selbst. Die Nachricht, dass der Dunkle noch lebt, trägt nicht gerade zur Verbesserung ihrer Lage bei. Auch die drohende Mittellosigkeit stellt die beiden vor ein neues Problem und so müssen sie einfach Arbeitsstellen annehmen um sich ihren Lebensunterhalt und ihre weitere Flucht zu finanzieren. Während dessen ist ihnen der Dunkle immer mehr auf den Fersen und ist stärker denn je. Denn der Dunkle will auf den Zarenthron und brauch dafür Alina. Er wird nicht eher ruhen bis er sie in seiner Gewalt hat. Und so geraten die beiden als Gefangene auf ein Piratenschiff. Was der Dunkle jedoch nicht ahnt, er hat Alina und Maljien geradewegs in die Arme eines ihrer bedeutsamsten Verbündeten getrieben, den Freibeuter Sturmhond. Sturmhond hat nicht nur einige Geheimnisse sondern rettet Alina auch noch vor dem Dunklen. Doch eine Frage bleibt: Warum will er Alina um jeden Preis nach Rawka zurückbringen? Dennoch steht eines für Alina fest: Sie will sich dem Dunklen nicht kampflos überlassen und so schließt sie einen verrückten und waghalsigen Plan. Sie will die 2. Armee des Zaren anführen und darüber hinaus sich dem Dunklen in den Weg stellen und ihn vernichten. Mit diesem Plan reisen sie zurück nach Rawka... Wird ihre Liebe allen Widrigkeiten standhalten und werden sie den Dunklen endlich vernichten können?

Nach Monaten des Wartens hatte ich die große Befürchtung, dass ich nicht so schnell wieder in die fantastische Welt, die Leigh Bardugo erschuf, hinein finden würde. Doch der Anfang von „Grischa – Eisige Wellen“ ist so genial geschrieben, dass mir der Einstieg ziemlich leicht fiel. Aufgrund der Rückblenden findet man sich langsam wieder in das Buch und die Geschehnisse ein. Die Spannung baut sich sehr schnell auf und man will das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Selbst die Stellen, in denen Pläne geschmiedet, Kriegsstrategien ausgetüftelt werden und über allerhand Politik gesprochen wird, sind so geschrieben, dass keine Langeweile aufkommt. Und wer hätte das bei einem Thema wie Politik je gedacht? Leigh Bardugo hat eine einmalige Art den Leser in ihren Bann zu ziehen. Das merkt man auch an den Protagonisten, die an ihren Aufgaben wachsen. Alina war eher die ruhige und schüchterne, die gemacht hat, was man ihr sagte. Doch jetzt ist sie zu einer selbstsicheren Frau geworden, die sich nicht mehr herum schubsen lässt und ehrgeizig ihre Ziele verfolgt. Auch Maljien macht eine Wandlung durch. Es ist sehr schwer für ihn zu verstehen, wie es für Alina ist, eine Grischa zu sein. Er verhält sich einerseits sehr charmant, andererseits kann ich manche Handlungen von ihm nicht nachvollziehen und finde sie recht zweifelhaft und durchaus traurig. Doch hat mir an ihm sehr gefallen, dass er endlich die nötige Tiefe bekommen hat. Man lernt ihn jetzt viel besser kennen. Neben den beiden Protagonisten fiel mir auch der Freibeuter „Sturmhond“ positiv auf. Er bringt Alina immer öfter zum schmunzeln. Er hat seine Geheimnisse und das macht ihn so sympathisch. Sturmhond ist nicht leicht zu durchschauen, was eine gewisse Anziehung auf den Leser ausübt.
Für mich waren die Begriffserklärungen im Glossar sehr hilfreich das Buch und die Figuren zu verstehen. Es ist eine tolle Idee, das mit in das Buch einzuarbeiten.
Es ist dem Carlsen Verlag erneut gelungen ein wunderschönes Cover passend zur Geschichte zu kreieren.
„Grischa – Eisige Wellen“ von Leigh Bardugo kann ich jedem empfehlen, der Entspannung vom stressigen Alltag braucht und in eine nie dagewesene fantastische Welt eintauchen will.

Dienstag, 30. Juli 2013

Burning Wings-Das Erwachen von Annette Eickert


Ich (Maria) bekam heute das Buch „Burning Wings – Das Erwachen“ von Annette Eickert als Rezensionsexemplar zugeschickt, wofür ich mich bedanken möchte. Auf 70 Seiten können wir Einblicke in die Welt der Engel bekommen. Ist der Himmel wirklich so, wie wir ihn uns vorgestellt haben?
Stell dir vor du wachst eines Tages in einem Raum auf, der keine Türen hat. In dem Raum befinden sich allerhand Betten gefüllt mit Menschen wie du und ich, nur dass über ihren Köpfen helle Lichter schweben. Würde dich diese Vorstellung ängstigen? Damian ergeht es nämlich genau so. Splitterfasernackt ohne zu Wissen wer er ist und was er hier zu suchen hat, steht Damian mitten in diesem Raum und wird von unsäglichen Schmerzen geplagt. Die Schmerzen scheinen ihn zu verbrennen und Hilfe ist nicht in Sicht. Doch dann erscheint auf merkwürdige Weise eine Tür ohne Klinke und ein atemberaubender, schwarz gekleideter Mann ohne Schuhe steht in der Schwelle. Ohne jegliche Erklärungen abzuliefern, außer seinem vergessenen Namen, führt ihn der durchtrainierte und mysteriöse Fremde in einen Raum mit einem auf einem Sockel stehenden Thron auf dem ein Engel Platz genommen hatte. Auch dieser Engel, der sich später als Oriphiel herausstellen sollte, spart mit seinen Worten. Doch seine karge Wortwahl verändert Damians Leben für immer. „Damian, du hast dich des Vergehens schuldig gemacht Selbstmord begangen zu haben. Deine Seele wurde geprüft und gereinigt. Doch du bist nicht bereit, dir deine Schuld einzugestehen. Aus diesem Grund verurteile ich dich zu ewiger Arbeit in Agnon. Dein Leben liegt hinter dir. Dein neues Leben beginnt nun.“ Und mit diesen Worten war Damians Schicksal besiegelt. Er bekommt ein spartanisch eingerichtetes Zimmer und neue Sachen zum Anziehen zugeteilt. Nachdem er seine sehr karge Einrichtung betrachtet hatte, ertönen drei Glockenschläge. Die Neugier treibt ihn dazu in den Flur zu laufen und festzustellen, dass Essenszeit ist. Er folgt seinen Mitbewohnern in einen großen Saal mit langen und zahlreichen Bankreihen an denen jeweils 20 Personen Platz hatten. Da er so in seine Gedanken vertieft ist, hätte er fast nicht mitbekommen, dass jemand nach ihm gerufen und ihm zugewunken hatte. Der Fremde weist ihm seinen neuen Platz am Tisch zu. Nazary kurz Naz genannt begrüßt Damian sehr freundlich und auch Joel, ein Freund von Naz, stellt sich höfflicher Weise vor. Die drei kommen schnell ins Gespräch und erklären Damian alles was er wissen muss. Kurz nachdem Essen folgt Damian den anderen Beiden noch auf Joels Zimmer, der ihm einen unbewussten Wunsch erfüllt. Er kann in einem Spiegel endlich sich selbst sehen. Nach einigen interessanten und wichtigen Gesprächen verlassen Naz und Damian gemeinsam das Zimmer um das ihnen jeweils zugeteilte Zimmer aufzusuchen und endlich schlafen zu gehen. Nach einer unruhigen Nacht erwacht Damian von einem Türklopfen. Er erwartete schon, dass Naz gleich durch die Tür kommen würde, doch als er diese öffnet, steht der atemberaubende Fremde vor ihm. Er stellt sich Damian als sein Wächter Eljakim vor und hat die Aufgabe ihn zu seiner Arbeit zu begleiten und ihm seine Fragen zu beantworten. Als Damian aus dem Zimmer schreitet, weiß er noch nicht was ihn erwarten wird...




Ich bekam die Anfrage, ob ich „Burning Wings – Das Erwachen“ rezensieren würde, und ich bin froh, das Buch gelesen zu haben. Engel haben mich ja schon immer fasziniert, aber die Aussicht und Idee auf schwule bzw. bisexuelle Engel hat mich dann doch fasziniert und neugierig gemacht. Vielleicht denken jetzt viele, dass es komisch ist eine Geschichte über männliche Engel zu lesen, die sich von Seite zu Seite näher kommen. Aber es ist wirklich mal etwas Neues und durchaus erfrischend. Damian sagt von sich selbst, dass er nicht schwul ist, aber man spürt genau, dass er sich zu Eljakim hingezogen fühlt. Und auch Eljakim macht keinen Hehl aus seiner Begeisterung und Zuneigung zu Damian. Ich finde, dass man die Gefühle der Beiden zueinander auf jeder Seite spüren kann und diese durchaus intensiver sind, als die meisten Beziehungen zwischen Mann und Frau in anderen Romanen. Anette Eickert ist es gelungen eine neue Welt zu erschaffen und diese fernab von Klischees aufzubauen. Die Beschreibungen der fiktiven Orte sind so genau und detailliert, dass man den Wunsch verspürt, sie einmal zu besuchen und auf eine andere Art und Weise glaubt, dass man mitten in der Geschichte ist. Damians bissige und sarkastische, aber liebenswerte Art erleichtert diese Tatsache noch viel mehr. Obwohl er wirklich nicht das beste Los gezogen hat, verliert er nicht seinen Humor und seine Zuversicht. Er wirkt nicht unnahbar und auch wenn ich kein Mann bin, habe ich mich ihm verbunden gefühlt. Ähnlich erging es mir mit Eljakim. Obwohl er ernster als Damian ist, finde ich die Vorstellung seines zagen Lächelns sehr sympathisch und berührend. Man erfährt nicht viel über seine Vergangenheit, aber sein Verhalten lässt darauf schließen, dass er viele schlimme Erfahrungen gemacht hat. Trotzdem ist er im Umgang mit Damian sehr fürsorglich und geduldig. Das macht ihn für mich so sympathisch. Er wirkt nicht verbittert, obwohl er womöglich allen Grund dazu gehabt hätte. Ich bekam immer mehr den Eindruck, dass die Charaktere mit viel Liebe erschaffen wurden.

Der Schreibstil von Annette Eickert ist locker leicht und auch die Erklärungen zu ihrer Welt sind nicht zu kompliziert und man bekommt einen guten Einblick in die Welt der Ecke. Ich fand es sehr schade, dass das Buch schon nach 70 Seite endete, aber umso mehr freue ich mich auf den 2. Teil.
Das Buch ist jedem zu empfehlen, der Engelsgeschichten liebt und für etwas Neues offen ist.

Sonntag, 21. Juli 2013

Silber-Das erste Buch der Träume


Es ist jedes Mal ein aufregendes und nervenaufreibendes Erlebnis bei einer Verlosung mitzumachen. Dieses Mal jedoch war es noch schlimmer. „Blogg dein Buch“ hat das im Juni erschienene Buch „Silber – Das erste Buch der Träume“ von Bestsellerautorin Kerstin Gier verlost und wie nicht anders zu erwarten war, machten unzählige Blogger bei dieser Aktion mit. Der Fischer Verlag, der Herausgeber des Buches, rührte im Vorfeld ordentlich die Werbetrommel und so waren nicht nur wir gespannt auf das Buch. Und so war ich umso glücklicher als wir ein Rezensionsexemplar gewannen, denn so konnte ich auf den 408 Seite mit Liv und ihren Freunden in eine traumhafte Welt entschwinden.
Liv ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Sie hat eine Schwester namens Mia, eine Mum, einen Dad und eine sehr, sehr fürsorgliche Mutter. Doch da fangen die Probleme schon an. Ihre Eltern sind geschieden und beide rastlos. So kommt es, dass das Hobby von Liv und Mia ein- und auspacken ist, denn ein Umzug ist für sie schon lange nichts Neues mehr. Allerdings freuen sich die beiden dieses Mal, denn ihre Mum will mit ihnen nach England auf ein Cottage ziehen. Doch sie haben die Rechnung ohne ihre Mutter gemacht. Mit ihrem neuen Freund im Schlepptau holt sie die beiden verdutzten Mädchen vom Flughafen ab und will mit ihnen in eine Wohnung in London mit ihrem Hund Butter und ihrer Nanny namens Lottie ziehen. Die Träume zerplatzen vor ihnen wie Seifenblasen. Und natürlich macht der bevorstehende erste Tag in der neuen Schule die ganze Sache nicht besser. Livs neue Mentorin ist eine egoistische Labertasche, die am liebsten nur über sich redet. Und falls sie mal nicht redet, hat das nichts damit zu tun, dass sie Liv mal zu Wort kommen lässt, sondern mit der Anwesenheit eines Jungen namens Jasper. Denn das hat den Effekt, dass sie sich in eine Säule verwandelt und keinen Ton mehr herausbekommt. Was ein Glücksfall für Liv ist, da sie nun die Gelegenheit bekommt die bestaussehenden Jungs der Schule genauer zu betrachten, da diese zufälligerweise auch noch eine Clique bilden und die seltsame Angewohnheit haben im selben Takt zu laufen. Wie sich später bei einem Abendessen dann noch herausstellen soll, ist einer der Jungs Livs zukünftiger Stiefbruder, was das Chaos perfekt macht. Und als wäre das alles nicht genug, träumt Liv eines Tages von der Jungs-Clique. Doch dieser Traum ist anders als alle anderen. Denn genau genommen, träumt sie nicht von sondern mit den Jungs. Denn sie kann sich nicht nur an die Handlungen erinnern sondern auch über Sachen, die sie niemals vorher gewusst haben kann. Somit fällt die logische Erklärung, dass das Unterbewusstsein Schuld an diesem sehr lebhaften Traum ist, weg. In den nächsten Wochen muss sich Liv einigen Herausforderungen stellen. Wird sie es schaffen ihr gesamtes Weltbild zu überdenken?

Ich hatte schon sehr viele Bücher von Kerstin Gier gelesen und war nicht weniger anspruchsvoll, was „Silber – Das erste Buch der Träume“ anging. Umso mehr überraschte es mich, dass Kerstin Gier es schaffte meine Erwartungen um einiges zu übertreffen. Fangen wir erst mal mit der Geschichte an sich an, die den Leser in ihre traumhafte Szenerie entführt. Silber behandelt eine Geschichte, die so fantastisch ist, dass sie schon wieder glaubwürdig wirkt. Ich hatte mir während des Lesens oft vorgestellt, dass so etwas vielleicht wirklich passieren kann. Und dieser Effekt macht für mich ein gutes Buch aus. Mich haben Träume schon immer fasziniert, vor allem was uns unser Unterbewusstsein in unseren Träumen alles mitteilen will. Doch die Story geht über dieses logische Denken weit hinaus. Das muss auch die Protagonistin Liv eigentlich Olivia feststellen. Sie ist ein sehr rational denkendes Mädchen, wie ihre kleine Schwester Mia. Ich glaube, dass sie das bei der Mutter auch sein mussten. Denn ohne das Selbstvertrauen hätten sie diesen Umzugs-Wahnsinn nicht überstanden. Man merkt schnell, dass sie eine innige Bindung zueinander haben und sich gegenseitig beschützen. Ich fand diesen Aspekt so wunderbar, weil ich in einigen anderen Büchern nur Schwestern erlebt habe, die sich streiten und lieber Einzelkinder wären. Da fand ich diesen Teil der Story besonders erfrischend. Mich hat die schlagfertige Art von Liv auch abwechseln fasziniert und zum Lachen gebracht. Sie hat fast immer einen frechen Spruch auf den Lippen und merkt selbst nicht, wie sie so alle für sich einnimmt. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und fieberte mit ihr bis zu letzten Seite mit. Alles in allem eine der gelungensten Protagonistinnen, die ich seit langem kennen lernen durfte. Auch die anderen Charaktere sind nicht weniger interessant. Die Jungs der Clique sind so abwechslungsreich wie die Farben des Regenbogens. Ohne zu viel verraten zu wollen, kann ich euch versprechen, dass für jeden etwas dabei sein wird. Vom Badboy bis hin zum unwiderstehlich fürsorglichen Typen. Man merkt schnell, dass Kerstin Gier sehr viele Stunden und Gedanken mit all ihren Charakter verbracht hat, da sehr viele ihrer Figuren zwei Gesichter haben. Und nein, das meine ich nicht sprichwörtlich. Dank der raffinierten Schreibweise von Frau Gier und ihrem Hang Sarkasmus in das Buch mit einzubringen, habe ich das Buch in wenigen Stunden verschlungen und freue mich schon auf den nächsten Teil. Das Cover ist wie immer wunderschön gestaltet und zeigt einige Elemente, die im Buch einen großen Anteil haben. Alles in allem ist „Silber – Das erste Buch der Träume“ ein mehr als gelungener Auftakt einer Trilogie und ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der einmal in die Träume anderer reisen will und eine Auszeit von der Realität brauch.
 

Sonntag, 14. Juli 2013

Clockwork Angel von Cassandra Clare


Clockwork Angel“ von Cassandra Clare ist der Auftakt ihrer neuen Reihe, der "Chroniken der Schattenjäger". Erschienen ist das Buch bereits im Februar 2011 im Arena-Verlag und umfasst 580 Seiten.
Im Jahr 1878 kommt Theresa „Tessa“ Gray mit dem Schiff von New York nach England um endlich ihren Bruder wiederzusehen, ihren einzigen, noch lebenden Verwandten. Doch bevor sie ihn treffen kann, wird sie mit Hilfe einer List von zwei merkwürdigen Frauen entführt und gefangen gehalten. Die Frauen zwingen sie mittels grausamer Übungen ihre Gabe zu entfalten, von der sie selbst bisher nichts gewusst hat: Tessa kann sich mit Hilfe von Gegenständen in dessen vorherige Besitzer verwandeln. Als sie schließlich erfährt, dass sie mit dem unbekannten, geheimnisvollen Magister vermählt werden soll, wagt sie einen Fluchtversuch, der jedoch kläglich misslingt. Erst dem eher zufällig auftauchenden Will Herondale gelingt es, sie mit Hilfe seiner Gefährten zu retten. Sie bringen das verletzte Mädchen ins Institut, wo sie dann erfährt, was sie wirklich ist: ein Schattenwesen – und somit eigentlich die natürliche Feindin der Schattenjäger...

Nachdem mich die „Chroniken der Unterwelt“ bereits total gefesselt haben, wollte ich natürlich deren Nachfolger (oder ja eigentlich Vorgänger) auch lesen. „Clockwork Angel“ ist, wie bereits erwähnt, der erste Band der "Chroniken der Schattenjäger" und erzählt nun die Vorgeschichte dazu. Er spielt im London des 19. Jahrhunderts – ein Umstand, der mich ebenfalls sehr gereizt hat, dieses Buch zu lesen.
Erzählt wird Gesichte in der Betrachter-Perspektive, man begleitet abwechselnd Tessa und Will auf ihren Wegen und verpasst so keine Geschehnisse. Cassandra Clares Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Sie schafft es sehr gut, ihre Charaktere und Schauplätze zum Leben zu erwecken. Ich hatte das (teils fiktive) viktorianische London beim Lesen direkt vor Augen. Ein kleines Manko waren die doch schon recht deutlichen Parallelen zu den „Chroniken der Unterwelt“. Tessa, die bisher nichts von ihren Fähigkeiten ahnte, erinnert doch sehr an Clary, legt die selbe Naivität und Unsicherheit an den Tag und fühlt sich nach der Offenbarung ihres wirklichen Wesens ziemlich verloren, jedoch mit dem Unterschied, dass sie ein Schattenwesen ist und keine Schattenjägerin. Und auch Will weist einige Ähnlichkeiten mit Jace auf. Genau wie der blonde Schattenjäger ist er überheblich, teils unnahbar und trägt auch ein sehr gut gehütetes Geheimnis mit sich herum. Er scheint sich zu Tessa hingezogen zu fühlen, stößt sie aber unsanft weg, wenn sie sich mal näher kommen.

Trotz allem jedoch sind sämtliche Figuren sehr schön ausgearbeitet, jeder hat so seine Eigenarten, seine ganz eigene Geschichte, über die man gerne mehr erfahren möchte, und ich habe einige von ihnen sehr ins Herz geschlossen. Unter anderem Henry, Charlottes etwas schusseligen, aber auf seine Art genialen Ehemann. Überhaupt nicht warm geworden bin ich allerdings mit Jessamine, der minderjährigen Schattenjägerin, die sich mit ihrem Schicksal so gar nicht anzufreunden vermag. Mit ihrem Verhalten den anderen gegenüber und ihren ständigen Versuchen, einen Weg aus dem Institut zu finden, hat sie sich mir gegenüber äußerst unsympathisch gemacht.

Das Cover hat mir gut gefallen. Es zeigt eine alte Tischuhr, umrandet von mystischen Figuren, doch anstelle eines Ziffernblatts ist in ihrer Mitte ein düsteres Bild Londoner Wahrzeichen und die dunkle Silhouette eines Menschen. Die Übersetzung von "Clockwork" hat mich allerdings ziemlich irritiert. Hat man den Titel noch original belassen, so wurde der „Clockwork Angel“ im inneren dann als „Klockwerk-Engel“ übersetzt. Ebenso wie die Klockwerk-Kreaturen. Warum hat man hier nicht einfach das Wort „Uhrwerk“ genommen?

„Clockwork Angel“ hat mir wirklich gut gefallen – trotz der kleineren Mankos mit der nicht ganz neuen Geschichte und der Übersetzung. Dafür punktet es mit einer gehörigen Portion Steampunk.

Ich möchte auf jeden Fall erfahren, wie es weiter geht mit Tessa, Will, Jem und den anderen und werde die Folgebände lesen.