Montag, 17. Januar 2011

Die Ehestifterin von Tracie Peterson


Im Brunnen-Verlag wurde dieses wunderbare, 336 Seiten umfassende Buch veröffentlicht. Da ich ein Rezensionsexemplar von ihnen bekommen habe, möchte ich gern dieses Buch vorstellen und somit meinen großen Dank an den Brunnen-Verlag weiterleiten.


Philadelphia im Jahre 1852:
Mia Stanley ist 24 Jahre alt und lebt in einer angesehenen Familie. Doch mit ihrem Alter wird sie schon als „alte Jungfer“ angesehen, denn zu ihrer Zeit waren Frauen in ihrem Alter längst verheiratet und hatten eine eigene kleine Familie. Mias größte Freude bisher besteht darin ihren Freundeskreis untereinander zu „verkuppeln“, weswegen sie hinter vorgehaltener Hand nur „Die Ehestifterin“ genannt wird. Doch nur an einem beißt sie sich die Zähne aus, ihren besten Freund Garrett Wilson. Die beiden sind zusammen Aufgewachsen und sie sieht ihn nur als ihren großen Bruder, doch für Garrett ist das seit kurzem ganz anderes, er hat sich in sie verliebt. Auch gegen alle gesellschaftlichen Regeln arbeitet Mia in einer Redaktion als Journalistin. Die Zeitung wird extra für Frauen gedruckt und zeigt die neuste Mode, Rezepte, sowie Anstandregeln für den Alltag.

Doch der Inhaberin der Zeitung ist das längst nicht genug, sie möchte mehr mit ihrer Zeitung erreichen. Deshalb ersinnen sie und Mia einen Plan, mehr über die armen Frauen der Seeleute heraus zu finden. Mia trifft sich heimlich mit den Frauen und schon bald kommen schlimme Details ans Licht. Ein Verwalter der Armengegend nimmt die Frauen nicht nur aus und kassiert die Mieten doppelt, nein, er nimmt unter Androhung des Lebens auch ihre Kinder mit, damit sie für ihn Arbeiten können. Wenn sich die Frauen dann immer noch weigern, werden sie mit Gewalt gefügig gemacht. Mia möchte dagegen angehen, doch sie bringt sich damit in große Gefahr, und auch die Beziehung zu Garrett wird dadurch auf eine harte Probe gestellt.
Als sie eines Abends der Notruf einer Frau erreicht, denkt sie nicht daran Gerrett Bescheid zu geben und zieht wütend allein in die dunkelste Gegend des Hafens.

Sie erfährt, dass der Verwalter das Kind der Frau entführt hat und es verkaufen wird, wenn sie nicht bis zum nächsten Tag die angeblichen Schulden ihres verstorbenen Mannes aufbringen kann. Wutentbrannt geht Mia in Begleitung der Frau und einem Polizisten zum Verwalter um das Kind wieder zu bekommen. Sie vereinbart mit ihm, dass die Frau das Kind zurück bekommt und Mia im Gegenzug dem von ihm eingeforderten Betrag zahlen wird und er willigt ein. Mia geht voller Angst den Weg nach Hause, als plötzlich vor ihr eine Kutsche anhält und eine dunkle Gestalt sie ins Wageninnere zieht ...

Tracie Petersons Erzählungen aus dem 19. Jahrhundert haben schon viele Leser begeistert und „Die Philadelphia Story“ ist zwar erst mein zweites Buch von ihr, doch es wird bestimmt nicht das Letzte sein. Ihr Schreibstil ist so flüssig und teilweise sehr spannend und emotional, dass man förmlich mitgerissen wird. Auch die Protagonistin Mia wächst einem schnell ans Herz, denn sie ist stark und kämpft für ihre freie Meinung und an das, was sie glaubt und unterstützen möchte.

Auch aus der Sicht von Garrett wird sehr genau erläutert, in welcher Gefühlslage er sich gegenüber Mia befindet und dass er hin und her gerissen ist, sie vor den Gefahren, in die sie sich begibt, zu beschützen und ihr beizustehen. Sehr witzig beschrieben sind die Situationen, in denen Garrett und Mia denken, das jeder in einen anderen verliebt ist und nie die Chance bestehen wird, das die beiden selbst einmal zueinander finden. Das Cover des Buches ist wieder liebevoll gestaltet worden und hat einen Hauch aus Mias Zeit an sich. Allein schon das sittsame und gut gekleidete Mädchen lässt einen in Mias Zeit eintauchen und gespannt erahnen, in welcher Zeitepoche die Story spielt. Alles in allem ein toller Roman, mit viel geschichtlichem Hintergrund und einer mitreißenden Erzählung, die ich nur Weiterempfehlen kann.

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