Donnerstag, 13. Januar 2011

Schattenblüte - Die Verborgenen von Nora Melling


Mit “Schattenblüte - Die Verborgenen” hat sich Nora Melling einen Traum erfüllt.
Diese, im November 2010 erschienene, gebundene und 352 Seiten umfassende Ausgabe ist der Auftakt einer tollen Reihe, die der Rowohlt-Verlag herausgebracht hat. Ein sehr dunkles und nachdenkliches und doch voller Gefühle und mitreißendes, Buch, für dessen Bereitstellung ich mich hiermit bei Rowohlt aus tiefster Seele bedanken möchte.


Das schlimmste in der Welt ist der Verlust, der Verlust eines liebenden Menschen. Auch Luisa hatte diesen Verlust erleiden müssen, denn ihr kleiner Bruder starb an Krebs. Dieses Ereignis lässt sie und ihre Eltern nicht los und sie versuchen zu fliehen, jeder für sich, Luisa sogar in eine eigene Welt voller Schmerz und dumpfer Gefühle. Von Hamburg nach Berlin muss sie ziehen und vorher alle Sachen wegschmeißen, die an ihren kleinen Bruder erinnern. Einfach alles, auch Möbel werden nicht behalten. Als ob sie eine neue Identität annahm, so fühlt sie sich. Nicht reden, einfach nicht denken, so wandelt sie ab dem schlimmsten aller Tage durch die Welt. 

Bis sie zu diesem, fast verfallenen Turm kommt. Sterben … das wäre jetzt ein Ausweg, einfach oben stehen und springen, kein Schmerz mehr erleiden, keine Trauer mehr zeigen, einfach Vergessen, das wäre jetzt schön. Doch nach einem Schritt vor dem Abgrund wird sie zurück gezogen. Die Hand fasst sie fest und zieht sie zurück, direkt in die Arme eines Jungen, der ihr nicht nur den Kopf verdrehen wird und ihr Leben rettet, sondern der ihr auch eine andere Welt zeigt.

“Sein Lächeln kommt mir vor wie ein schmaler Sonnenstrahl, der nach langem Regen über den nassen Boden huscht. Ein Hauch Frühling nach dem Winter. Zu wenig, sich daran zu erwärmen, aber mit Hoffnung auf mehr.” So beschreibt Luisa ihren ersten Anblick von Thursen, ihren Retter. Und mit soviel Gefühl und Wortgewandtheit lässt uns Nora Melling ihre Welt entdecken, die zwischen der Sagenwelt und unserer Welt liegt.

Gerade die Gefühle der Protagonistin Luisa kommen extrem gut rüber. Jede Gefühlregung in ihr, jede Wahrnehmung ihrer Umgebung wird so gut herübergebracht, dass man teilweise von ihrer Trauer mitgezogen wird in diesen dunkeln Strudel. Aber grade das macht dieses Buch so interessant und verleiht dem Ganzen etwas Düsternis.

Was ich sehr schade finde ist, dass die Kurzbeschreibung des Buchinhaltes das Geheimnis von Thursen sofort offenbart und so dem ganzen einwenig den Wind aus der Story nimmt. Denn wenn man nicht wüsste, dass er ein Werwolf ist und dass er bald einer bleiben wird, dann würden die ersten Kapitel, gerade was Thursen betrifft, sehr geheimnisvoll herüber kommen und einwenig mehr Spannung hinterlassen. Aber so fehlt das “i”-Tüpfelchen auf dem Ganzen.

Aber alles in einem ist es ein spannendes Buch voller Gefühle, die einen mitreißen und bis zur letzen Seite nicht mehr los lassen.

Wie ich der Homepage der Autorin entnehmen konnte, wird es definitiv einen zweiten Band von Schattenblüte geben.
"Ich verspreche, es wird weitergehen mit Luisa und Thursen. Der zweite Teil von Schattenblüte ist für November 2011 geplant. Zur Zeit gibt es bei Rowohlt Polaris bereits erste Überlegungen bezüglich Titel und Cover, die ich hier natürlich noch nicht verraten kann. Sobald genaueres feststeht, werde ich diese Seite aktualisieren. Bis dahin bitte ich noch um etwas Geduld."

Kommentare:

  1. Was? Ein zweiter Band kommt raus? Ja, das ist ja eine supertolle Neuigkeit. Danke für die Info, denn ich lese gerade in diesem Moment "Schattenblüte - DIE VERBORGENEN" *freu freu und an die Decke hüpf*

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  2. Ich kann das buch auch nur empfehlen,normalerweise mag ich Bücher in diesem Schreibstil nicht so,aber hier passt er einfach!
    Durchweg interessante und gute Geschichte :)

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