Dienstag, 2. April 2013

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen von Ali Shaw


Der in 18 Sprachen übersetzte Debütroman "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" von Ali Shaw ist im Script5 erschienen. Hinter dem beeindruckenden und wunderschönen Cover stecken 400 melancholische und poetische Seiten, die zum Lesen einladen.
Man erzählt sich schon seit langer Zeit seltsame Dinge über St. Hauda's Land. Es soll dort ein Tier geben, ganz versteckt in den Wäldern, dass alles in Weiß verwandeln kann. Im Meer sind wunderschöne Lichtspiele zu beobachten, die von sterbenden Qualen ((Quallen?? Falls du die Tiere meinst)) stammen. Und in diesem ungewöhnlichen Land sucht Ida Maclaird nach dem Ursprung ihrer Krankheit. Ganz plötzlich, nach ihrem Urlaub auf St. Hauda's Land, bemerkt Ida, dass sich ihre Füße in Glas verwandeln. Auf der Suche begegnet sie Midas und in ihm findet sie die Liebe ihres Lebens.

Ida war bis zu ihrer Krankheit ein lebenslustiger Mensch, der das Leben genießen konnte und manch verrückte Idee hatte. Doch mit den gläsernen Füßen wandelte sich auch ihr Gemüt und sie wurde zu einem sehr traurigen und trotzigem Menschen. Es gab in ihrem Leben schon viele Abschiede, aber sich von ihrem Leben verabschieden? Nein, sie will kämpfen und das sich ausbreitende Glas aufhalten. Als sie Midas begegnet, ist sie sofort an dem stillen Jungen interessiert. Sie ist völlig fasziniert und verliebt sich in ihn. Doch ihr Geheimnis um ihre Füße ist einfach zu belastend um an die große Liebe zu denken.


Eine meiner Errungenschaften auf der Buchmesse war "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen". Sowohl Cover als auch Klappentext und Innengestaltung sprachen mich sofort an. Die sehr emotional aufgeladene Geschichte um den jungen Fotografen Midas und seine neue Bekanntschaft Ida hat es jedoch leider nicht ganz geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Obwohl jeder einzelne Charakter liebevoll ausgearbeitet ist und die Geschichte etwas Neues darstellt, was ich so noch nie lesen durfte, sprang der Funke einfach nicht über. Midas ist ein verklemmter Fotograf, der noch sehr an seiner Vergangenheit zu nagen hat, während Ida in ihrer Vergangenheit genau das getan hat, was man als "typisch jugendlich" bezeichnen würde. In der Gegenwart ist die junge Schönheit nur noch ein Abbild ihrer selbst, welches nach und nach mehr verblasst. Dieser Prozess, sowie die Geschichte zwischen Ida und Mida sind wunderschön und glaubhaft dargestellt.

Die detailreiche Sprache war zwar sehr gut zu lesen, gab mir aber auch das Gefühl, als würde das Buch mehr Beschreibungen als einen eigentlichen Storyverlauf beinhalten. Hinzu kommt, dass leider der eigentliche Hintergrund der Geschichte zu wenig beleuchtet wird: Wieso verwandelt sich Ida in Glas? Dieser wichtige Aspekt wird nie aufgeklärt.

"Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" basiert meiner Meinung nach auf zu vielen Zufällen, welche zwar schön eingeflochten sind, bei diesem gehäuften Auftreten jedoch unglaubwürdig wirken. Positiv hervorzuheben ist jedoch das Ende, welches mir einige Tränen entlocken konnte. Es war eine schöne Lektüre, die definitiv zum Nachdenken anregte, und mit seinem Silberschnitt macht das Buch im Regal einen sehr guten Eindruck. Leider fehlte mir an einigen wichtigen Aspekten die Tiefe, welche an anderen Punkten wiederum zu eindrücklich dargestellt wurde.

 

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